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Italien verabschiedet neues Gesetz gegen Sterbehilfe

Anderthalb Monate nach dem Tod der Koma-Patientin Eluana hat der italienische Senat jetzt ein Gesetz gegen den Abbruch der künstlichen Ernährung bei Sterbenskranken verabschiedet.

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Das Gesetz wurde mit 150 gegen 123 Stimmen gutgeheissen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Patienten nicht in einer Verfügung bestimmen dürfen, dass die künstliche Ernährung und die Zufuhr von Flüssigkeit am Ende ihres Lebens eingestellt werden soll. Der Gesetzentwurf geht nun an das Unterhaus, in dem die Parteien der rechten Regierungskoalition die Mehrheit haben.

Für Ärzte, die dennoch die künstliche Ernährung oder die Versorgung mit Flüssigkeit bei Sterbenkranken abbrechen, sieht der Gesetzentwurf Strafen zwischen fünf und 15 Jahren Haft vor.

Opposition: Gesetz ist verfassungswidrig

Der bekannte Krebsforscher und Senator der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), Umberto Veronesi, sagte, der Gesetzestext widerspreche der Verfassung. Wenn er auch im Unterhaus verabschiedet werde, sei die Opposition gezwungen, eine Volksabstimmung zu veranlassen.

Eluanas Vater Beppino Englaro sprach in einem Interview in der Zeitung «La Stampa» von Donnerstag von einem «barbarischen» Gesetzentwurf, mit dem der Staat Gott spielen wolle. Eluana hatte nach einem Autounfall 17 Jahre lang im Koma gelegen.

Nach einem gut zehnjährigen Rechtsstreit hatte ihr Vater es durchgesetzt, die künstliche Ernährung abzuschalten. Über Eluanas Tod am 9. Februar hatten sich Berlusconi und der Vatikan empört geäussert. (oku/sda/)

Erstellt: 26.03.2009, 22:07 Uhr

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8 Kommentare

Banz Heidi

08.03.2011, 20:46 Uhr
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Jeder Mensch liebt das Leben, bis zum Schluss, volles Bewusstsein vorausgesetzt. Viele Leiden könnten vermieden, verhindert und reduziert werden, wenn der politische Konsens der Achtung des Alters auf "der ganzen Linie" durchgesetzt würde. Das Fehlen hat erschreckende Folgen. Die Härte der "Reglemente" entzweit die Menschen, schafft Leiden statt Freuden. Das obige Beispiel verdeckt die Realität. Antworten


Nikolai B

27.03.2009, 16:45 Uhr
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Es wird gesagt, "Künstliche Ernährung abschalten ist wie, als würde man ins Leben eingreifen und GOTT spielen." Aber haben sich diese Menschen vielleicht mal überlegt, dass all unserer Medikamente exakt das selbe bewirken? Es ist einfach widersprüchlich und ich verstehe nicht, wie man einen Menschen leiden lassen kann, wobei es für die Opfer und Angehörigen eine akzeptablere "Lösung gibt". Antworten


Stefan Mauerhofer

27.03.2009, 10:01 Uhr
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Es hat schon seinen Grund, dass der Vatikanstaat, als einziges Land in Europa, die europäische Menschenrechtkonvention nicht ratifiziert hat. Antworten


Ulrich Kremer

27.03.2009, 09:41 Uhr
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Sehr geehrte Redaktion, sie schreiben einen wichtigen Artikel und wir Lesern haben die Möglichkeit zum Kommentar. Ich bitte darum, wichtige Fakten zur Verfügung zu stellen: warum soll der Gesetzesentwurf verfassungswidrig sein? Für eine Diskussion bzgl. der Entstehung "unserer" Gesetze (hochdemokratische Grundverpflichtung) müssten Sie besser vorbereiten. Italien zeigt:EUROPA braucht Demokratie Antworten


Peter Wyss

27.03.2009, 09:31 Uhr
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Italien=Geisel der Kirche! Einfach nur barbarisch! Antworten


Sebastian Leemann

27.03.2009, 08:07 Uhr
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Schade, dass Italien sich wieder ins Mittelalter begibt. Jedem sollte frei sein wann man sterben will. Vatikan und Berlusconi sind noch in ihren alten Muster verhangen und kommen einfach nicht raus. Antworten


Ireen Spycher Würth

27.03.2009, 04:22 Uhr
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Ich finde es erschreckend, dass die technischen Errungenschaften der modernen Medizin direkt zurück ins Mittelalter führen. Vielleicht führen sie dahin, wo die emotionale Entwicklung der Menschheit stecken geblieben ist???? Antworten


Hans-Ueli Flückiger

27.03.2009, 02:29 Uhr
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Was sagt man zu so einem Gesetz? Italien liegt in Europa! Ob sich wohl irgendwann die Menschen aus den Fesseln der Katholischen Kirche lösen können? Liebe soll ein Thema sein... Wie "man" lebt spielt keine Rolle, wichtig ist nur, dass möglichst viele Katholiken leben. Antworten



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