Ausland

Obama brüskiert China

Aktualisiert am 02.02.2010

Nach dem Taiwan-Waffendeal der USA sind die Beziehungen zwischen Washington und Peking sehr angespannt. Und jetzt will US-Präsident Barack Obama den Dalai Lama treffen – trotz Drohungen Chinas.

Zwei Charismatiker kommen zu Gesprächen zusammen: Dalai Lama und Barack Obama.

Zwei Charismatiker kommen zu Gesprächen zusammen: Dalai Lama und Barack Obama.
Bild: Keystone

«Der amerikanische Präsident Barack Obama hat der chinesischen Führung während seiner Reise im vergangenen Jahr gesagt, dass er den Dalai Lama treffen werde.» Dies sagte ein Sprecher des Weissen Hauses am Dienstag, ohne einen Termin für ein Treffen Obamas mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter zu nennen. «Um es klar zu sagen, die USA betrachten Tibet als einen Teil von China.» Die US-Regierung sei jedoch über die Menschenrechte und die Art und Weise, wie die Tibeter behandelt würden, beunruhigt, sagte der Obama-Sprecher weiter. Die USA forderten die chinesische Führung auf, die einzigartigen kulturellen und religiösen Traditionen zu schützen.

USA-Besuch des Dalai Lama

Der Dalai Lama will am 16. Februar für zehn Tage in die USA reisen. Der ranghohe chinesische Parteifunktioniär Zhu Weiqun hatte zuvor gewarnt, ein Treffen Obamas mit dem Dalai Lama würde «das Vertrauen und die Zusammenarbeit» zwischen Peking und Washington ernstlich beschädigen.

China hoffe, das es nicht zu einem Treffen komme, plane aber «entsprechende Massnahmen», falls Obama seine Absicht wahr machen sollte, sagte Zhu Weiqun an einer Pressekonferenz über die gerade beendeten ersten Gespräche zwischen Vertretern des Dalai Lama und der Einheitsfront seit fast 15 Monaten. Keine Seite berichtete über greifbare Fortschritte, doch wies der Parteifunktionär darauf hin, dass die exiltibetischen Abgesandten die Gespräche fortsetzen wollten.

Belastendes Taiwan-Geschäft

Die Beziehungen zwischen China und den USA sind derzeit ohnehin angespannt, weil Washington am Wochenende ein Rüstungsgeschäft mit Taiwan angekündigt hatte. Peking setzte daraufhin die militärische Zusammenarbeit mit Washington aus und kündigte Sanktionen gegen die an dem Geschäft beteiligten US-Firmen an.

China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan seit der Revolution von 1949 als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. (vin/sda)

Erstellt: 02.02.2010, 23:32 Uhr

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