Ausland
Kommt ein Paket Marihuana geflogen...
Von Sandro Benini, Mexico-City. Aktualisiert am 03.11.2011
Panzerautos der Drogenmafia
In Mexiko werden sie «Monster» genannt: Panzerautos der Drogenmafia. (Video: Youtube)
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Um ihre Ware in die USA zu schmuggeln, verwenden lateinamerikanische Mafiosi Frachtflugzeuge und Propellermaschinen, Containerschiffe, Schnell- und Fischerboote, Eisenbahnwagen, Traktoren und Autos. Ausserdem hat vor allem die kolumbianische Polizei mehrmals U-Boote beschlagnahmt, die für den Drogentransport verwendet wurden – und Chapo Guzmán, der legendäre Chef des Sinaloa-Kartells, hat den Drogen-Tunnel perfektioniert: Unterirdische Gänge, die von der mexikanischen Seite der Grenze auf die amerikanische hinüberreichen und oft mit elektrischem Licht, Lüftungen und sogar mit Liften ausgestattet sind.
Daneben greifen die Schmuggler aber auch auf primitivere Methoden zurück, wie die Polizei am Mittwoch in der mexikanischen Grenzstadt Agua Prieta feststellte: In einem Pick-up und einer Wohnung stiess sie auf zwei Katapulte sowie eineinhalb Tonnen Marihuana. Die archaisch anmutenden Geräte dienten offensichtlich dazu, die Drogen nach Douglas, Arizona hinüberzuspicken. «Die Katapulte sind ein Beweis für die Verzweiflung der Drogenmafia, die es einfach nicht mehr schafft, ihre Ware auf normalem Weg zu schmuggeln», mutmasste ein Beamter.
Die Statistiken über den Drogenkonsum in den USA lassen eher das Gegenteil vermuten. Und die zwei beschlagnahmten Dinger sind wohl weniger ein Anzeichen für Verzweiflung, als vielmehr Ausdruck einer perfiden und für die Ordnungshüter unvorhersehbaren Erfindungsgabe. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.11.2011, 12:02 Uhr



