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Amerikas neue Superbombe
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 23.11.2011 137 Kommentare
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Nach Angaben der US-Luftwaffe hat Boeing mit der Auslieferung der mächtigsten konventionellen Bombe begonnen, die jemals konstruiert und erbaut wurde. Insgesamt hat die Luftwaffe bei Boeing 20 der 14 Tonnen schweren Massive Ordnance Penetrator (MOP) bestellt, die gehärtete Untergrundziele wie etwa Bunker oder geheime Produktionsstätten bis in eine Tiefe von 60 Metern erreichen kann, ehe der Sprengkopf mit einem Gewicht von 2,4 Tonnen explodiert. Die Bombe ist 6,2 Meter lang, ihr Durchmesser beträgt 0,8 Meter.
Der Flugzeugbauer Northrop Grumman modifiziert derzeit die Bombenschächte einer nicht bekannten Zahl von B-2-Bombern, die jeweils zwei der GPS-gesteuerten Bomben abwerfen können. Oberstleutnant Melinda Morgan, eine Pentagonsprecherin, teilte in einer Erklärung mit, MOP sei entwickelt worden, «um die Massenvernichtungswaffen unserer Feinde zu erreichen und zu zerstören». US-Experten zufolge dürfte der Zeitpunkt der Bekanntmachung in der vergangenen Woche kaum ein Zufall sein: Zuvor hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien in einem neuen Bericht den Verdacht geäussert, der Iran entwickle nukleare Waffen.
An Bin Ladens Berghöhle die Zähne ausgebissen
Da sowohl der Iran als auch Nordkorea die Erforschung und Entwicklung nuklearer Technologien in gehärteten Bunkern betreiben, würde sich die Superbombe als Alternative zu taktischen Nuklearsprengköpfen anbieten – die Hemmschwelle für ihren Einsatz wäre deutlich geringer. Bereits 2009, als die MOP-Entwicklung mit eigens vom Kongress bewilligten zusätzlichen Geldern beschleunigt wurde, sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell, «die USA befänden sich in einer Welt, in der es Leute gibt, die insgeheim Massenvernichtungswaffen bauen».
Anstoss zur Entwicklung der Bombe waren amerikanische Erfahrungen in Afghanistan und im Irak: Osama Bin Laden verbarg sich in Berghöhlen, die mit herkömmlicher Munition nicht zerstört werden konnten. Überdies stellte die US-Luftwaffe nach dem Einmarsch im Irak fest, dass manche Tunnel Saddam Husseins trotz amerikanischer Bombardements keine schweren Schäden aufwiesen. Bereits 2004 empfahl daher ein wissenschaftlicher Beirat des Pentagons die Entwicklung einer Superbombe, die auch stärkste Betonbunker durchdringen könnte.
Die geheimen Projekte in Phantom Works in St. Louis
Die Waffe wurde erstmals 2007 auf dem Raketentestgelände White Sands im Staat New Mexico getestet und wird in Boeings Phantom Works in St. Louis gebaut, wo der Flugzeug- und Waffenhersteller geheime Projekte entwickelt. Anfang November erklärte Brigadegeneral Scott Vander Hamm, der Kommandeur der B-2-Bombergruppe auf dem Stützpunkt Whiteman im Staat Missouri, gegenüber der Zeitschrift «Air Force Magazin», es existiere «keine andere Waffe für harte und tief verbunkerte Ziele». MOP sei für spezifische Ziele gedacht, «wo Feinde Dinge lagern, welche der US-Präsident als Bedrohung sieht», so der Brigadier weiter. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 315 Millionen Dollar geschätzt. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.11.2011, 11:41 Uhr
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137 Kommentare
Ja ja, die bösen Amis... Die würden besser kein Geld mehr für die Verteidigung ausgeben, wie wir schlauen Europäer. Und wenn dann in der Nachbarschaft mal wieder ein Monster heranwächst, dann können wir wieder losjammern und die dummen Amis um Hilfe bitten. Der Iran ist für uns ja auch erst dann eine Bedrohung, wenn die Bombe fertig ist - und das haben wir dann natürlich nicht voraussehen können.. Antworten
Da geht eine Nation heillos zerstritten vor die Hunde und was die wirklich kümmert, sind Superbomben. Ist es die Arroganz der Macht, einfach nur Beschränktheit, ein Eingeständnis der Unfähigkeit, die wirklichen Probleme zu lösen oder das letzte Muskelspiel einer einstigen Supermacht, die jeden Realitätssinn verloren hat? Wahrscheinlich alles. Mir tun deren Bürger leid, denen solches angetan wird. Antworten
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