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FBI ermittelt gegen Insider-Netz an der Wallstreet

Von Monica Fahmy. Aktualisiert am 22.11.2010 13 Kommentare

Die US-Justiz ist einem gigantischen Netzwerk von Insidern auf der Spur. Involviert seien Mitarbeiter der meisten grossen Wallstreet-Banken. Auch der Name UBS steht auf der Liste.

1/6 Raj Rajaratnam nach dem Schuldspruch am 11. Mai in Manhattan.

   

Die US-Bundespolizei FBI, die Börsenaufsicht SEC und die Staatsanwaltschaft schliessen dieser Tage dreijährige Ermittlungen über Insiderhandel an der New Yorker Wallstreet ab. Wie das «Wall Street Journal» berichtet, bereiten die Behörden Anklagen gegen etliche Berater, Investmentbanker, Hedgefonds-Händler und Analysten vor.

Die Ermittlungen seien die umfassendsten, die es wegen Insiderhandels in den USA je gegeben habe. Weitverzweigte Insidernetzwerke hätten illegale Millionengewinne eingesteckt. Einige der Verdächtigen könnten noch dieses Jahr angeklagt werden, so das «Wall Street Journal».

UBS auch auf der Liste der Ermittler

Untersucht wird etwa, ob Mitarbeiter der Investmentbank Goldman Sachs Informationen über bevorstehende Fusionen im Gesundheitssektor weitergegeben haben. Zu den Verdächtigen gehören Mitarbeiter von fast allen grossen Wallstreet-Banken. So wurden auch die UBS Financial Services und die Deutsche Bank vorgeladen, Auskunft zu geben, was für Informationen bei bestimmten Deals geflossen seien. Auf Anfragen von baz.ch/Newsnet hat sich die UBS bisher nicht zu den Untersuchungen geäussert.

Im Fokus der US-Ermittler sind auch unabhängige Analysten und Research-Boutiquen. Dem «Wall Street Journal» liegt ein E-Mail von John Kinnuan vor, einem Vorgesetzten einer solchen Recherche-Firma. Das E-Mail sandte er am 26. Oktober an rund zwanzig Hedge- und Anlagefonds-Kunden: «Heute tauchten zwei jugendliche eifrige Biber des FBI unangemeldet bei mir auf in der ernsthaften Überzeugung, dass meine Kunden mit vertraulichen Insiderinformationen gehandelt haben.»

Insider-Kultur an der Wallstreet

Amerikanische Medien zitieren Personen aus Ermittlerkreisen, wonach in den US-Finanzmärkten eine durchdringende Kultur des Insiderhandels aufgedeckt worden sei, die neue Wege beinhalte, wie Unternehmensberater vertrauliche Informationen den Händlern weitergeben.

Auslöser der Ermittlungen war das Verfahren gegen einen Insider-Ring um den Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam. Etliche seiner Mitarbeiter haben gestanden und dem FBI Einblicke in die Insider-Kultur an der Wallstreet gewährt. Für den für Manhattan zuständigen Staatsanwalt Preet Bharara sind die Insider-Ermittlungen eine «Top-Priorität». Er schreckt auch nicht davor zurück, systematisch die Telefone von Wallstreet-Mitarbeitern abzuhören.

UBS-Mann hat Insider-Tipps gegeben

Laut ABC News seien die US-Behörden noch unschlüssig, ob sie zusätzlich zu den laufenden Untersuchungen die Ermittlungen gegen etliche Personen im Fall um Raj Rajaratnam weiterverfolgen sollen. Ebenso unklar sei, wie es in einem Insider-Fall, in den ein ehemaliger UBS-Banker involviert sei, weitergehe.

Nicos Stephanou, ein ehemaliger UBS-Mann, ist ein Kronzeuge der US-Regierung. Er hat gestanden, mehreren Personen Insider-Tipps gegeben zu haben, und er kooperiert nun mit den Behörden, wohl um Strafmilderung zu erhalten. Das Urteil in seinem Fall wird Ende Dezember erwartet. Auch zu Stephanou hat sich die UBS gegenüber baz.ch/Newsnet noch nicht geäussert. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.11.2010, 14:13 Uhr

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13 Kommentare

Rolf Meierhans

22.11.2010, 14:28 Uhr
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Ähh,hmm wieso überrascht mich diese Nachricht ganz und gar nicht. Wer noch nicht weiss, dass Betrug à la "front running" etc in den USA ja bereits institutionalisiert ist, glaubt auch noch an den Weihnachtsman.. Antworten


Peter Meyer

22.11.2010, 14:55 Uhr
Melden

Braucht es noch mehr Beweise dass der Normalbürger einfach abgezockt wird? Oder wollen es die Leute immer noch nicht sehen? Ein Schelm, wer denkt, dass es nicht nur in den USA so läuft mit den Insidergeschäften. Antworten



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