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«Danke an mein geliebtes Volk!» – Chávez bleibt Präsident

Aktualisiert am 08.10.2012 169 Kommentare

Dieses Jahr musste er sich den Sieg hart erkämpfen: Hugo Chávez gewinnt erneut die Präsidentschaftswahlen in Venezuela. Der Sozialist soll noch bis mindestens 2019 im Amt bleiben.

1/19 «Die Leute singen, tanzen, schwingen Fahnen, aus Lautsprechern dröhnen Wahlkampflieder»: Feiern in Caracas. (8. Oktober 2012)
Bild: Keystone

   

Wahlen in Venezuela: Chávez bleibt. (Video: Reuters )

«Ruhig und transparent»

Eine zur Wahlbeobachtung nach Venezuela eingeladene Schweizer Delegation hat den Urnengang am Montagmorgen als «ruhig und transparent» bezeichnet. Grössere Probleme konnte sie nicht feststellen, wie Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne, GE) der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Die Delegation, der er angehörte, habe 50 Wahllokale im Bundesstaat Barinas, der Heimat des amtierenden Präsidenten Hugo Chávez, überwacht und nichts Ordnungswidriges festgestellt, sagte Hodgers. Auch die anderen Mitglieder der Schweizer Mission hätten in den von ihnen besuchten Regionen keine Mängel gesehen.

Hodgers zeigte sich vom grossen Sicherheitsaufgebot beeindruckt. Die Militärpräsenz sei nachgerade überwältigend gewesen. Berührend sei gewesen, wie viele Wählerinnen und Wähler schon in den frühen Morgenstunden vor den Lokalen angestanden seien. Teilweise hätten sie sich vier bis fünf Stunden lang gedulden müssen.

Die Schweizer Wahlbeobachter-Delegation folgte einer offiziellen Einladung der venezolanischen Wahlbehörde. Sie bildet einen Teil einer Delegation von 200 Persönlichkeiten, welche die Wahlen als Augenzeugen begleiten.

Die Schweizer Abordnung besteht neben Hodgers aus dem Ständerat Luc Recordon (Grüne, VD), der Nationalrätin Ada Marra (SP, VD) sowie ihrem Ratskollegen Mathias Reynard (SP, VS). Mit dabei sind zudem Alt-Nationalrat Franco Cavalli (SP, TI), der ehemalige Schweizer Botschafter in Venezuela, Walter Suter (2003–2007), sowie der freie Journalist Sergio Ferrari. (sda)

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Der Linkspopulist Hugo Chávez kann Venezuela weitere sechs Jahre als Präsident regieren. Der Amtsinhaber erhielt bei der Präsidentschaftswahl gestern gut 54 Prozent der Stimmen, wie die Nationale Wahlkommission am späten Abend (Ortszeit) mitteilte.

Sein Herausforderer Henrique Capriles Radonski war Chávez zwar so dicht auf den Fersen wie noch kein anderer – lag letztendlich aber mit 45 Prozent doch deutlich hinter diesem. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Stimmen kam Chávez den Behörden zufolge auf 54,42 Prozent, Capriles erhielt demnach 44,97 Prozent. Die Stimmauszählung hatte sich zuvor aufgrund der hohen Wahlbeteiligung verzögert: Einige Wahllokale schlossen später als geplant, da die Wähler bis zum Ende in langen Schlangen vor den Stimmbüros gewartet hatten. Sie alle sollten noch ihre Stimme abgeben dürfen. Die Wahlbeteiligung fiel mit fast 81 Prozent so hoch aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

«Danke an mein geliebtes Volk!»

Direkt nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses brachen die Anhänger des umstrittenen Präsidenten in Jubel aus, in der venezolanischen Hauptstadt Caracas wurde Feuerwerk gezündet. Chávez selbst wandte sich über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter an seine Anhänger: «Danke an mein geliebtes Volk!!! Es lebe Venezuela!!! Es lebe (der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer Simón) Bolívar!!!»

Capriles gratulierte Chávez zum Sieg. «Ich möchte dem Kandidaten, dem Präsidenten der Republik gratulieren», sagte der Kandidat eines Bündnisses von rund 30 Oppositionsparteien. Die Stimme der Wähler sei für ihn «heilig»: «Ich bin durch und durch ein Demokrat. Ich akzeptiere und respektiere die Entscheidung des Volkes.»

Schwierigste Abstimmung für Chávez

Der Urnengang hatte als schwierigste Abstimmung für Chávez seit Beginn seiner Amtszeit gegolten. Der Präsident propagiert den «Sozialismus des 21. Jahrhunderts» und findet mit seiner Sozialpolitik vor allem bei den Armen des Landes viele Unterstützer.

Dem Wahlkampf hatte sich Chávez trotz gesundheitlicher Probleme mit aller Kraft gewidmet. Der Linkspopulist, der enge Beziehungen zu Kuba pflegt und mit dem Iran gegen die «imperialistischen» USA wettert, führt eine Riege linksgerichteter Präsidenten in Lateinamerika an. Er wurde erstmals im Dezember 1998 zum Staatschef gewählt. 1999 trat er sein Amt an, 2000 und 2006 wurde er wiedergewählt.

Sein Herausforderer Capriles hatte versprochen, die Sozialpolitik fortzusetzen. Er gilt aber als wirtschaftsfreundlicher als Chávez. Capriles ist Mitglied der sozialchristlichen Partei Primero Justicia, trat aber für das aus etwa 30 Parteien bestehende Bündnis MUD an. Im Wahlkampf warb er für eine Versöhnung der in Chávez-Gegner und -Anhänger gespaltenen Bevölkerung. Zugleich machte er Chávez' Politik für Stromausfälle, Lebensmittelknappheit und die hohe Mordrate im Land verantwortlich.

Der Oppositionskandidat hat eine steile politische Karriere hingelegt. Bereits als 26-Jähriger wurde er zum Abgeordneten gewählt, stieg dann zum Parlamentspräsidenten auf und wurde Bürgermeister eines Stadtviertels von Caracas. Schliesslich wurde er Gouverneur des nördlichen Bundesstaates Miranda.

Rund 139'000 Soldaten waren am Sonntag im Einsatz, um die Sicherheit des Urnengangs zu gewährleisten. Der Verkauf von Alkohol war bis Montag verboten. Rund 19 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen, die elektronisch erfolgte. (mrs/sda/dapd)

Erstellt: 08.10.2012, 04:55 Uhr

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169 Kommentare

Erika Mehland

08.10.2012, 07:12 Uhr
Melden 155 Empfehlung 56

Chavez wurde in freien + fairen wahlen gewählt und das schon mehrmals und als man ein coup gegen ihn machte gingen tausende vielleicht sogar millionen auf die Strasse und verlangten ihre Demokratie zurück und natürlich auch Chavez,es ist egal ob jemand in Langley Virginia oder 1600 pensylvania avenue etc. ihn nicht mag,das ist die person die von den Venezolanern gewählt wurde + BASTA. Antworten


martin meyer

08.10.2012, 09:18 Uhr
Melden 90 Empfehlung 16

kenne venezuela zuwenig, möchte mir kein urteil anmassen. wenn aber in den kommentaren von gekauften wahlen und staatlichen lebensmittelvergünstigungen die rede ist, dann sollte bedacht werden, dass demgegenüber in den usa bereits mehr als 1/6 der bevölkerung von lebensmittelgutscheinen leben, und dort grad der teuerste mia-wahlkaufkampf läuft. parallelen sind trotz untersch. ideologien vorhanden. Antworten



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