Ausland

Bernanke darf bleiben

Aktualisiert am 28.01.2010

Der Senat hat den Chef der amerikanischen Notenbank für eine zweite Amtszeit wiedergewählt – mit dem knappsten Ergebnis der amerikanischen Geschichte.

70 Prozent waren für ihn: Ben Bernanke ist wiedergewählt.

70 Prozent waren für ihn: Ben Bernanke ist wiedergewählt. (Bild: Reuters)

Stichworte

Der in die Kritik geratenen Chef der US-Notenbank Ben Bernanke ist am Donnerstag für eine zweite Amtszeit bestätigt worden. Bernanke wurde im Senat mit 70 zu 30 Stimmen wiedergewählt. Das ist das knappste Ergebnis, das ein Kandidat für den Fed-Vorsitz je erzielt hat.

Kritiker warfen Bernanke vor, er habe in der Finanzkrise mit seinen Stabilisierungsmassnahmen überzogen. Bernankes Befürworter argumentieren dagegen, ohne ihn wäre es noch viel schlimmer gekommen. Ungewöhnliche Situationen verlangten auch ungewöhnliche Mittel, sagte der Fed-Chef selbst dazu unlängst.

Leitzins auf nahezu Null gesetzt

Der damalige US-Präsident George W. Bush hatte Bernanke im Jahr 2006 als Nachfolger von Alan Greenspan an die Spitze der Federal Reserve geholt, Amtsinhaber Barack Obama nominierte ihn für eine zweite Amtszeit.

In der aktuellen Situation hatte der 56-Jährige aus der Weltwirtschaftskrise der 1930er seine Schlüsse gezogen und eine Reihe neuartiger und wagemutiger Programme aufgelegt, um der Kreditklemme entgegenzuwirken und die Darlehensvergabe anzustossen. Er stimmte die Rettungsaktionen mit den Zentralbanken in Übersee ab und setzte den Leitzins in den USA auf nahezu Null.

Zusammen mit dem 787 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket tut dies schliesslich dazu bei, dass die US-Wirtschaft allmählich auf dem Weg der Besserung ist. Dennoch dürfte die Arbeitslosenquote in den USA noch weiter ansteigen, Fachleute sehen ausserdem die Gefahr einer neuen Spekulationsblase.

Das Fed soll überwacht werden

Der Öffentlichkeit besonders sauer stiess das Rettungspaket für die Wall Street auf, während die Normalbürger die Krise zu spüren bekamen. Milliardensummen für Finanzkonzerne, die unverdrossen immense Boni auszahlten, brachten die Volksseele zum Kochen. Und sie verstärkten Befürchtungen, dass die Massnahmen der Fed zu weiteren waghalsigen Spekulationen anstacheln könnten.

Als Reaktion darauf wollen einige Abgeordnete der Fed nicht nur Beschränkungen auferlegen, sondern sie auch strenger überprüfen lassen. Bernanke allerdings verwahrt sich gegen politische Einflussnahme und pocht auf die Unabhängigkeit der Notenbank in der Zinspolitik. (oku/ddp)

Erstellt: 28.01.2010, 22:45 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Dachdecker o.F. Bellini Personal AG, AG

Mitarbeiter/in Küche (50%) Manor AG, Solothurn

Pflegehelfer/innen SRK für unseren Stellenpool TERTIANUM AG Residenz Zollikerberg, Zollikerberg


Studienberaterin gibt Tipps

Wie man ein Fernstudium erfolgreich meistert

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Jobsuche

Jobs, in die man sofort wechseln will!