Ausland

Kleiner Schulterschluss von Obama und Putin

Aktualisiert am 14.01.2016

In Sachen Ukraine und Syrien sind sich Russland und die USA weiter uneinig – nicht so im Fall von Nordkorea.

USA und Russland wollen mit einer «harten Reaktion» antworten: Der Nukleartest wird am nordkoreanischen TV verkündet. (6. Januar 2016)

USA und Russland wollen mit einer «harten Reaktion» antworten: Der Nukleartest wird am nordkoreanischen TV verkündet. (6. Januar 2016)
Bild: Ahn Young-joon/Keystone

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Nordkorea testet Wasserstoffbombe

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Nahe eines nordkoreanischen Atomtestgeländes kam es zu einem starken Erdstoss. Nach Spekulationen über einen Atomtest meldete sich die Regierung zu Wort.

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US-Präsident Barack Obama und sein russischer Kollege Wladimir Putin liegen im Umgang mit der Ukraine-Krise und der Syrien-Politik weiter überkreuz, bei der Reaktion auf Nordkoreas Atomversuch aber auf einer Linie. In einem Telefonat machten sich beide für eine «starke und einträchtige internationale Antwort» auf den von Pyongyang gemeldeten Nukleartest stark, wie das Weisse Haus am Mittwoch mitteilte. Zwar zweifeln die USA die Darstellung Nordkoreas, eine Wasserstoffbombe getestet zu haben, stark an, sehen das Vorgehen Pyongyangs jedoch dennoch als provokativen Akt an.

Der Kreml bestätigte später, dass Putin und Obama sich für «eine harte internationale Reaktion» ausgesprochen hätten, falls sich die Behauptung Nordkoreas als wahr herausstellen sollte.

Uneinigkeit in der Ostukraine

Mit Blick auf die Lage in der Ostukraine traten indes Differenzen zutage. Dem Weissen Haus zufolge rief Obama Russland auf, seinen Verpflichtungen nach einem Waffenstillstandspakt nachzukommen. Doch der Kreml meldete, Putin habe die Notwendigkeit betont, dass Kiew seine Zusagen gemäss dieses Abkommens erfülle.

Im Syrien-Konflikt stellten sich Obama und Putin hinter die von der UNO vermittelten Gespräche zwischen der Führung in Damaskus und den Rebellen. Knackpunkt bei den Verhandlungen ist jedoch das politische Schicksal von Präsident Bashar al-Assad: Die USA drängen Russland, seine Unterstützung für Assad zu beenden. Zudem wirft Washington Moskau vor, bei seinen Luftangriffen in Syrien in erster Linie die von den USA gestützten Rebellen ins Visier zu nehmen, die gegen Assad kämpfen. Russland beharrt indes darauf, gegen IS-Kämpfer vorzugehen.

Schnittmengen ausgelotet

In dem Telefonat hätten Obama und Putin zudem die Möglichkeit von erhöhten militärischen Kontakten zwischen ihren Ländern im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat angeschnitten, hiess es aus dem Kreml.

Trotz der tiefen Gräben bei den Themen Ukraine, Syrien und anderen Streitpunkten haben Obama und Putin zuletzt mögliche Schnittmengen ausgelotet. So lobte Washington etwa Moskaus Rolle bei diplomatischen Bemühungen um einen politischen Übergang in Syrien. Obama und Putin trafen sich zudem im vergangenen November am Rande eines G20-Gipfels in der Türkei. Ihr Telefonat vom Mittwoch bezeichnete der Kreml als «offen und geschäftsmässig.» (chk/AP)

Erstellt: 14.01.2016, 02:42 Uhr

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