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Die hungernden Familien der US-Soldaten
Aktualisiert am 24.11.2011 56 Kommentare
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Die Hiobsbotschaft kam am Mittwoch: Die Superkommission aus Republikanern und Demokraten konnte sich nicht auf einen Sparkurs für die Vereinigten Staaten einigen. Damit steht der US-Armee in den nächsten Jahren ein harter Sparkurs bevor, in dessen Zug vermutlich auch die Zahl der Soldaten stark reduziert werden muss.
Diese Aussichten dürften für so manche Soldatenfamilie wie ein Schlag ins Gesicht sein, denn bereits heute ist der Alltag für viele Angehörige von Armee-Angestellten alles andere als einfach. Wie die «Washington Post» berichtet, hat die Anzahl jener Soldatenfamilien, welche auf Essensspenden von gemeinnützigen Organisationen angewiesen sind, seit Beginn der Wirtschaftskrise sprunghaft zugenommen.
Soldatenfrauen stehen fürs Essen Schlange
Die United Service Organization (USO) hat auf den Militärbasen Fort Meade und Fort Belvoir Ausgabestationen für Nahrungsmittel eingerichtet. Auf kleineren Stützpunkten sind mobile Versorgungsposten geplant. Die wohltätige Organisation hat allein im Raum Washington zu Thanksgiving an 1400 Familien Geschenk-Truthähne verschickt; vor der Finanzkrise waren es jeweils 150. Zwar sind die Löhne für Soldaten so hoch wie noch nie – ein Armee-Angehöriger verdient 42 Prozent mehr als noch vor 11 Jahren. Doch aufgrund der Rezession ist die Arbeitslosigkeit unter den Soldatenpartnern- und Partnerinnen überdurchschnittlich gestiegen – mit 26 Prozent liegt sie mehr als doppelt so hoch wie das Staatsmittel.
Partner von Armee-Angehörigen, die auf Stützpunkten stundenlang vor der Lebensmittelausgabe Schlange stehen, sind keine Seltenheit mehr. Dies bestätigt auch die Organisation Capital Area Food Bank gegenüber der «Washington Post». Dort entschied man sich, Armeefamilien zu unterstützen, nachdem sich immer mehr verzweifelte Soldaten auf der Hunger-Hotline gemeldet hatten. Auf Fort Belvoir allein werden zurzeit 3500 Tonnen frische Lebensmittel an 300 Familien verteilt.
Wochenlang von Fertignudeln ernährt
Dass es sich nicht um eine regionale Problematik handelt, zeigen Zahlen aus anderen Bundesstaaten. Jennifer Cernoch, Chefin der Organisation Operation Homefront, schätzt, dass sich die Zahl der Soldatenfamilien, welche auf Unterstützung angewiesen sind, in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt hat.
Die Dunkelziffer könnte sogar noch höher sein, so Cernoch. Von Armut betroffen sind nämlich nicht nur die Familien von Soldaten, sondern auch viele Veteranen. Diese fänden nach ihren Einsätzen oft keine Stelle mehr. Gleichzeitig schämten sie sich aber, um Hilfe bitten zu müssen. Entweder wollen sie keine Bürde für die Gesellschaft sein oder stecken in der Überlebensmentalität ihres Einheitsgeistes fest. Auf die Frage, wie es denn gehe, hätten ihr Ex-Soldaten schon gesagt, es sei alles in Ordnung. Wenig später habe sie von den Kindern dann erfahren, dass seit Wochen nur Fertignudeln auf den Tisch kämen.
Fast 50 Millionen arme Menschen
Die Soldaten verdienen je nach Grad zwischen 22'000 und 29'000 US-Dollar im Jahr. In vielen Fällen muss das Geld für den Ehepartner und zwei oder mehr Kinder reichen. Laut der «New York Times» liegt die Armutsgrenze derzeit bei einem Lohn von 24'000 Dollar für eine vierköpfige Familie. In den Vereinigten Staaten gelten demnach 49 Millionen Menschen als arm. Weitere 50 Millionen halten sich nur knapp über dieser Grenze. Wird die US-Armee in den kommenden Jahren von der Entlassungswelle getroffen, wie sie von manchen Experten vorhergesagt wird, dürften diese Zahlen stark wachsen. (kpn)
Erstellt: 24.11.2011, 22:30 Uhr
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56 Kommentare
Sie schicken ihre jungen Menschen und Bürger in sinnlose Kriege und haben dann nicht einmal den Anstand und die Grösse, deren Familie zu ernähren. Das ist menschenverachtend. Hauptsache, für noch einmal sinnlose Bunkerbomben bleibt Geld übrig. Was für ein Land ist das? Antworten
Offensichtlich sind im Land der "unbegrenzten Möglichkeiten" diese Möglichkeiten nicht nur nach oben, sondern auch nach unten unbegrenzt. Die Zahl derer, die es nach unten schaffen, ist massiv höher als die jener, die es nach oben schaffen! Himmeltraurige Zustände. Der "amerikanische Albtraum"! Antworten
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