Ausland
Erster Guantánamo-Häftling in den USA eingetroffen
Häftling aus berüchtigten Lager: Ghailani auf einem undatierten Foto des FBI. (Bild: Reuters)
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Der Tansanier Ahmed Ghailani erklärte sich beim ersten Haftprüfungstermin vor einem zivilen Bundesgericht in New York für nicht schuldig. Der Mann ist wegen der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenya und Tansania angeklagt, denen 1998 insgesamt 224 zum Opfer fielen, darunter zwölf Amerikaner.
Ghailani, der am frühen Dienstagmorgen in New York eintraf, hat laut seinem Anwalt inzwischen entschieden, diesen Pflichtverteidiger aus dem Militärverfahren in Guantánamo beizubehalten. Oberst Jeffrey Colwell sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe seit vergangenem August ein gutes Verhältnis zu seinem Mandanten aufgebaut. Er werde in Kürze nach New York reisen, um die Verteidigung vor dem zivilen Strafgericht vorzubereiten.
Widerstand gegen das Verfahren
Die Verlegung Ghailanis in die USA markiert einen wichtigen Testfall für das Versprechen von US-Präsident Barack Obama, das Gefangenenlager auf Kuba bis kommenden Januar zu schliessen. Politiker in den USA haben sich bislang alle gegen die Unterbringung der Häftlinge in ihren jeweiligen Wahlkreisen gewehrt. Der Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, John Boehner, sprach von einem «ersten Schritt im Plan der Demokraten, den Terrorismus nach Amerika zu importieren».
Palau soll Uiguren aufnehmen
Ghailani wurde 2004 in Pakistan gefangengenommen und zwei Jahre später nach Guantanamo überstellt. Ihm wird vorgeworfen, beim Bau des Sprengsatzes für die US-Botschaft in Daressalam geholfen und das Material dafür angeliefert zu haben. Er selbst macht geltend, er habe nicht gewusst, dass der von ihm transportierte Sprengstoff für einen Anschlag genutzt werden sollte. Vor dem New Yorker Bundesgericht sind schon vier weitere Männer wegen der Anschläge auf die Botschaftsgebäude zur Rechenschaft gezogen und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Unterdessen bemühen sich die USA weiter darum, auch andere Länder für die Aufnahme von Guantánamo-Häftlingen zu gewinnen. Unter anderem wurde der kleine Inselstaat Palau im Pazifik gebeten, eine Gruppe chinesischer Muslime aufzunehmen, wie die Nachrichtenagentur AP von Gewährsleuten in Washington erfuhr. Ein US-Richter hat die Freilassung der insgesamt 17 Uiguren verfügt. Dagegen gab es jedoch Einspruch, weil ihr künftiger Aufenthaltsort nicht geklärt werden konnte. (raa/ap)
Erstellt: 10.06.2009, 09:29 Uhr
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