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«Katastrophale Sicherheitslücke»
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USA
Vater des Flugzeug-Attentäters traf CIA
Der Vater des 23 Jahre alten Nigerianers, der am ersten Weihnachtsfeiertag in den USA ein Passagierflugzeug in die Luft sprengen wollte, hat nach Informationen des Senders CNN vor dem gescheiterten Anschlag mit dem US-Geheimdienst CIA über seinen Sohn gesprochen. Dabei habe er seine Sorge über die islamistische Radikalisierung seines Sohnes Umar Faruk Abdulmutallab zum Ausdruck gebracht, berichtete der US-Sender am Dienstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Regierungskreise. Zwar sei ein Bericht über das Gespräch angefertigt, dieser sei aber von der CIA nicht weitergegeben worden. US-Präsident Barack Obama hatte zuvor am Dienstag in einer Audio-Botschaft von seinem Urlaubsort auf Hawaii «potenziell katastrophale» Sicherheitsmängel bei dem vereitelten Flugzeug- Anschlag von Detroit eingeräumt. Die Sicherheitsbehörden hätten klare Warnungen übersehen, sagte der Präsident.
«Es gab eine Mischung aus menschlichem und systemischem Versagen, die zu dieser potenziell katastrophalen Sicherheitslücke beigetragen hat», sagte Barack Obama am Dienstag. Damit korrigierte er die Aussagen von Regierungsmitgliedern, «das System habe funktioniert». Die Geheimdienste hätten vorliegende Informationen miteinander teilen und dann zusammenstellen müssen, dann hätte es zusammen mit anderen Hinweisen ein «volleres, klareres Bild» des Verdächtigen ergeben, sagte Obama in seinem Feriendomizil auf Hawaii. Alle Warnleuchten hätten angehen müssen, und dem Mann hätte nie ein Flug in die USA gestattet werden dürfen. Die Sicherheitsmängel seien «völlig inakzeptabel».
Heimatschutzministerin erweckte falschen Eindruck
Sowohl Heimatschutzministerin Janet Napolitano als auch Obamas Pressesprecher Robert Gibbs hatten noch am Wochenende im Fernsehen behauptet, die Sicherheitsvorkehrungen hätten gegriffen. Damit erweckten sie den Eindruck, der Regierung sei die Tragweite des Falls nicht bewusst und sie wolle von ihrer Verantwortung ablenken. Napolitano hat von ihrer Aussage inzwischen wieder abrücken müssen.
Als Reaktion auf die bekannt gewordenen Sicherheitsmängel werden die Massnahmen in den USA nun überprüft. Am Donnerstag sollten dem Weissen Haus erste Erkenntnis vorgelegt werden, erklärte Obama. «Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Probleme schnell diagnostizieren.»
US-Behörden hatten Informationen erhalten
Obamas Mitarbeiter erklärten, der Präsident habe sich entschlossen, zum zweiten Mal binnen zwei Tagen eine Erklärung zu dem Thema abzugeben, weil ihm bei der morgendlichen Lagebesprechung am Dienstag neue Informationen vorgelegt worden seien, die im Besitz der Behörden gewesen seien. Darin sei es um die Aktivitäten des Verdächtigen, seine Ideen und Pläne des Terrornetzwerks al-Qaida gegangen.
Nach Angaben des US-Aussenministeriums hatten die Antiterror-Behörden der USA am 20. November Information über Abdulmutallab erhalten - einen Tag, nachdem dessen Vater die US-Botschaft in Nigeria vor den extremen religiösen Ansichten seines Sohnes gewarnt hatte. Der US-Geheimdienst CIA erklärte jetzt, man habe mit der Botschaft zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass Abdulmutallahs Name in die Datenbank verdächtiger Personen aufgenommen werde. Dabei sei es auch um mögliche Verbindungen des Verdächtigen zu Extremisten in Jemen gegangen. Diese Information sei auch an das Nationale Antiterrorzentrum weitergeleitet worden. (sda/tan/ap/sda)
Erstellt: 30.12.2009, 06:50 Uhr



