Ausland
Pakistan rückt ins Zentrum der US-Politik
Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 06.05.2009 4 Kommentare
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Die Krisenstimmung gemahnt an den Vietnamkrieg Ende der Sechzigerjahre. Oder an den Sturz des persischen Schahs 1979: Fieberhaft bemühen sich die Regierung Obama und der US-Kongress derzeit um eine Stabilisierung Pakistans und eine Strategie für den Krieg in Afghanistan. Präsident Barack Obamas gestriger Gipfel mit den Präsidenten Pakistans und Afghanistans, Asif Ali Zardari und Hamid Karzai, verriet einmal mehr, wie sehr die Lage in Pakistan die amerikanische Aussen- und Sicherheitspolitik beschäftigt.
Washington will auf Pakistan einwirken, ohne indes den Eindruck zu erwecken, man schreibe dem krisengeschüttelten Land vor, wie und auf welche Art der Kampf gegen islamistische Extremisten zu führen sei. Zwar setzt die Obama-Administration trotz ihrer Annäherung an den pakistanischen Oppositionsführer Nawaz Sharif weiterhin auf Präsident Zardari. Der aber hinterliess bei seinem Auftritt im Kongress am Dienstag einen eher gemischten Eindruck: Vor den verblüfften Abgeordneten des aussenpolitischen Ausschusses im Repräsentantenhaus verglich Zardari die Hilfe für Pakistan mit der staatlichen Rettungsaktion für den amerikanischen Versicherungsgiganten AIG.
Holbrooke hält an Zardari fest
Dennoch bekräftigte Richard Holbrooke, Obamas Sonderbotschafter für Pakistan und Afghanistan, im Vorfeld des gestrigen Krisengipfels, dass eine enge Zusammenarbeit mit Zardari angestrebt werde. Unter anderem will die Administration vom Kongress umgehend 497 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe für Pakistan sowie 400 Millionen Dollar Militärhilfe. Weiterhin beraten Senat und Repräsentantenhaus über 7,5 Milliarden Dollar, die über fünf Jahre hinweg an Pakistan ausgezahlt werden sollen.
Allerdings wird in der Version des Abgeordnetenhauses verlangt, dass Pakistan im Gegenzug amerikanischen Dienststellen die Einvernahme pakistanischer Nuklearforscher, darunter des Atom-Händlers Abdel Quader Khan, gewähren sowie die Beziehungen zu Indien verbessern müsse – was die Regierung Zardari als Einmischung in die inneren Angelegenheiten ablehnt. Trotzdem wird in Washington erwartet, dass der Kongress in Kürze ein beträchtliches Hilfspaket für Pakistan schnüren wird.
Drohnen-Einsatz soll vermindert werden
Zwar möchte die Obama-Administration den Einsatz unbemannter Drohnen gegen Ziele in den Grenzgebieten zu Afghanistan künftig vermindern, hinter den Kulissen aber arbeiten Offiziere des pakistanischen Generalstabs sowie Berater des Kommandanten des amerikanischen Zentralkommandos, General David Petraeus, mit Hochdruck an einer militärischen Strategie zur Bekämpfung von al-Qaida und Taliban in Pakistan. So wird beispielsweise erwogen, monatlich zwei pakistanische Bataillone auf einem amerikanischen Stützpunkt in Kuwait auszubilden und die Zahl von US-Beratern in der Nordwestregion von derzeit etwa 70 zu erhöhen.
Taliban-Radiosender in den Grenzregionen sollen mit amerikanischem Knowhow gestört werden. Auch hofft die Regierung Obama, dass der Einsatz zusätzlicher amerikanischer Kampfverbände im Süden Afghanistans ein Ausweichen pakistanischer Extremisten nach Afghanistan verhindern wird.
Ausserdem soll Indien überzeugt werden, seine Truppen längs der Grenze zu Pakistan zu reduzieren, damit mehr pakistanische Verbände in die Grenzgebiete zu Afghanistan verlegt werden können. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.05.2009, 22:55 Uhr
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4 Kommentare
die usa, die ausschliesslich auf mord und totschlag begründet sind (20 mio indianer abgeschlachtet), führen seit ihres bestehens permanent kriege gegen andere völker. diese kriege mit ihren hunderttausenden oder sogar millionen von zivilen opfern sind die allerschlimmste form von terrorismus. die amerikaner sind deshalb klar die schlimmsten terroristen auf dem globus. leute wacht endlich auf ..... Antworten
Es sieht nicht nach Frieden aus die neue Politik der USA. Es ist fraglich ob diese Zuspitzung der Lage eine Lösung des Terrorismus gewährleistet. Bomben sind sicher keine Lösung im Gegenteil sie schaffen neue Wut in Ländern die eine ganz andere Mentalität aufweisen. Ein gefährliches Spiel ! Antworten
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