Die Folterärzte vom CIA: Notfalls Luftröhrenschnitt

Von Martin Kilian. Aktualisiert am 20.04.2009 69 Kommentare

Bei den Misshandlungen von Terrorverdächtigen in amerikanischem Gewahrsam zur Zeit der Regierung Bush waren Ärzte gegenwärtig. Sie sollen nicht nur überwacht, sondern bei der Folter auch geholfen haben.

«Waterboarding»: Freiwillige simulieren im November 2007 die brutale Verhörtechnik, bei einer Demonstration vor dem Justizdepartement in Washington.

«Waterboarding»: Freiwillige simulieren im November 2007 die brutale Verhörtechnik, bei einer Demonstration vor dem Justizdepartement in Washington.
Bild: Keystone

Die von Präsident Obama vergangenen Donnerstag freigegebenen vier Memoranden des Justizministeriums, in denen die sogenannten «erweiterten Verhörmethoden» sanktioniert wurden, enthalten mehrfach Hinweise auf die Rolle von Angehörigen des «Office of Medical Services» (OMS), so die Bezeichnung des medizinischen Dienstes der CIA.

Zwar sollte das medizinische Personal gewährleisten, dass die Verhöre nicht zu weit gingen und den Verhörten irreparable Schäden zugefügt werden, doch überprüften Angehörige des OMS auch die Wirksamkeit der Methoden und werteten deren Ergebnisse aus – was nach Ansicht amerikanischer Kritiker als Verstoss gegen das Verbot medizinischer Forschung an Gefangenen gedeutet werden könnte. So bezeichnete OMS etwa die Verwahrung von Häftlingen auf engstem Raum als «nicht sonderlich effektiv», da dies «ein Rückzugsgebiet von den Vernehmungen» biete.

Jedes simulierte Ertrinken «dokumentieren»

Beim simulierten Ertrinken, das immer die Anwesenheit eines Arztes sowie eines Psychologen erforderte, wurde der Häftling «beobachtet, um zu gewährleisten, dass er keine Atembeschwerden entwickelt. Kann der Häftling nicht mehr frei atmen, nachdem die Textilien von seinem Gesicht entfernt worden sind, wird er unverzüglich in eine vertikale Position gebracht, um Wasser aus Mund, Nase und Nasenrachenraum zu entfernen», so die Empfehlung. Falls die Atmung wegen Erbrechen oder Spasmen ausblieb, sollte der anwesende Arzt notfalls einen Luftröhrenschnitt vornehmen.

Weiter heisst es in einem der Memoranden, jedes simulierte Ertrinken müsse «umfassend dokumentiert» werden, «um künftige medizinische Beurteilungen und Empfehlungen zu leiten». Unter anderem sollte festgehalten werde, wie viel Wasser verwendet wurde, wie lange die Prozedur dauerte «und wie das Subjekt zwischen den Behandlungen aussah». Laut dem Memorandum vom Mai 2005 war 9/11-Organisator Khaled Scheich Mohammed in einem einzigen Monat 183-mal simuliertem Ertrinken unterzogen worden.

Erst im Dezember 2004, mehr als zwei Jahre nach dem Beginn der «erweiterten Verhöre», erliess OMS in einem noch immer geheimen Dokument Richtlinien für die Teilnahme von Ärzten und Psychologen. Der amerikanische Ärzteverband AMA hat die Mitarbeit von medizinischem Personal an den Verhören bereits früher verurteilt, jedoch bislang keine Sanktionen gegen teilnehmende CIA-Ärzte verlangt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.04.2009, 08:42 Uhr

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69 Kommentare

Tom Meier

20.04.2009, 13:05 Uhr
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Wenn ich von den natürlich ganz klar bewiesenen Verschwörungstheorien à La CIA lese, dann wird mir schon ein wenig übel! Die NASA war ja gemäss diversen Exponenten auch nie auf dem Mond! Muss ich jetzt mit so Typen wie Chalid Bedauern haben, obwohl sie Tod und Unglück über mehr als 3000 Opfer gebracht haben? Folter gehört verboten, aber Statements wie von @Wirz auch! Antworten


Carmen Paulettes

20.04.2009, 08:54 Uhr
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Dank US-Präsident Barack Obama Straffreiheit für Folterverhöre und da wollen mir die Obamaverehrer doch tatsächlich weiss machen, dass sich die USA geändert haben. ??? Nichts aber auch gar nichts hat sich geändert. Nur weil man der Hydra den Kopf abgeschlagen hat und der neue sein Marketing besser besteht ist und bleibt die USA die Achse des Bösen. Antworten



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