Blackwater und seine 31 Töchter

Aktualisiert am 04.09.2010

Blackwater hat nach Informationen der «New York Times» 31 Firmen gegründet. Mehrere davon waren in Steueroasen angesiedelt. Unter neuen Namen hatte die US-Söldnerfirma Grosses vor.

In tödlicher Mission: Blackwater-Söldner im Irak, 4. April 2004.

In tödlicher Mission: Blackwater-Söldner im Irak, 4. April 2004.
Bild: Keystone

Mit den neuen Namen wollte die US-Söldnerfirma Blackwater Aufträge der US-Streitkräfte und -Geheimdienste zu erhalten. Das habe gemäss der «New York Times» der Streitkräfteausschuss des Senats ermittelt. An der Firma klebt ein blutiges Image. Blackwater hat sich in XE Services umbenannt, nachdem das Unternehmen wegen der Erschiessung von 17 Zivilisten in Bagdad 2007 in die Kritik geraten war.

Das US-Aussenministerium hatte damals Blackwater Aufträge zum Schutz von Mitarbeitern und Konvois im Irak entzogen. Mindestens drei Blackwater-Töchter hätten vom Geheimdienst CIA Aufträge erhalten, berichtete die Zeitung weiter.

Der Fall Paravant

Mehrere der Tochterunternehmen seien in Steueroasen angesiedelt, etwa in Barbados. Auf diese Weise habe Blackwater seine Arbeit für die Regierung vor der Öffentlichkeit geheimhalten können, berichteten die ehemaligen Mitarbeiter.

Anscheinend wussten selbst die Auftraggeber nicht immer, mit wem sie es zu tun hatten - das zeigt der Fall Paravant. Die Blackwater-Tochter hatte den Auftrag erhalten, afghanische Soldaten zu trainieren. Sie hätten keine Ahnung gehabt, dass Paravant zu Blackwater gehört, sagten Militärs in diesem Jahr in einer Anhörung vor dem Senat. Die Ermittlungen waren nötig geworden, weil Mitarbeiter der Firma zwei Afghanen erschossen hatten.

Wurden die US-Behörden getäuscht?

Alleine die CIA hat Blackwater und seinen Töchtern seit 2001 Aufträge für 600 Millionen Dollar erteilt. Darunter ist ein neuer Auftrag über 100 Millionen Dollar für Einsätze in Afghanistan.

Der Vorsitzende des Senatsausschusses, der Demokrat Carl Levin, rief das Justizministerium auf, zu untersuchen, ob Blackwater mit dem Auftritt unter Dutzenden Namen die US-Behörden bei Aufträgen getäuscht habe. Blackwater war auch wegen illegalen Waffenexports im Visier der Behörden. (bru/sda)

Erstellt: 04.09.2010, 18:55 Uhr

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