Umweltschützer-Albtraum steht vor Durchbruch

Eine geplante Öl-Pipeline von Kanada in die USA ist zum Symbol für alles Böse in der Klimadebatte geworden. Nun nahm das Milliarden-Projekt eine wichtige Hürde.

Grosse Abschnitte der Keystone XL sind bereits realisiert: Bauarbeiten in Texas. (Archivbild)

Grosse Abschnitte der Keystone XL sind bereits realisiert: Bauarbeiten in Texas. (Archivbild) Bild: Keystone

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Die umstrittene Öl-Pipeline-Projekt in Kanada und den USA hat eine wichtige Hürde genommen. In einem gestern veröffentlichten Bericht äusserte das US-Aussenministerium mit Blick auf mögliche Gefahren für die Umwelt keine grösseren Einwände gegen die geplante Keystone XL, die mehr als 1900 Kilometer lang sein und sieben Milliarden Dollar kosten soll. Der Report spricht sich jedoch noch nicht für eine Zustimmung Washingtons zu dem Projekt aus.

Die Keystone XL ist zu einem Symbol der politischen Debatte über den Klimawandel geworden. Der Bericht des State Department versetzt den Hoffnungen von Umweltschützern einen Schlag, wonach Präsident Barack Obama das Pipeline-Projekt blockieren könnte. Gegner des Projekts sagen, die Pipeline würde «schmutziges Öl» transportieren, das zu globaler Erwärmung beitrage, zudem zeigen sie sich angesichts möglicher Ölkatastrophen besorgt.

Ein wirtschaftlicher Segen für Kanada

Die Pipeline würde im Falle einer Umsetzung Öl aus Teersand im Westen Kanadas in den US-Staat Nebraska transportieren, wo sie an bereits existierende Ölleitungen anschliessen würde, um Raffinerien an der Golfküste von Texas täglich mit mehr als 800'000 Barrel Erdöl zu beliefern. Das Projekt ist für Kanada wichtig; das Land ist bei seinen Energie-Exporten zu 97 Prozent auf die USA angewiesen.

Mitglieder der Republikaner und einige Öl und Gas produzierende Staaten in den USA waren erfreut über den jüngsten Bericht. Gewerkschaften haben Obama aufgefordert, der Pipeline zuzustimmen, um dadurch tausende Jobs zu schaffen und auf dem Weg zu einer Energie-Unabhängigkeit Nordamerikas voranzuschreiten.

Noch keine Zustimmung aus dem Weissen Haus

Das Weisse Haus erklärte, der Bericht des Aussenministeriums sei noch nicht der endgültige Schritt. So soll eine Entscheidung über eine Zustimmung der USA zu dem Projekt erst fallen, nachdem verschiedene US-Behörden und die Öffentlichkeit die Gelegenheit hatten, den Report und weiteres Datenmaterial abzuwägen, wie ein Sprecher des Weissen Hauses, Matt Lehrich, erklärte. «Der Präsident hat deutlich erklärt, dass das Projekt nur im nationalen Interesse sein wird, wenn es nicht das Problem der Kohlendioxidverschmutzung erheblich verschlimmert», sagte er.

Das US-Aussenministerium muss dem Pipeline-Vorhaben zustimmen, weil die Ölleitung aus Kanada die US-Grenze überquert. Nach dem nun vorgelegten Bericht haben andere Behörden 90 Tage Zeit, um sich dazu zu äussern, bevor Aussenminister John Kerry gegenüber Obama eine Erklärung abgibt, ob das Projekt im nationalen Interesse der USA sei. Eine endgültige Entscheidung dazu wird nicht vor dem Sommer erwartet.

(mrs/sda)

Erstellt: 01.02.2014, 11:14 Uhr

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