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Obamas «Rahmbo» unter Beschuss

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 15.12.2008 13 Kommentare

Der Korruptionsskandal um Rod Blagojevich, Gouverneur von Illinois, gefährdet den Ruf von Barack Obamas Stabschef Rahm Emanuel. Das FBI hat seine Stimme auf Tonbändern.

Unter Verdacht: Rahm Emanuel auf dem Heimweg in Chicago.

Unter Verdacht: Rahm Emanuel auf dem Heimweg in Chicago.
Bild: Keystone

Steht unter Verdacht, Obamas Senatssitz verkauft zu haben: Rod Blagojevich, Gouverneur von Illinois.

Steht unter Verdacht, Obamas Senatssitz verkauft zu haben: Rod Blagojevich, Gouverneur von Illinois. (Bild: Keystone)

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Der Blagojevich-Skandal

Rod Blagojevich, Blago genannt, wurde letzte Woche festgenommen. Der Gouverneur von Illinois soll versucht haben, den bei der Wahl Barack Obamas frei gewordenen Senatssitz in seinem Staat zu verkaufen. Als Gegenleistung verlangte er Geld und lukrative Ämter – die Anklage lautet also auf Korruption. Es steht in den USA bei frei werdenden Kongresssitzen jeweils dem Gouverneur eines Staates zu, einen Nachfolger zu bestimmen.

Der Druck kommt vor allem vom politischen Gegner. Der republikanerfreundliche Fernsehsender «Fox News» machte gestern bekannt, dass den FBI-Ermittlern im Fall Blagojevich Tonbänder vorliegen, auf denen Rahm Emanuels Stimme zu hören ist. Seither jagen sich in den Medien die Spekulationen – und die Forderungen, Emanuel solle sein neues Amt abgeben, bevor es zu spät ist.

Barack Obamas neuer Stabschef diskutiert auf den Bändern mit dem Büro des Gouverneurs mögliche Nachfolger für den Senatssitz von Barack Obama. Laut «Fox News» handelt es sich um mehrere und ausgiebige Telefonate, bei denen Emanuel die Namen von Personen nannte, die Barack Obama als seine Nachfolger genehm wären. Das FBI war dem Gouverneur zu der Zeit bereits auf der Spur – und hörte die Gespräche mit.

Obama wollte lediglich «Wertschätzung» geben

Die «Chicago Tribune» enthüllte gestern weitere Details aus den Tonbändern. So telefonierte Emanuel bereits vor der Wahl vom 4. November mit Blagojevichs Büro. Er teilte mit, nach Ansicht Obamas wäre Valerie Jarrett eine gute Wahl für seine Nachfolge. Jarrett ist heute Obamas wichtigste Beraterin im Weissen Haus.

Blagojevichs Reaktion laut FBI: «Ich werde der verdammten Jarrett den verdammten Senatssitz nicht geben, wenn ich gleichzeitig nichts dafür bekomme.» Gut für Obama und sein Team: In einer Passage beklagt sich Blagojevich ausdrücklich, dass der Ex-Senator und sein Umfeld nichts zu geben bereit seien ausser ihre Wertschätzung.

Die heikle Frage jedoch bleibt: Wie viel wusste Emanuel von Blagojevichs korrupten Spielen? Wie viel wusste Obama, und wieso hat keiner etwas gesagt?

Der Rahmbo wird gejagt

Seit der Verdacht gegen Emanuel bekannt wurde, jagen Reporter den Abgeordneten aus Chicago. Ein Journalist folgte ihm an ein Konzert an der Schule seiner Kinder, wie die britische «Times» berichtet. «Ich werde kein Wort zu Ihnen sagen», wird Emanuels Reaktion zitiert. «Ich werde das nicht hier mit meinen Kindern machen. Tun sie das nicht. Ich bin ein Vater.»

Obama und sein Team haben sich zurückgezogen und versprochen, bald genau zu informieren, wer mit Blagojevich welche Art von Kontakt hatte. Emanuel lässt sich von Anwälten beraten. Dem TV-Sender «ABC News» sagte er dieses Wochenende, er erhalte Todesdrohungen.

Seit den Zeiten von Al Capone

Die Bemerkung der «Times» zu den schmutzigen Geschäften des Gouverneurs von Illinois: «Blagojevich ist ein Produkt der tief verwurzelten Bestechung und Korruption, die typisch sind für Chicagos Regierungsstil seit der Zeit von Al Capone.»

Der Mafiahändler Al Capone verdiente sich in der Zeit der Prohibition sein Geld durch illegale Alkoholverkäufe, Glücksspiel und Prostitution. Er kontrollierte die Unterwelt von Chicago und unterhielt enge Beziehungen mit Politik und Presse.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.12.2008, 14:07 Uhr

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13 Kommentare

Rico Menzi

14.12.2008, 16:56 Uhr
Melden

Chicago, oder Bern bei der Bundesratswahlen, alles das Gleiche. Macht,Geld,Positionen und Gier des Menschen. Ueberall wird geschmiert,versprochen, sogar in Bern die Hauptstadt einer anderen Banenrepublick. Antworten


Peter Schmid

14.12.2008, 17:00 Uhr
Melden

Soviel zum Thema "Change". Die Gebrüder Grimm lassen grüssen... Antworten



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