Ausland
Hasta la vista, Noldi?
Von Nina Merli. Aktualisiert am 18.05.2011 6 Kommentare
1973: Arnold Schwarzenegger tritt im «New Dating Game» auf – der amerikanischen Version von «Herzblatt».
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Vom Terminator zum «Sperminator», wie Schwarzeneggeer seit Bekanntgabe seines folgenschweren Seitensprungs mit einer Hausangestellten von US-Bloggern genannt wird, war es ein langer Weg. Muskelprotz Schwarzenegger war schon als Kind sportbegeistert, kickte im Fussballverein, liebte das Schwimmen und übte sich nebenbei im Boxen. Dann als Teenager eröffnete sich ihm ein neues Universum: Arnold entdeckte die Faszination des Gewichthebens. 1968 verschlug es ihn ins Bodybuilder-Mekka Kalifornien, wo er sich voll und ganz dem Leistungssport verschrieb – der Rest ist Geschichte: Mit sieben Mister-Olympia-Titeln und fünf Siegen bei Mister-Universum-Wettbewerben war Schwarzenegger der erfolgreichste Bodybuilder seiner Zeit.
Erfolgreich auf der ganzen Ebene
Doch Noldi hatte weitaus mehr Ambitionen, als nur seinen Körper zu stählen, und wenn man den Werdegang des Österreichers unter die Lupe nimmt, fällt auf, dass ihm eigentlich alles, was er in Angriff nahm, Erfolg brachte. So schrieb er ein Buch über Bodybuilding und wurde Bestsellerautor, oder er erwirtschaftete die erste Dollarmillion mit Fitnessartikeln und Kraftnahrung. Nebenbei erweiterte er seinen Horizont mit Betriebswirtschaftskursen und schloss 1979 mit einem Bachelor of Arts in internationaler Wirtschaftslehre ab. Und während Arnold Schwarzenegger wegen seiner holprigen Kenntnisse der englischen Sprache und seiner ersten mittelmässigen Filmrollen belächelt wurde, baute «the Austrian Oak» – die österreichische Eiche –, wie er als Bodybuilder genannt wurde, fleissig sein florierendes Millionenimperium auf. Dazu gehörten die erfolgreiche Produktionsfirma Oak Productions, verschiedene Immobilien-Holdings, das Restaurant Schatzi on Main in Santa Monica und eine Shopping Mall. Zudem ist er Teilhaber verschiedenster Firmen und sein Aktien-Portfolio enthält von General Electric über Pfizer und Starbucks Coffee alle möglichen geldeinbringenden Wertpapiere. Ein verdammt erfolgreicher Geschäftsmann also.
Einzug in die Upperclass
Dass in der Austrian Oak weit mehr als nur ein körperbesessener Gewichtheber steckte, scheint wohl auch Kennedy-Spross Maria Shriver, blitzgescheite und erfolgreiche Journalistin, gemerkt zu haben, als sie ihn 1977 an einem Charity-Event kennenlernte. Oder gefiel ihr vor allem seine direkte Art? Immerhin, heisst es, habe er ihr an besagtem Event gesagt: «Du hast einen tollen Arsch» – und zwar in Anwesenheit ihrer Mutter, Eunice Kennedy. Vielleicht war es diese Mischung aus roher, einfacher Männlichkeit und ausgeprägtem Geschäftssinn, mit der Schwarzenegger die Tochter aus gutem Haus für sich gewann. Man weiss es nicht. Fest steht, dass sich ihm durch seine Beziehung zu Maria Shriver Türen öffneten, die ihm sonst trotz Geschäftssinn und Millionenvermögen ziemlich sicher verschlossen geblieben wären.
Doch als Mann an Shrivers Seite katapultierte sich das Muskelpaket in die oberste Liga der amerikanischen Upperclass. Und wäre er nicht der Ehemann – die Hochzeit fand 1986 in Hyannisport, dem Familiensitz der Kennedys, statt –, wäre er vielleicht auch nicht Gouverneur von Kalifornien geworden. Reine Spekulation. Doch war es vor allem Maria Shriver, die sein wegen angeblichen Frauenbegrapschens im Vorfeld der Wahlen 2003 angekratztes Image bei ihrer Busenfreundin, der Talkshow-Legende Oprah Winfrey, wieder aufpolierte.
Schluss, aus, Ende und vorbei
Würde Maria Shriver jetzt bei Oprah auf der Couch sitzen, wäre der Ton mit Gewissheit ein anderer. Zwar besuchte Maria Shriver am gestrigen Dienstagabend die pompöse Abschiedsgala im United Center in Chicago zu Ehren Oprahs, die nach 25 Jahren das Ende ihrer gleichnamigen Talkshow feierte, zu Arnold Schwarzenegger gab sie jedoch keinen Kommentar ab. Sehr zum Bedauern der TV-Zuschauer, denn die nach 25 Jahren mit Getöse auseinandergebrochene Traumehe wird zurzeit heftigst diskutiert. Zwar versicherte Arnie letzte Woche, dass «sie an der Zukunft ihrer Beziehung arbeiten» würden, doch diese Arbeit kann er sich jetzt wohl sparen. Jetzt, wo die Nachricht seines inzwischen vierzehnjährigen Sohnes, den er mit seiner Haushälterin Mildred Banea hat, die übrigens zwanzig Jahre lang im Schwarzenegger-Shriver-Haushalt tätig war, die Runde macht.
Im Januar dieses Jahres beendete der inzwischen 63-jährige Ex-Gouverneur seine Politkarriere. Seine Ehe ist futsch, seine Beliebtheit laut US-Umfragen bereits massiv gesunken. Seit seiner Ankunft in Amerika vor über vierzig Jahren surfte der Österreicher auf der Erfolgswelle. Geschäftstüchtig und erfolgsorientiert baute er sich ein Millionenimperium auf, heiratete in eine der mächtigsten Familien Amerikas ein. In Erinnerung bleibt das Bild eines euphorischen, siegessicheren Arnie Schwarzenegger, der rund eine Woche vor seiner Wahl zum Gouverneur vor tosender Menge einen Besen in die Höhe hielt und seinem Publikum versicherte, «damit in Sacramento sauber zu machen». Jetzt ist wohl zunächst einmal Saubermachen in seinem Privatleben angesagt.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.05.2011, 14:45 Uhr
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6 Kommentare
Es ist immer wieder interessant wie sich reiche, berühmte, intelligente oder prominente Männer mit ein paar Fehltritten das Leben ruinieren. Mein Leben hatte auch ein paar Fehler, nicht im Sexualbereich, wo ich mir nachher gedacht habe: "Da wärst du gescheiter ein Bier trinken gegangen". Antworten

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