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Chávez droht Honduras mit Militärschlag
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Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat seine Truppen am Sonntag in Alarmbereitschaft versetzt. Er reagierte damit auf Berichte, wonach der venezolanische Botschafter in Honduras von Sicherheitskräften bedrängt worden sei. Entsprechende Angaben hatten zuvor die Behörden in Nicaragua gemacht. Demnach sollen die Botschafter Kubas, Nicaraguas und Venezuelas «entführt» worden sein, als sie zum Besuch in der Residenz der honduranischen Aussenministerin Patricia Rodas gewesen sei.
Rodas selber sei festgenommen worden und mit einem Helikopter womöglich ausser Landes gebracht worden - wie auch Präsident Manuel Zelaya, der nach einem Machtkampf mit Militär und Justiz am Sonntag nach Costa Rica ausgeflogen wurde.
Um die Lage ruhig zu halten, hat der vom Parlament neu ernannte Parlamentspräsident Roberto Micheletti kurz nach seinem Amtsantritt für zwei Tage ein nächtliches Ausgehverbot verhängt. Es sollte am Sonntagabend von 21.00 Uhr bis 06.00 Uhr (Ortszeit) gelten. Micheletti betonte vor Journalisten, er habe sein Amt nicht im Rahmen eines Staatsstreichs übernommen. Als neuen Aussenminister setzte er den früheren UN-Botschafter Enrique Ortez Colindres ein.
Chávez will nicht zuschauen
Chávez ist ein enger Verbündeter Zelayas. Er drohte Honduras mit Militärschlägen, sollte der venezolanische Botschafter getötet oder dessen Sitz von Soldaten gestürmt werden.
Der venezolanische Botschafter sei geschlagen und anschliessend auf der Strasse zurückgelassen worden, sagte Chávez. Sollte nach dem Putsch in Honduras eine neue Regierung vereidigt werden, werde diese gestürzt, fügte er hinzu.
Honduras: Parlament ernennt neuen Präsidenten
Das Parlament von Honduras hat nach der Absetzung von Manuel Zelaya einen neuen Präsidenten ernannt. Der Nationalkongress des mittelamerikanischen Landes bestimmte am Sonntag seinen bisherigen Vorsitzenden Roberto Micheletti zum Staatschef.
Zelaya selber erklärte nach seiner Absetzung durch das Militär aus dem unfreiwilligen Exil in Costa Rica, er bleibe der rechtmässige Staatschef von Honduras. Vor der Presse in San José kündigte er an, am Montag am Gipfel der zentralamerikanischen Staatschefs in Nicaragua teilnehmen zu wollen.
Obama «tief besorgt»
Zelaya rief US-Präsident Barack Obama auf klarzustellen, «ob er hinter dieser Sache steckt». Obama verurteilte fast zeitgleich den Staatsstreich und äusserte sich «tief besorgt» über die Entwicklung in Honduras.
Der US-Präsident rief die Konfliktparteien auf, zu den «demokratischen Normen» und zu rechtstaatlichen Prinzipien zurückzukehren. Bestehende Spannungen und Streits müssen «friedlich auf dem Weg des Dialogs und ohne Einmischung von aussen gelöst werden».
Auch die Europäische Union forderte die sofortige Rückkehr zur verfassungsmässigen Ordnung. Boliviens Staatschef Evo Morales forderte die internationale Gemeinschaft ebenfalls auf, den Putsch zu verurteilen. «Die Zeit der Diktaturen ist vorbei», sagte er. (cpm/sda/ap)
Erstellt: 29.06.2009, 08:49 Uhr
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