Farasi wurde von einem Löwen attackiert

Von David Weber. Aktualisiert am 31.12.2011 2 Kommentare

Der im Basler Zolli geborene Flusspferdbulle Farasi erlebte in Su?dafrika ein aufregendes Jahr. Beinahe wäre ihm sein Freiheitsdrang zum Verhängnis geworden.

Hier war Farasi noch jung und in Basel zu Hause.

Hier war Farasi noch jung und in Basel zu Hause.
Bild: Zoo Basel

Was macht eigentlich Farasi, der Flusspferdbulle, der vor drei Jahren zum Medienstar wurde, weil ihm laut «Blick» der Tod und die Verfu?tterung an die Raubtiere im Basler Zolli drohten? Nun, bekanntlich hat der Zolli vor gut einem Jahr im su?dafrikanischen Wildreservat Tshukudu ein Plätzchen fu?r den Jungbullen gefunden. In Basel hätte er nicht bleiben können, da er bald einmal seiner Mutter Avancen gemacht und seinen Vater verärgert hätte.

Tragischerweise wäre Farasi im vermeintlich rettenden Exil letztes Jahr dann doch beinahe von einem Raubtier gefressen worden. Aber der Reihe nach. Das «Tshukudu Bush Camp» ist ein 5000 Hektaren grosses Reservat mit Elefanten, Bu?ffeln, Löwen und Flusspferden. Wie die BaZ vor einem Jahr berichtete, durfte Farasi aber vorerst nicht mit seinen Artgenossen anbandeln. Denn der damals 600 Kilogramm schwere Farasi war noch zu schwach, um sich gegen die Raubtiere im Park zu wehren. Deshalb lebte er vorerst in einem abgeschirmten, vier Hektaren grossen Bereich mit Damm und Wasserloch. Ende 2011 hätte er ins grosse Reservat kommen sollen. Aber Farasi hatte – wie sich das fu?r einen pubertierenden Jungbullen gehört – andere Pläne.

Von Artgenossen akzeptiert

Farasi bu?xte aus, trotz elektrisch geladenem Zaun. Somit wurde 2011 fu?r ihn kein ruhiges Aufbaujahr, sondern eine aufregende und gefährliche Zeit. «Farasi entschied sich, dass er lieber auf Tshukudu rumlaufen möchte, anstatt in seinem Camp zu sein», berichtet Sylvia Sussens, die zusammen mit ihrem Mann das «Tshukudu Bush Camp» leitet, per E-Mail. Das ging fu?r einige Monate gut.

Zuerst war er alleine in einem Wasserdamm, dann tat er sich mit einem jungen Männchen der fu?nfköpfigen Hippo-Gruppe des Reservats zusammen. «Fu?r ein paar Monate waren alle Flusspferde zusammen in einem Wasserloch und er schien von der Gruppe akzeptiert zu sein», schreibt Sussens, die urspru?nglich aus der Schweiz kommt.

Löwe hinterliess Krallenspuren

Aber dann bekam ein Weibchen ein Junges. Vermutlich wurde Farasi dann weggejagt. Auf jeden Fall «war er dann plötzlich wieder alleine in einem Wasserloch». Und fu?r Farasi wurde es richtig ungemu?tlich. Denn «eines Nachts attackierte ihn ein Löwe und er rannte schnell ins Wasser». Angestellte des Bush-Camps haben die Attacke gehört, und am Morgen sah man bei Farasi einige Krallenverletzungen. «Die waren nicht so schlimm», berichtet Sylvia Sussens, «aber wir wollten nicht, dass die Löwen den armen, ja noch kleinen Farasi fressen.» Deshalb liessen sie den Tierarzt kommen, betäubten den Ausreisser und brachten ihn zuru?ck in den geschu?tzten Bereich. Zu Beginn der nächsten Regenzeit im Herbst soll Farasi definitiv aus dem kleinen Camp gelassen werden. Dann sollte er gross genug sein, um sich gegen Löwen verteidigen zu können, hofft Sussens.

Eigentlich ist sie guter Dinge. Denn Farasi habe sich gut akklimatisiert, schon einiges u?berstanden und sich an Gefahren und Strapazen gewöhnt, wie beispielsweise Trockenperioden mit wenig Futter. «Er ist mit Krokodilen in den Wasserlöchern geschwommen und hat sich mit den Artgenossen auseinandersetzen können.» Na dann, halt die Öhrchen steif, Farasi. (Basler Zeitung)

Erstellt: 31.12.2011, 08:25 Uhr

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2 Kommentare

Loredana Wander

31.12.2011, 10:10 Uhr
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Meine das ist die Natur,zum guten Glück! lebt er noch DANK den Angestellten des Bush-Camps.Der kleine Farasi habe ich schon seit seiner Geburt,in mein herz geschlossen :-) Tiere bereichern unser leben,sind dankbarer als vielleicht jeder Mensch! Ich wünsche der Familie Sussens den Bush-Camps Angestellten,und natürlich dem herz allerliebsten Farasi.Einen guten Start ins 2012 mit viel Glück :-) Antworten


Ernst Gisin

31.12.2011, 15:07 Uhr
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Rührende Geschichte. Wünsche Farasi auch ein interessantes Bullenleben. Eine kleine Korrektur: Meines Wissens schwimmen Hippos nicht, sie bewegen sich auf dem Boden der Gewässer. Und wie schnell sie das können! Mein herzlicher Dank an die privaten und staatlichen Game Reserves Südafrikas für ihren grossartigen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt. Auch Ihr Besuch, liebe Leser, hilft. Antworten