Am Hochhaus scheiden sich die Geister
Von Stefan Gyr. Aktualisiert am 11.09.2009
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Es wäre mit Abstand das höchste Haus im ganzen Kanton Baselland, und es würde auch das BIZ-Hochhaus, das Lonza-Gebäude und den St.-Jakob-Turm in Basel überragen: 75 bis 82 Meter würde sich das Hochhaus auftürmen, an dem sich in Pratteln die Geister scheiden. Von einem «gewünschten städtebaulichen Akzent» sprechen die Befürworter, während die Gegner vor einem «kleinen Manhattan» warnen. Ob der geplante Wohn- und Büroturm auf dem Häring-Areal gebaut werden kann, entscheidet am 27. September das Volk. Die Prattler Stimmberechtigten fällen damit einen weitreichenden Grundsatzentscheid, denn in der Vorortsgemeinde sind bereits zwei weitere Hochhausprojekte im Gebiet um den Bahnhof gestartet geworden (siehe Text rechts unten). Und das Hochhauskonzept des Gemeinderats sieht insgesamt acht bis zu 80 Meter hohe Gebäude rund um den Bahnhof vor, die gruppenartig angeordnet und auf die Ostwestachse ausgerichtet werden sollen.
Ortsbild und Verkehr
Der Quartierplan für die geplante Wohn- und Geschäftsüberbauung auf den teilweise brachliegenden Arealen der Baufirma Häring und der ehemaligen Coop-Kaffeerösterei wird dem Volk vorgelegt, weil dreizehn Mitglieder der SP sowie der Unabhängigen und Grünen das Behördenreferendum gegen den Beschluss des Einwohnerrats ergriffen haben. Das Gemeindeparlament segnete den Quartierplan im vergangenen Mai mit 27 gegen sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen ab. Einen Antrag der SP, die Gebäudehöhe auf 61 Meter zu beschränken, lehnte der Einwohnerrat mit 28 gegen sieben Stimmen bei einer Enthaltung ab. Für die Abstimmung hat aber neben den bürgerlichen Parteien auch die SP Pratteln die Ja-Parole ausgegeben. Einzig die Unabhängigen und Grünen beschlossen Stimmfreigabe.
Die Befürworter und die Gegner haben sich in den vergangenen Wochen heftige Auseinandersetzungen um die Auswirkungen auf das Ortsbild, das Verkehrsaufkommen und die Siedlungsentwicklung der Gemeinde geliefert. Der Standort des Hochhauses wurde aber von der Arealbaukommission und von der Denkmal- und Heimatschutzkommission des Kantons für gut befunden, weil das Bahnhofgebiet mit über 600 Bahn-, Bus- und Tramverbindungen pro Tag leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Gemäss dem Verkehrsgutachten reicht die Leistungsfähigkeit der Strassenknoten für den Mehrverkehr durch die neuen Nutzungen aus. Auch das Umweltschutzrecht wird eingehalten, wie der Umweltverträglichkeitsbericht ergeben hat.
Einen ausführlichen Artikel zum Thema, den BaZ-Kommentar sowie die Meinungen von Befürwortern und Gegenern, können Sie in der Basler Zeitung von Freitag lesen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 11.09.2009, 12:05 Uhr
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