Ausland
Das Dilemma des «Kriegspräsidenten»
Aktualisiert am 09.12.2009 8 Kommentare
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Nach dem Entscheid zur Truppenaufstockung in Afghanistan von vergangener Woche kommt die Ehrung für den US-Präsidenten zu einem schwierigen Zeitpunkt. Obama wird sich in seiner Dankesrede in Oslo einerseits als würdiger Preisträger erweisen müssen, andererseits wird er seinen Entscheid zur militärischen Eskalation in Afghanistan nicht verschweigen können. Die Rede wird sich zwangsläufig von jenen Ansprachen unterscheiden, mit denen sich frühere Preisträger wie Mutter Teresa oder der Dalai Lama für die Auszeichnung bedankten.
Obama werde den Friedensnobelpreis in seinem Selbstverständnis als «Kriegspräsident» entgegennehmen, kündigte sein Sprecher an. Der Präsident werde in Oslo ausdrücklich auf die zeitliche Nähe zwischen der Preisverleihung und seinem Entscheid zur Truppenaufstockung eingehen und die Notwendigkeit von Militäreinsätzen zur Erzwingung des Friedens begründen.
Krieg für den Frieden
Obamas Botschaft dürfte also lauten: Der Frieden setzt bisweilen den Krieg voraus. «Das ist nicht das, was das Nobelkomitee erwartet oder gewünscht hat, als es Obama im Oktober den Preis zuerkannte», urteilte der Präsident des Brookings-Instituts in Washington, Strobe Talbott, in einem Beitrag für die «Washington Post».
«Es hört sich vielmehr an wie etwas, das George W. Bush in dem unwahrscheinlichen Fall gesagt hätte, dass er nach der Invasion im Irak nach Oslo gefahren wäre.» Talbott betrachtet Obamas Rede aber als gute Gelegenheit, im Ausland um Vertrauen für die USA und ihren Einsatz zu werben.
Ehrung als Bürde
Seit Bekanntgabe der Ehrung im Oktober verfestigt sich der Eindruck, dass Obama den Preis eher als Bürde empfindet. Das Osloer Nobelkomitee ehrte einen Präsidenten, dessen Gestaltungswille weit über die Grenzen der USA hinausreicht.
Es würdigte den Geist von Dialog, Diplomatie und Entspannung, den Obama immer wieder beschwört. Die Preisverleihung sahen die Komiteemitglieder erklärtermassen als Ermunterung zum weiteren Beschreiten eines friedfertigen Weges.
Zu handfesten aussenpolitischen Erfolgen hat dieser Weg Obama aber noch nicht geführt. Obamas bislang konkretestes aussenpolitisches Ergebnis ist der Entscheid, die Zahl der US- Soldaten in Afghanistan von 34'000 bei seinem Amtsantritt auf etwa 100'000 im kommenden Jahr zu erhöhen.
Überraschter Preisträger
Mit der Zuerkennung des Nobelpreises hat das Komitee in Oslo vor zwei Monaten auch den Preisträger selbst völlig überrascht. Obama drückte es nach der Bekanntgabe so aus: «Um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich es verdient habe.»
Er selbst und seine Mitarbeiter haben die Ehrung seitdem kaum erwähnt. Ein wenig scheint es, als ducke sich Obama vor der Würdigung und den damit verbundenen Erwartungen hinweg.
Daheim in den USA brachte ihm die Auszeichnung keinen politischen Nutzen. Im Gegenteil, vor dem Hintergrund einer zunehmend isolationistischen Stimmung in der durch Wirtschaftskrise und Kriegseinsätze verunsicherten Bevölkerung sorgt Obamas Ehrung im Ausland eher für Argwohn als für Stolz.
Willkommene Zeitverschiebung
In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des New Yorker Quinnipiac-Instituts gaben 61 Prozent der Befragten an, Obama habe den Preis nicht verdient. Nur 21 Prozent sahen die Würdigung als gerechtfertigt an.
«Wahrscheinlich ist es für Obama gut, dass es eine grosse Zeitverschiebung zu Norwegen gibt», sagt Quinnipiac-Vizedirektor Peter Brown. «Das bedeutet, dass die meisten Amerikaner während der Preisverleihung noch schlafen und die Medien wohl weniger darüber berichten.» (sam/sda)
Erstellt: 09.12.2009, 11:52 Uhr
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8 Kommentare
Die einzige Strategie dieses Herrn für die versprochenen fünf Millionen neuen Arbeitsplätze zu sorgen, besteht darin, noch mehr Militär zu schicken (was nicht falsch sein muss) und damit die grösste Industrie der USA, die Rüstungsindustrie zu fördern. In seiner Regierungszeit verlor die USA ca. 8 Mio. Arbreitsplätze. Die AL-Quote liegt jetzt bei 20%, richtig gerechnet. Antworten
Hmmm. Wieso hat Barack Obama den Friedensnobelpreis überhaupt angenommen? Wenn er wirklich ein Grosser der Weltgeschichte sein möchte, dann hätte er den Preis zurückweisen müssen und dem Komitee erklären, dass er den Preis noch nicht verdient hat! "Wenn ihr wollt könnt ihr ihn mir später geben, wenn ich wirklich Frieden gestiftet habe!" :-) Antworten









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