Keine Spur vom Brandstifter

Aktualisiert am 17.02.2010 5 Kommentare

In der Brandstiftungsserie in Riehen können die Ermittler noch keine Spur vorweisen. Sie setzen darauf, dass die Täterschaft irgendwann einen Fehler macht. Bereits 57 gelegte Brände wurden seit 2004 gezählt.


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Staatsanwaltschaft und Polizei informierten am Mittwoch vor den Medien über die Ermittlungen. Sie zeigten Probleme und Umfang auf, reagierten aber auch auf Ängste und Forderungen der Bevölkerung. In der Sache selbst gebe es «nichts Neues», sagte der Leitende Staatsanwalt Beat Voser, Chef des Basler Kriminalkommissariats.

Denn zu schaffen macht den Ermittlern, dass bei Bränden Spuren oft zerstört werden, sei es durch das Feuer selbst, sei es durch die Löscharbeiten. Zu Beginn sei es ausserdem schwierig gewesen, die Serie überhaupt als solche zu erkennen, sagte Voser. Dann seien die Ermittlungen aber stark ausgeweitet worden.

Zu wenig Spuren für ein Persönlichkeitsbildes des Täters

Schon länger aktiv ist eine Taskforce aus Fahndern und Polizei. Laut Voser wurde sehr viel unternommen; so seien die Brände auf Regelmässigkeiten oder Zusammenhänge zu anderem abgeklopft worden, man habe DNA-Proben der Feuerwehrleute genommen, um nicht falsche Spuren zu verfolgen, und Weiteres mehr.

Nicht möglich sei aber das sogenannte Profiling, das Erstellen eines Persönlichkeitsbildes des Täters: Dafür gebe es zu wenig Spurengrundlagen. Auch ein Phantombild wurde wieder zurückgestellt. Angesichts unterschiedlicher Tatzeiten, Brandobjekte und sonstiger Umstände könnten zudem mehrere Täter tätig sein. Doch: «Gesichert ist nichts», sagte Voser.

Hoffen auf Fehler

Wichtig seien im Einzelfall rasche Hinweise aus der Bevölkerung. Ausgesetzt ist eine Belohnung von 20'000 Franken. Im Weiteren gehen Voser und der Basler Polizeikommandant Gerhard Lips davon aus, dass der Täter «irgendwann einen Fehler macht». Auch die Polizei habe ihre Tätigkeit in Riehen deutlich verstärkt. Details nannte Lips aus «taktischen Gründen» aber nicht.

Der Forderung nach Bürgerwehren oder -patrouillen erteilte Lips eine Absage: Die Polizei mache ihre Arbeit, diese sei mit der Ermittlung abgesprochen, und nicht-koordinierte Aktivitäten wären kontraproduktiv oder gar gefährlich. Auch mehr Polizei oder mehr Fahnder wären laut Lips und Voser nicht sinnvoll, da es nicht mehr Spuren zu verfolgen gebe.

Im Zuge der Brandserie war Feuer etwa an Gartenhäuschen, Schuppen, Holzstapeln oder Fahrzeugen in Einstellhallen gelegt worden. Gebrannt hatten aber auch ein Wohnhaus und das Ökonomiegebäude des historischen Bäumlihofguts - mit Millionenschaden. 47 der 57 Brände wurden in Riehen gezählt und je 5 in unmittelbarer Nachbarschaft in Basel und Bettingen. (jg/sda)

Erstellt: 17.02.2010, 15:44 Uhr

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5 Kommentare

rudolf thoma

18.02.2010, 09:33 Uhr
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Es gibt eine ganz plausible und sehr effiziente Methode wie die Täterschaft dingfest gemacht werden könnte, aber wen interessiert das schon. Bestimmt will sich, wie schon früher, einer die Medaille holen...bleibt nur zu hoffen, dass bis dann nicht bereits ganz Riehen abgefackelt ist! Antworten


Urs Eschbach

18.02.2010, 11:12 Uhr
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Und wenn der Täter eine Täterin wäre? Alle bisherige Kommunikation in dieser Sache ging von einer männlichen Person aus. Die Sensibilisierung der Riehener Bevölkerung könnte vielleicht einen neuen Impuls erhalten, wenn in Einstellhallen, Kellerabteilen, Familiengärten etc. auch unbekannte Frauen gemäss Empfehlung der Fahndungsbehörden angesprochen würden. Antworten




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