Ahmadinejad witzelt über seine Atombombe

Mahmoud Ahmadinejad und Hugo Chávez: Da haben sich zwei gefunden. Mit markigen Worten zogen sie über die USA und «den mörderischen Arm des Yankee-Imperiums» her.

Zwei Freunde: Mahmoud Ahmadinejad und Hugo Chávez (r.).

Zwei Freunde: Mahmoud Ahmadinejad und Hugo Chávez (r.).
Bild: Keystone

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Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat in Venezuela durch Staatschef Präsident Hugo Chávez weitere Unterstützung für seine Haltung im Streit über das iranische Atomprogramm erhalten. Bei Ahmadinejads Besuch in Caracas waren sich die beiden auch in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber den USA einig - und das mit deutlichen Formulierungen. Die Präsidenten verurteilten gemeinsam den «Imperialismus» der USA, Chávez bezeichnete Israel als «den mörderischen Arm des Yankee-Imperiums».

Beide Länder würden «vom gleichen Imperium» bedroht, sagte Chávez am Mittwoch weiter. Ahmadinejad, der seinen südamerikanischen Verbündeten bereits zum vierten Mal besuchte, lobte Chávez als einen Fels in der Brandung, der den Aggressionen des Imperialismus widerstehe. Die Präsidenten unterzeichneten eine Reihe bilateraler Abkommen aus den Bereichen Wirtschaft und technische Zusammenarbeit. Zudem wurde ein iranisch-venezolanischer Investitionsfond gegründet, der zunächst mit 200 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) dotiert ist und schon bald eine Milliarde verwalten soll.

Castros möchten ihn auch umarmen

Auf Nachfragen von Journalisten zum iranischen Atomprogramm sah sich Ahmadinejad zu einem Scherz bemüssigt. «Ich will eine dieser Atombomben zeigen», sagte der Präsident - und zog eine silberne Schachtel mit einem im Iran produzierten High-Tech-Mikroskop hervor. Chávez sagte, er sei sicher, dass der Iran sein Nuklearprogramm nur zum Zweck der Stromgewinnung betreibe. Im übrigen komme er gerade von einem unangekündigten Besuch aus Kuba zurück, wo er Raúl und Fidel Castro getroffen habe, sagte Chávez. An Ahmadinejad gerichtet sagte er: «Sie haben mich gebeten, Dich stellvertretend für sie zu umarmen.»

Venezuela war die letzte Station der Lateinamerikareise von Ahmadinejad. Gegner von Chávez und die jüdische Gemeinde in Venezuela verurteilten den Besuch. Vereinzelt gab es auch kleinere Proteste. Studenten demonstrierten vor dem Hotel in Caracas, in dem Ahmadinejad vermutet wurde, und vor der iranischen Botschaft. Venezuela hat die diplomatischen Beziehungen zu Israel im vergangenen Jahr wegen des Kriegs im Gazastreifen abgebrochen.

Ahmadinejad hatte zuvor Brasilien und Bolivien besucht. Iran und Bolivien unterzeichneten am Dienstag in La Paz eine gemeinsame Erklärung, die «das Recht aller Staaten» betont, «die Atomenergie für friedliche Zwecke zu nutzen und zu entwickeln». Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sprach ebenfalls von einem Recht aller Staaten auf die zivile Nutzung der Atomkraft. Zudem wandte sich Lula da Silva gegen weitere Sanktionen der internationalen Gemeinschaft im Streit um das iranische Programm zur Anreicherung von Uran. (sam/ap)

Erstellt: 26.11.2009, 12:17 Uhr


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