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Marines dürfen jetzt auch Männer lieben
Aktualisiert am 19.09.2011 1 Kommentar
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Nur in der Türkei dürfen Schwule nicht dienen
Homosexuelle gelten laut den Gesundheitsvorschriften der türkischen Streitkräfte genauso wie Transsexuelle oder Transvestiten als psychologisch krank und damit auch als dienstuntauglich. Da jeder männliche türkische Staatsbürger zwischen 20 und 40 Jahren 15 Monate Wehrdienst ableisten muss und es keine Möglichkeit gibt, den Kriegsdienst zu verweigern, stehen homosexuelle Türken mit Erhalt des Einberufungsbescheids vor einem Dilemma.
Verheimlichen sie ihre sexuelle Orientierung und treten ihren Dienst an, drohen den Männern unter Umständen Misshandlungen in ihren Einheiten. Der junge Türke Kerem erlebte das. Er berichtete, wie sein Geheimnis nach Antritt seines Militärdienstes herauskam und er anschliessend in seiner Einheit erst beschimpft und schliesslich auch misshandelt wurde. Er desertierte aus Verzweiflung, wurde gefasst und ins Gefängnis gesteckt, wo er wieder misshandelt wurde.
Kerem wurde schliesslich entlassen, nachdem seine Homosexualität amtlich anerkannt wurde. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) dokumentierte seinen Fall bereits 2008 in einem Bericht. «In den vergangenen drei Jahren hat sich nichts geändert», sagte Nevin von der türkischen Aktivistengruppe KAOSGL, die sich für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuelle, Transvestiten und Transsexuellen einsetzt. (dapd)
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Bislang mussten Homosexuelle eine schwere Entscheidung treffen: Entweder sie verheimlichten ihre sexuelle Orientierung, oder sie verloren ihren Job. Das ist der Kern der sogenannten «Don't ask, don't tell»-Regel, die Anfang der 90er Jahre unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt wurde.
Die Abschaffung der Regelung war ein Kernanliegen der Homosexuellen-Bewegung. Nach heftiger Debatte stimmten das Repräsentantenhaus und der Senat im vergangenen Dezember schliesslich zu. US-Präsident Barack Obama, sein Verteidigungsminister Leon Panetta und Generalstabschef Mike Mullen gaben Ende Juli endgültig grünes Licht.
14'000 Soldaten entlassen
Obama feierte das Ende einer «diskriminierenden Regelung, die unsere militärische Einsatzbereitschaft untergräbt und die amerikanischen Prinzipien für Gerechtigkeit und Gleichheit verletzt». Dem Militär würden nun nicht mehr talentierte Soldaten vorenthalten, «nur weil sie schwul oder lesbisch sind.»
Sein Vorgänger Clinton hatte bereits 1993 versucht, den Homosexuellen-Bann zu beenden, konnte sich mit seinen Generälen aber nur auf die Schweige-Regelung einigen. Dem Kompromiss zufolge konnten Schwule und Lesben in die Streitkräfte eintreten, wenn sie nicht offen zu ihrer Homosexualität standen.
Zugleich durfte die Armee Bewerber und Soldaten nicht nach ihrer sexuellen Orientierung fragen. Seit Inkrafttreten der Regelung wurden rund 14'000 Armeeangehörige entlassen, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekannten. Sie können nun ab Dienstag auf Wunsch ihren Dienst wieder aufnehmen.
Konservativer Widerstand
Bei den Republikanern versuchten Politiker bis zuletzt, die Öffnung der Streitkräfte für Schwule und Lesben zu verhindern. Sie argumentieren, dass dies Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft gefährden und dem Ansehen der Truppe schaden könnte.
Michele Bachmann, die den erzkonservativen Tea-Party-Flügel im Repräsentantenhaus anführt und sich um die Präsidentschaftskandidatur 2012 bewirbt, sagte etwa, dass sie den Homosexuellen-Bann wieder einführen würde.
Mehrere republikanische Kongressabgeordnete forderten in der vergangenen Woche in einem Brief an Panetta einen Aufschub, weil dem Kongress die Einzelheiten der neuen Armeevorschriften nicht zugänglich gemacht worden seien.
Soldaten aufklären
Doch die Streitkräfte haben sich bereits an die neuen Realitäten angepasst. In speziellen Kursen wurden Soldaten in den vergangenen Monaten geschult, wie sie mit offen homosexuellen Kameraden umgehen sollen. Eine Untersuchung des Pentagon zeigte eine Zustimmung unter den Soldaten von insgesamt 70 Prozent für das Ende von «Don't ask, don't tell». Nur bei den Marineinfanteristen und anderen elitären Kampfeinheiten war eine Mehrheit gegen die Änderung.
Pünktlich zum Inkrafttreten der neuen Regelung erscheint am Dienstag auch eine Zeitschrift für Schwule und Lesben bei den Streitkräften. Das Magazin «OutServe» soll auf Stützpunkten der US- Armee verteilt werden. In dem Heft werden Fotos und Biografien von knapp hundert Soldaten veröffentlicht, die sich offen zu ihrer Sexualität bekennen. Die Macher nannten es auf ihrer Webseite einen «historischen» Schritt, dass sich schwule, lesbische oder bisexuelle Soldaten nicht mehr verstecken müssten.
Einigen Aktivisten geht aber auch die neue Regelung nicht weit genug. Sie beklagen, dass Lebenspartner homosexueller Soldaten nicht auf der jeweiligen Militärbasis leben dürften. Ausserdem geniessen sie auch weiterhin nicht dieselben Rechte wie die Ehepartner heterosexueller Soldaten. Die Homo-Ehe ist zwar mittlerweile in sechs US-Bundesstaaten erlaubt, unter den für die Streitkräfte relevanten Bundesgesetzen ist die Ehe aber weiter als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. (pbe/sda)
Erstellt: 19.09.2011, 21:41 Uhr
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1 Kommentar
Sexuelle Vorlieben und ähnliche Themen haben im Militär nichts zu suchen. Nichts dagegen, wenn gewisse Leute ihre unterschiedliche Sexualität ausleben wollen aber sie sollen das bitte im Privaten tun und nicht ständig die Öffentlichkeit damit belästigen und so tun, als werden sie diskriminiert. Viele Leute haben es langsam satt, dieses Thema ständig in den Medien zu sehen. Antworten
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