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9/11-Drahtziehern wird in New York der Zivilprozess gemacht

Nicht vor einem Militärgericht, sondern vor dem Zivilrichter müssen sich Khalid Sheikh Mohammed und seine Komplizen verantworten. Damit ist für Barack Obama der Weg frei, Guantánamo zu schliessen.

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Khalid Sheikh Mohammed.

   

Die 9/11-Drahtzieher

Khalid Sheikh Mohammed: Der Mann, einst «Nummer drei» im Terrornetzwerk al-Qaida, gilt als Drahtzieher der Anschläge. «Ich war verantwortlich für die Planung der Operationen von A bis Z», sagte er nach Angaben des Pentagons vom März 2007. Auch andere terroristische Verbrechen soll der heute 44-Jährige gestanden haben. Kritiker zweifeln die Aussagekraft der Geständnisse allerdings an und verweisen auf Berichte, nach denen Mohammed gefoltert wurde.

Ramzi Binalshibh: Der heute 36-jährige Jemenit wohnte in Hamburg zusammen mit Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten vom 11. September. Er soll einer seiner engsten Vertrauten gewesen sein. In der Hamburger Terrorzelle soll Binalshibh als Organisator und «Bankier» gewirkt haben. Nach Überzeugung der US-Regierung ist er einer der Mitverschwörer der Terroranschläge. Angeblich sollte er ursprünglich bei den Flugzeug-Entführungen dabei sein, bekam aber kein Visum für die USA.

Ali Abdel Asis Ali: Der in Kuwait aufgewachsene Mann soll die Flugzeugattentäter mit Geld versorgt haben. Er ist mit Sheikh Mohammed und dem Drahtzieher des Anschlags von 1993 auf das World Trade Center, Ramsi Jussef, verwandt. Jussef war im November 1997 zu einer Freiheitsstrafe von 240 Jahren verurteilt worden.

Mustafa Ahmed al-Hausawi: Der Saudi-Araber soll den Flugzeugterroristen Geld beschafft haben. Kurz nach den Anschlägen soll er unter anderem al-Qaida-Chef Osama bin Laden getroffen haben. Er sagte im Prozess gegen den Franzosen Zacarias Moussaoui aus, der im Mai 2006 als Mitverschwörer der Anschläge vom September 2001 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Walid bin Attasch: Er soll die Todespiloten unterstützt und in direktem Kontakt mit ihnen gestanden haben. Der Guantánamo-Häftling hat nach Angaben des Pentagons vom März 2007 die Planung des Anschlags auf das US-Kriegsschiff «USS Cole» im Oktober 2000 im Jemen zugegeben, bei dem 17 US-Soldaten getötet wurden. Zudem soll er seine Beteiligung an den Terrorangriffen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im August 1998 mit 230 Toten gestanden haben. Angeblich unterstützte Attasch die Attentäter unter anderem mit gefälschten Stempeln und Visa. Zeitweise soll er Leibwächter von Osama bin Laden gewesen sein.

Der mutmassliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 und vier weitere Guantánamo-Häftlinge werden in New York vor Gericht gestellt. Justizminister Eric Holder wollte am Freitag offiziell bekanntgeben, dass sich Khalid Sheikh Mohammed und die anderen vor einem New Yorker Zivilgericht verantworten müssen, wie die Nachrichtenagentur AP aus Regierungskreisen erfuhr. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington forderten fast 3000 Todesopfer.

Dem Hauptverdächtigen für den Anschlag auf die «USS Cole» im Jahr 2000, Abd al-Rahim al-Nashiri, soll dem Gewährsmann zufolge zusammen mit anderen Angeklagten vor einer Militärkommission der Prozess gemacht werden. Infrage kommt unter anderem ein Tribunal im Staat South Carolina.

Wichtiger Schritt für Barack Obama

Die Terrorverdächtigen in den USA vor Gericht zu bringen ist einer der wichtigsten Schritte beim Vorhaben von US-Präsident Barack Obama, Guantánamo zu schliessen. Geplant war das Ende des Lagers auf Kuba eigentlich für Ende Januar, dieser Zeitplan wird sich aber nicht einhalten lassen. Weil bislang formal keine Anklage gegen die meisten Häftlinge erhoben wurde, dürfte sich ihr Transfer in die Vereinigten Staaten über Wochen hinziehen. Bis Montag muss die Regierung entscheiden, wie gegen die zehn Gefangenen weiter vorgegangen werden soll, für die ein Verfahren vor Militärtribunalen vorgesehen ist.

Unklar war dem Gewährsmann zufolge zunächst, ob den Verdächtigen im Zusammenhang mit dem 11. September 2001 - neben Sheikh Mohammed sind dies noch Waleed bin Attash, Ramzi Binalshibh, Mustafa Ahmad al-Hawsawi und Ali Abd al-Aziz Ali - bei einem Prozess vor einem Zivilgericht weiterhin die Todesstrafe droht. Ein Guantánamo-Häftling wurde bereits für ein Verfahren nach New York verlegt, die Todesstrafe wurde für ihn nicht gefordert. (reh/ap/)

Erstellt: 13.11.2009, 15:53 Uhr

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