Ausland

Netanjahu zeigt an Uno-Vollversammlung Auschwitz-Baupläne

Aktualisiert am 25.09.2009

Die Hasstiraden von Mahmoud Ahmadinejad, der erneut den Holocaust leugnete, wollte Israels Premier nicht auf sich sitzen lassen. Vor versammelter Weltelite zeigte er Papiere, die von der dunkelsten Stunde der Menschheit zeugen.

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Damit es die ganze Welt sehen kann: Netanjahu zeigt Auschwitz-Pläne, die er im August von Deutschland erhalten hatte.
Bild: Reuters

   

Premierminister Benjamin Netanjahu hielt gestern während seiner Rede vor der Uno-Vollversammlung die Baupläne des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hoch. Die Papiere hatte er Ende August in Berlin überreicht bekommen. «Ist das eine Lüge?», fragte er die Staatsvertreter im Saal. Dann zeigte er eine Kopie des Protokolls einer Konferenz (Wannsee) von 1942, auf der die Nazis den Holocaust planten. «Ist dies eine Lüge?», fragte er wieder.

Und auf Ahmadinejads erneute Anschuldigungen zurückkommend fragte Netanjahu weiter. «Wollen Sie an der Seite Israels stehen oder an der Seite von Terroristen?» Sein Land werde seit Jahren von terroristischen Palästinensern aus dem Gazastreifen mit Raketen angegriffen, dennoch habe es bisher keine einzige Resolution des Sicherheitsrats dagegen gegeben.

«Haben Sie keine Scham?»

Die antisemitischen Äusserungen Ahmadinejads vom Mittwochabend wies der Ministerpräsident in scharfer Form zurück. Wer die Rede nicht boykottiert habe, habe einem Mann das Podium überlassen, der den Tod von sechs Millionen Juden während des Holocaust leugne.

«Haben Sie keine Scham? Haben Sie keinen Anstand?», fragte er. Zahlreiche Länder, darunter die USA, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien hatten den Saal aus Protest verlassen. Die Schweizer Delegation blieb sitzen.

Ahmadinejads Tirade

Ahmadinejads hatte Israel in seiner Rede am Mittwochabend scharf kritisiert. Er bezeichnete die israelische Politik gegenüber den Palästinensern als «unmenschlich» und «rassistisch». Mit Blick auf die Lage im Gazastreifen sagte er: «Wie kann es sein [...], dass unterdrückte Männer und Frauen, die Opfer eines Völkermords und strikter wirtschaftlicher Blockade sind, Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser und Medikamente verweigert bekommen?» (cpm/sda/ap)

Erstellt: 25.09.2009, 10:29 Uhr

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