Ausland

Der Schweizer an Romneys Seite

Von Jean-Cosme Delaloye, «Tribune de Genève». Aktualisiert am 27.02.2013

Senator Rob Portman wird als Romneys Vize gehandelt. Der Republikaner hat Schweizer Wurzeln und gilt als äusserst konservativ. Ein Porträt.

1/5 Mitt Romney und Rob Portman in Charleston, South Carolina (Januar 2012): Rob Portman ist Senator des US-Bundesstaats Ohio und wird als Romneys Vize gehandelt.
Bild: Keystone

   

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Schweizer Wurzeln

Rob Portman ist gemäss dem «Grenchner Tagblatt» Ururenkel eines gewissen Urs Viktor Portmann, der 1867 samt Familie nach Amerika ausgewandert war. Als 20-Jähriger habe Rob Portman erstmals seine Schweizer Wurzeln gesucht und Herbetswil im Kanton Solothurn einen Besuch abgestattet. 2002 erfolgte ein zweiter Besuch, diesmal zusammen mit Frau Jane und den Kindern Jed, Will und Sally.

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Während der Vorwahlen der Republikaner hatte er sich diskret zurückgehalten, seit einigen Wochen macht der Senator mit den Solothurner Wurzeln nun vermehrt auf sich aufmerksam: Robert «Rob» Portman zeigt sich immer häufiger an der Seite des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney.

Auf Tournee mit dem Präsidentschaftskandidaten

Der Senator aus dem US-Bundesstaat Ohio begleitete Mitt Romney bei seiner Bus-Tournee durch Ohio, und war letzte Woche mit dem republikanischen Kandidaten in New Hampshire, wo Barack Obama seinen Urlaub verbrachte. Dort traf sich Portman mit Wahlkampfmanagerin Beth Myers, die die Suche nach einem geeigneten Vize für Mitt Romney überwacht.

Rob Portmans Beliebtheit stieg in den letzten Wochen rapide an. Susan Burgess, Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Ohio, erklärt: «Portman ist kein speziell charismatischer Politiker, wird aber als sehr konservativ eingestuft», und ergänzt: «Das ist ein wichtiger Faktor für Mitt Romney, den viele Republikaner für zu moderat halten.»

Verfechter einer «aggressiven Energiepolitik»

2008 hatte Rob Portman gegenüber «Tribune de Genève» bereits erklärt, er sei ein Verfechter einer «aggressiven Energiepolitik», und meinte damit neue Ölbohrungen an der US-Küste, den Ausbau der Kernenergie sowie «saubere» Kohlekraftwerke. Portman, der unter George W. Bush als Direktor des Büros für Management und Budget amtierte, hatte damals auch erklärt, Barack Obama sei «eine Gefahr» für die amerikanische Wirtschaft.

Portman war bereits vor vier Jahren als Vize des Präsidentschaftskandidaten John McCain gehandelt worden, bevor der sich für Sarah Palin entschied. «Mitt Romney ist sehr vorsichtig und will keinen unkontrollierbaren Mitstreiter, so wie Sarah Palin es für McCain war», erklärt Burgess. «Palin hatte bei den Konservativen zwar Begeisterung ausgelöst, kam bei den Zentristen aber nicht an. In Ohio könnte Portman Romney zum Sieg verhelfen, was bereits ein grosser Schritt wäre», ergänzt die Professorin.

Die Schlacht um das Weisse Haus könnte sich im November tatsächlich in ein paar wenigen «Key States» wie Florida oder Ohio entscheiden. In Ohio, wo die Konservativen noch immer Joe Wurzelbacher als «Joe den Klempner» in den Kongress einziehen sehen wollen, liegt Barack Obama zurzeit nur leicht vor Mitt Romney. Wurzelbacher hatte bereits 2008 gegen Barack Obama Stimmung gemacht und wurde mit dem Übernamen «Joe der Klempner» zum Star der populistischen Ecke der Republikaner.

«Stolz» auf Schweizer Wurzeln

Der 56-jährige Rob Portman ist zwar weit entfernt vom Image des «Klempners», geniesst aber bei den republikanischen Parteieliten grosse Beliebtheit. Er steht George Bush Senior sehr nahe, hatte 1989 in dessen Umfeld seine politische Karriere gestartet. Unter George W. Bush wurde Portman 2005 Handelsvertreter der USA, bevor er ein Jahr später zum Direktor des Büros für Management und Budget ernannt wurde. Im Kongress vertrat Portman während zwölf Jahren den Wahlbezirk um Cincinnati, 2010 wurde er in den Senat gewählt.

Auf seine Schweizer Wurzeln ist der Republikaner sehr stolz. 2003 lancierte er mit der Demokratin Tammy Baldwin die Parlamentsfraktion der «Freunde der Schweiz», welche «Robby Bobby», wie George W. Bush Portman gerne nannte, noch immer leitet. Bei einem offiziellen Besuch in Genf 2005 machte Portman seinen «Stolz» kund und erklärte: «Die Schweiz hat einen speziellen Platz in meinem Herzen. Es ist schön, hier zu sein.»

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2012, 10:39 Uhr

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