Ausland

NSA verletzte US-Gesetze tausendfach

Aktualisiert am 16.08.2013 89 Kommentare

Der US-Geheimdienst soll seine Kompetenzen in den vergangenen Jahren unzählige Male überschritten haben. Der Whistleblower Edward Snowden spielte der «Washington Post» entsprechendes Beweismaterial zu.

Es soll zu Verstössen gekommen sein: Die NSA-Überwachungsanlagen in München. (Archivbild)

Es soll zu Verstössen gekommen sein: Die NSA-Überwachungsanlagen in München. (Archivbild)
Bild: Reuters

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Der US-Geheimdienst NSA soll laut einem Bericht der «Washington Post» in den vergangenen Jahren seine Kompetenzen tausende Male überschritten und gegen den Datenschutz in den USA verstossen haben.

Die Verstösse seien in einer internen Untersuchung und anderen streng geheimen Dokumenten erfasst worden, die die Zeitung zu Beginn des Sommers vom früheren, inzwischen nach Russland geflohenen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden erhalten habe, hiess es. So habe die NSA einmal auch beschlossen, dass sie die unbeabsichtigte Überwachung von Amerikanern nicht melden müsse.

Bei den meisten Verstössen gegen die Vollmachten, die der Kongress der NSA 2008 gegeben hatte, habe es sich um nicht genehmigte Überwachungen von Amerikanern oder anderen Zielen in den USA gehandelt, berichtete die «Washington Post» am Donnerstag. Unter den versehentlichen Abhörmassnahmen war auch ein Fall 2008, bei dem eine grosse Anzahl Gespräche in Washington abgehört wurden, weil es durch einen Programmierfehler zu einer Verwechselung der US-Vorwahl für Washington mit der für Ägypten kam.

In einem anderen Fall erfuhr das für die Überwachung der Aktivitäten der NSA zuständige Gremium von einer neuen Abhörmethode erst, nachdem sie schon Monate eingesetzt wurde. Sie wurde als nicht verfassungsgemäss eingestuft. In der vom Mai 2012 datierten NSA-internen Untersuchung, die der «Washington Post» vorlag, ist die Rede von 2776 Vorfällen in den vorangegangenen zwölf Monaten. Die meisten waren demnach unbeabsichtigt. Im schwerwiegendsten Fall ging es um die nicht genehmigte Verwendung der Daten von mehr als 3000 Amerikanern und Besitzern einer Green Card. (chk/AP)

Erstellt: 16.08.2013, 05:52 Uhr

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89 Kommentare

roger muehlemann

16.08.2013, 06:04 Uhr
Melden 265 Empfehlung 8

Natürlich alles nicht beabsichtigt. Wer da auch nur ein Wort glaubt, dem ist nur noch schwer zu helfen. Mögen sie an ihrer Paranoia ersticken .. Antworten


Kage Hanzo

16.08.2013, 07:06 Uhr
Melden 218 Empfehlung 5

Und die Augiasställe werden weiter ausgemistet. Es wird nicht das letzte Stück Dreck sein, dass seinen Weg in die Öffentlichkeit findet. Ein Geheimdienst, wie die NSA, der selbst "beschliesst" was Rechtens ist, gehört tatsächlich an den Pranger. "Unbeabsichtigte Abhörungen" (Fehler sind "menschlich", aber gleich 2776 in 12 Monaten?) müssen offen gelegt und nicht unter den Teppich gewischt werden. Antworten