Castro überrascht

Aktualisiert am 09.09.2010

Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat gegenüber einem US-Journalisten mit dem sozialistischen Modell auf Kuba abgerechnet. Und zudem die Raketenkrise von 1962 selbstkritisch betrachtet und Bedauern gezeigt.

1/13 In alter Frische: Nach langer Krankheit zeigt sich Fidel Castro wieder vermehrt der Öffentlichkeit. Hier in einer Rede zum neuen Schuljahr am 3. September 2010.

   

Bildstrecke

Fidel Castros Kuba

Fidel Castros Kuba
Impressionen von Oscar Alba

Artikel zum Thema

Stichworte

Auf die Frage, ob es sich noch lohne, das kubanische Modell auf andere Länder zu übertragen, habe der 84-Jährige geantwortet: «Das kubanische Modell funktioniert selbst bei uns nicht mehr.» Das schrieb der US-Journalist Jeffrey Goldberg am Mittwoch in seinem Blog auf der Internetseite des US-Magazins «The Atlantic».

Goldberg war von der Regierung zu dem Interview mit Castro nach Havanna eingeladen worden war. Sein Artikel wurde am Dienstag und Mittwoch in zwei Teilen veröffentlicht. Der US-Journalist hatte die Kuba-Kennerin Julia Sweig gebeten, an dem Gespräch mit Castro teilzunehmen, um bei der Analyse der Antworten zu helfen.

Staat ist zu dominant

Sweig sagte, Castro habe mit seiner Äusserung nicht die Revolution zurückgewiesen. «Für mich war es die Feststellung, dass im kubanischen System der Staat eine zu grosse Rolle im Wirtschaftsleben einnimmt», erklärte sie.

Auch seine Haltung während der Raketenkrise von 1962 bedauert er, durch die die Welt an den Rand eines Atomkrieges geraten war. Nach allem, was er erlebt habe und heute wisse, «war es das alles nicht wert», sagte Castro weiter. Der 84-Jährige verwies erneut darauf, dass er auch heute die Gefahr eines Atomkrieges sehe, wenn sich die Fronten im Streit um das iranische Atomprogramm verhärten würden. «Menschen glauben, dass sie sich kontrollieren können, aber (US-Präsident Barack) Obama könnte überreagieren und aus schrittweiser Eskalation könnte ein Atomkrieg werden.»

Raul lockert Marktwirtschaft

Erst vor einem Monat hatte Präsident Raul Castro den Kubanern Lockerungen in Richtung Marktwirtschaft verkündet, um die sieche Wirtschaft anzukurbeln. In einer Rede vor der Nationalversammlung kündigte der Bruder und Nachfolger Fidel Castros an, dass Selbstständige leichter ihr Unternehmen anmelden könnten und dabei auch Arbeitskräfte einstellen dürften.

Mit der Lockerung sollen nach Castros Vorstellungen neue Jobs für etwa eine Millionen Kubaner entstehen, die in den nächsten fünf Jahren ihre Arbeitsplätze in Staatsunternehmen verlieren dürften. Er nannte allerdings keine konkrete Zahlen, wie viele neue Zulassungen für Kleinunternehmer auf den Markt kommen sollten.

Wirtschaftsminister schwächt ab

Wirtschaftsminister Marino Murillo hatte nach der Rede des Präsidenten umgehend betont, es gehe nicht um eine grundlegende Reform des sozialistischen Modells. Der Staat müsse die Kontrolle über die Wirtschaft behalten, zumindest über die wichtigsten Dinge. (jak/sda)

Erstellt: 09.09.2010, 06:51 Uhr

Ausland

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Pflegehelfer/innen SRK für unseren Stellenpool TERTIANUM AG Residenz Zollikerberg, Zollikerberg

Mitarbeiter/in Küche (50%) Manor AG, Solothurn

Produktionsmitarbeiterin Manpower AG, Winterthur

bluebanana.ch