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Grosse Empörung: Obama weist Dalai Lama zurück

Aktualisiert am 06.10.2009 40 Kommentare

Als erster US-Präsident seit 1991 hat Barack Obama ein Treffen mit dem spirituellen Oberhaupt der Tibeter abgesagt – zugunsten von China.

Nicht überall willkommen: Der prominente Besucher bei der Ankunft an seinem Hotel in Washington am Montag.

Die Entscheidung fiel offenbar auf Druck von China, wie die britische Zeitung «Telegraph» auf ihrer Webseite berichtet, nach dem Beginn einer Kampagne, mit der China versucht, andere Länder dazu zu bringen, den Dalai Lama künftig zu meiden. Das religiöse Oberhaupt der Tibeter war am Montag in Washington eingetroffen und wird sich diese Woche mit führenden Kongressmitgliedern, Anhängern und prominenten Unterstützern treffen.

Dass der US-Präsident sich einem Gespräch verweigert, liegt laut dem Zeitungsbericht daran, dass er im kommenden Monat nach China reist – zu Gesprächen über schwierige Themen, bei denen er auf den guten Willen in Peking hofft. Unter anderem soll es dabei auch um die Gefahr der Verbreitung von Atomwaffen gehen – mit Blick auf Nordkorea und den Iran, wie die «Washington Post» berichtet hatte.

Versuch einer Verschiebung ohne Erfolg

Im diplomatischen Ringen um eine geschlossene Haltung der wichtigsten Nationen bei diesem Problem hatte das Weisse Haus zuvor versucht, ein Treffen mit dem Dalai Lama zu verschieben – auf die Zeit nach den Gesprächen mit der chinesischen Führung. Doch die Tibeter lehnten monatelang ab, mit der Begründung, das eine Absage es kleineren Nationen noch schwerer machen könnte, dem Druck aus Peking zu widerstehen.

Wie die Zeitung weiter berichtet, schickte Obama schliesslich im September eine Delegation in das indische Exil des Friedensnobelpreisträgers von 1989 – mit der diplomatischen, aber endgültigen Botschaft, dass ein Treffen erst später stattfinden könne.

Vorwurf einer «Appeasement»-Politik

Gleichwohl ist die Empörung gross. Der tibetische Exilpremier Samdhong Rinpoche beschuldigte die Vereinigten Staaten und andere westliche Nationen, gegenüber China eine «Appeasement»-Politik zu betreiben – ein Wort, mit dem auch die nachgiebige Haltung des britischen Premiers Neville Chamberlain gegenüber Hitlers aggressivem Eroberungsdrang bezeichnet wird.

Sophie Richardson, die Asien-Chefin der bekannten Organisation Human Rights Watch kritisierte die Taktik des Weissen Hauses als falsch. «Die Idee, dass es später etwas bringt, am Anfang nett zur Kommunistischen Partei in China zu sein, ist einfach falsch», sagte sie, «wenn man die Latte bei den Menschenrechten tiefer hängt, werden sie sie einfach nach unten schieben.»

Hohe Erwartungen an Obama enttäuscht

Bei der Empörung über Obamas Entscheidung spielt wohl auch die Enttäuschung darüber eine Rolle, dass der Präsident sich früher deutlicher zugunsten der Tibeter geäussert hatte. Wie im April 2008, als er sich Forderungen nach einem Boykott der Olympischen Spiele in Peking anschloss – wegen der blutigen Niederschlagung der Proteste in Tibet. (raa)

Erstellt: 06.10.2009, 11:04 Uhr

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40 Kommentare

Stefan Hostettler

06.10.2009, 11:49 Uhr
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Obama zeigt immer deutlicher sein wahres Gesicht. Angefangen mit dem neuen Führungsgremium für die Weltpolitik (G20), welches neuerdings auf allen Ebenen Entscheidungen für die gesamte Welt trifft, bis hin zu diesem Faux-Pas. Guantanamo-Häftlinge sollen auch die andern Staaten aufnehmen, währenddem sie in den Staaten nicht gedultet werden. Obama ist der Wolf im Schafspelz. Antworten


Kurt Frei

06.10.2009, 10:56 Uhr
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Obama der grosse Ankündiger und Weltverbesserer landet je länger je mehr auf dem Boden der täglichen Politrealität. Die Zivilcourage hat ihn bereits verlassen! Antworten



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