Ausland
Obama empfängt Dalai Lama - China erbost
Aktualisiert am 12.02.2010 2 Kommentare
Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte, der Dalai Lama sei eine «international respektierte religiöse Führungspersönlichkeit. Er sei ein Sprecher für Tibets Rechte. «Der Präsident freut sich auf ein anspruchsvolles und konstruktives Treffen», sagte Gibbs in Washington.
Wenige Stunden nach der Ankündigung aus Washington folgte die erboste Reaktion aus Peking. «Wir sind strikt gegen einen Besuch des Dalai Lama in den USA und dass US-Politiker Kontakt mit ihm haben», sagte Aussenamtssprecher Ma Zhaoxu.
Das Treffen am 18. Februar müsse abgesagt werden, «um weiteren Schaden von den chinesisch-amerikanischen Beziehungen abzuwenden». China betrachtet den Dalai Lama, der 1959 nach einem gescheiterten Aufstand aus Tibet nach Indien flüchtete, als Separatisten, der die Abspaltung Tibets von China betreibt.
Im vergangenen Jahr hatte Obama ein Treffen mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter noch vermieden, während dieser sich in Washington aufhielt. Politische Beobachter gingen davon aus, dass der US-Präsident den Beziehungen zu China zu Beginn seiner Amtszeit einen guten Start ermöglichen wollte.
Heikler Zeitpunkt
Doch bei seiner Peking-Reise im November hatte er gegenüber der dortigen Führung bereits zu verstehen gegeben, dass er den weltweit geachteten Tibeter empfangen werde. Obamas Treffen mit dem Dalai Lama erfolgt zu einer Zeit, da der US-Präsident im Streit um das iranische Atomprogramm Chinas Unterstützung für Sanktionen gegen Teheran braucht.
Obamas Sprecher Gibbs antwortete auf die Frage nach den Folgen der Entscheidung für die US-Sanktionspläne gegen den Iran ausweichend. «Wir halten unsere Beziehungen zu den Chinesen für ausgereift genug, um uns in Fragen von gemeinsamen Interesse zu einigen», sagte er. Dabei sei auch klar, dass es immer wieder Uneinigkeit geben werde.
Obama hatte vor wenigen Tagen eingeräumt, dass Chinas Haltung zu neuen Sanktionen gegen den Iran, der im Verdacht steht, Atomwaffen zu entwickeln, nicht klar sei.
Beziehungen angespannt
Die Beziehungen zwischen China und den USA sind ohnehin angespannt, weil Washington kürzlich ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft mit Taiwan abgeschlossen hatte. Peking setzte daraufhin die militärische Zusammenarbeit mit den USA aus und kündigte Sanktionen gegen die an dem Geschäft beteiligten US-Firmen an.
China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel Taiwan als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an. (bru/sda)
Erstellt: 12.02.2010, 09:43 Uhr
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2 Kommentare
Demnächst möchte die Regierung in China noch entscheiden wer wann wohin zu Gast ist. China strebt nicht eine Wiedervereinigung mit Taiwan an sondern eine Machtübernahme. Die Volksrepublik China mit Ihren Funktionären ähnelt in den Strukturen der ehemaligen DDR. Ich hoffe dass auch hier das Volk langfristig die Regierung zum Umdenken zwingt. Antworten
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