«Ich habe nie als Escortlady gearbeitet»

Aktualisiert am 10.09.2012

Bettina Wulff, die Frau des deutschen Ex-Bundespräsidenten, hat am Wochenende eine mediale Offensive gestartet. Nach Klagen gegen Journalisten doppelt sie mit einem Buch nach. Auszüge werden bereits publiziert.

1/8 Eine solche Hetze wünscht sie keinem: Bettina Wulff beim Start einer Weihnachtsaktion. (24. November 2011)
Bild: Keystone

   

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Die ehemalige deutsche Firstlady Bettina Wulff holt zum Rundumschlag aus: Gegen die hartnäckigen Gerüchte über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu geht sie mit Unterlassungsklagen vor. Die prominenten Adressaten sind unter anderem der deutsche Fernsehmoderator Günther Jauch sowie der Internetkonzern Google. Und in ihrer mit Spannung erwarteten Biografie, die im Verlauf dieser Woche erscheinen soll, rechnet sie in sachlichem Stil mit den Verleumdungen ab.

Die deutsche «Bild»-Zeitung hat auf ihrer Homepage erste Auszüge aus dem Buch veröffentlicht. Im Vorwort des 223 Seiten dicken Buches zeichnet Bettina Wulff jenes Bild von sich, das sie sich in der Öffentlichkeit wünschen würde: «Ich möchte, dass die Menschen mich so sehen, wie ich bin. Als eine ziemlich normale Frau und Mutter, die ihr Leben so leben möchte, wie sie es will, und nicht, wie andere es von ihr erwarten.»

Über die Gerüchte, sie habe früher als Prostituierte und Escortdame gearbeitet, verliert sie zwar nicht viele, aber deutliche Worte. Auf acht Seiten beschreibt sie gemäss «Bild», was diese unbestätigten Behauptungen in ihr ausgelöst haben: «Mein Pseudonym lautet also angeblich ‹Lady Viktoria›, und meine Wirkungsstätte soll ein Etablissement namens ‹Chateau Osnabrück› gewesen sein. Auch in einem Berliner FKK-Klub Artemis soll ich als ‹Gesellschaftsdame›, um es mal charmant auszudrücken, mitgewirkt haben.» In Foren sei anhand von Fotos gemutmasst worden, ob sie jene ‹Lady Viktoria› sei.

Hetze nicht einzudämmen

Dabei habe sie gemerkt, dass diese anonyme Hetze nicht einzudämmen sei. Es sei die übelste stille Post, die man sich vorstellen könne – das wünsche sie keinem. Darüber habe sie während vieler Jahre geweint. «Mein Sohn Leander ist nicht mehr so klein, und selbstverständlich geht er auch ins Internet, googelt, und wenn er dann meinen Namen eingibt und als erstes solche Begriffe liest... dann finde ich das einfach so etwas von entsetzlich und beschämend. Für dieses Gefühl fehlen mir die Worte. (...) Man kann gar nicht so viel essen, wie man kotzen möchte.» Schliesslich widerspricht sie den Gerüchten in einem Satz: «Ich habe nie als Escortlady gearbeitet.»

Auch ihre neue offensive Strategie kündigt sie im Buch an. Sie gehe nun systematisch gegen alle Denunzianten vor; 38 Unterlassungsverpflichtungserklärungen von Journalisten und Verlagen lägen ihr bereits vor.

Weitere Themen, die Bettina Wulff in 16 Kapiteln abhandelt, sind ihre Jugendlieben und der Vater ihres ersten Kindes, ihr jetziger Mann Christian Wulff, das Leben in der deutschen Hauptstadt, Prominente, ihre ehemalige Doppelrolle als Firstlady und Hausfrau oder ihr Tattoo auf dem rechten Oberarm. (rbi)

Erstellt: 10.09.2012, 14:24 Uhr