Obama unterstützt Europas Kampf gegen Griechenland-Spekulanten

Die Schuldenprobleme Griechenlands seien auch für die USA eine Gefahr, sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou dem US-Präsidenten. Und er fand Gehör.

Auch er fordert eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte: US-Präsident Barack Obama.

Auch er fordert eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte: US-Präsident Barack Obama.
Bild: Keystone

US-Präsident Barack Obama unterstützt die europäischen Forderungen, Spekulanten stärker an die Kandare zu nehmen. Obama habe auf seinen Appell positiv reagiert, sagte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou nach einem Treffen mit dem Staatschef am Dienstag in Washington. Er hatte die US-Regierung zu einer strikteren Kontrolle von Hedgefonds und Währungshändlern aufgefordert. Die Regierung in Athen macht Spekulanten für ihre Probleme auf den Finanzmärkten mitverantwortlich.

Das Thema soll Papandreou zufolge beim nächsten G-20-Treffen im Juni zur Sprache kommen. Vor dem Gespräch in Washington hatte er gewarnt, die finanziellen Schwierigkeiten seines Landes seien ein Problem, das die USA nicht ignorieren könnten.

Mitschuld der Hedgefonds

Finanzminister Giorgos Papaconstantinou sagte am Montag der Nachrichtenagentur AP, der Ministerpräsident habe deutlich machen wollen, wie die Hedgefonds die Krise seines Landes verschlimmert hätten. Die Fonds wetteten darauf, dass Griechenland seine Kredite nicht bedienen könne, und erschwerten dem Land damit die Umschuldung.

Papandreou verglich die Spekulanten mit Brandstiftern. Der gesunde Menschenverstand gebiete es, dass eine Person nicht eine Feuerversicherung auf das Haus des Nachbarn abschliessen, dieses dann in Brand stecken und dann die Versicherungssumme kassieren könne. Gemeinsam könnten die USA und Europa derartige Aktivitäten eindämmen.

Papandreou warnt vor Gefahr für USA

Papandreou erklärte, finanzielle Instabilität in Griechenland und Europa sei auch eine Gefahr für die USA. Ein schwacher Euro bedeute, dass der Dollar steige. Das wieder führe zu einem Anstieg des Haushaltsdefizit der USA. Wenn die EU schwanke, dann habe das spürbare Folgen. Finanzminister Papaconstantinou warnte, nach der jüngsten Finanzkrise seien die Änderungen im Finanzsystem noch nicht umgesetzt worden, die eine Wiederholung verhinderten.

Papaconstantinou sagte weiter, er habe sich bei einem informellen Treffen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Rat für die Steuer- und Haushaltsreform geholt. Dabei sei es nicht um Finanzhilfen für sein Land gegangen.

Eingriff in Wertpapierhandel

Deutschland und Frankreich wollen gemäss einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» vom Dienstag Spekulationsgeschäfte gegen Staaten und grosse Unternehmen mit einer gemeinsamen Initiative eindämmen. Dazu solle der Handel mit bestimmten Wertpapieren beschränkt oder sogar ganz verboten werden, hiess es.

Regierungsvertreter in Berlin und Paris kündigten nach Angaben der Zeitung an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy EU-Kommissionschef José Manuel Barroso per Brief zum Handeln auffordern wollten.

Ziel sei eine Richtlinie, die ungedeckte Leerverkäufe von Aktien untersagt, den Handel mit Kreditausfallversicherungen (CDS) eingrenzt und Finanzgeschäfte ohne Einschaltung einer Börse beschränkt. Ganz verboten werden sollten die CDS allerdings nicht, da die Wirtschaft sie zur Absicherung benötige. (vin/ddp/sda)

Erstellt: 09.03.2010, 23:21 Uhr

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