Ausland
Palin macht sich zur neuen Lichtfigur der Klimaskeptiker
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 18.12.2009 66 Kommentare
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Während Staatschefs aus aller Welt in Kopenhagen um ein Klimaschutzabkommen ringen, formiert sich in den USA immer stärker eine Bewegung, die den Warnungen der Klimaforscher misstraut. 41 Prozent der US-Amerikaner sind es, die gemäss einer am Donnerstag publizierten Studie der «Washington Post» glauben, dass die globale Erderwärmung aufgrund von Treibhausgasen schlicht erfunden ist.
Als Lichtfigur der sogenannten Klimaleugner positioniert sich seit Neustem Sarah Palin. In derselben Zeitung ruft sie in einem Meinungsstück dazu auf, den Gipfel von Kopenhagen zu ignorieren. «Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass menschliche Aktivitäten Wetterwechsel verursachen», schreibt Palin. «Was wir aber sicher sagen können, ist, dass die ökonomischen Kosten jegliche möglichen Vorteile einer Emissionsreduktion bei weitem übertreffen.» Gesetze, die Steuern erhöhten und Arbeitsplätze kosteten, seien das Letzte, was Amerika jetzt brauche. «Der Präsident sollte Kopenhagen boykottieren.»
«Zweifel, die so viele von uns geäussert haben»
Willkommenen Treibstoff für die einstige Gouverneurin von Alaska liefert eine als «Climategate» bezeichnete Affäre. Ende November gelang es Hackern, E-Mails aus dem renommierten Climate Research Unit CRU der Universität von East Anglia zu veröffentlichen. Aus diesen Schreiben lesen die Skeptiker den Beweis, dass frühere Daten zur von Menschen verursachten Erderwärmung gefälscht wurden. Das CRU sagt, die Daten seien aus dem Kontext gerissen worden; eine Untersuchung läuft.
«Die Offenlegung von stossenden Praktiken sogenannter Klimawandel-Experten erlaubt es der amerikanischen Bevölkerung, endlich die Zweifel zu verstehen, die so viele von uns geäussert haben», schreibt Palin. Die Tatsache, dass gerade sie sich nie zuvor skeptisch über den Klimawandel geäussert hat, umgeht Palin dabei elegant: «Ich habe immer vertreten, dass Massnahmen auf standhafter Wissenschaft beruhen sollten, und nicht auf politischer Ideologie», schreibt sie. «So habe ich Washington vorgeworfen, den Eisbären als gefährdete Spezies zu registrieren, obwohl sich die Population mehr als verdoppelt hat.»
Öldollar für die Kampagnenkasse
Für die Republikanerin Palin ist die Klimaskepsis eine ideale Plattform, um sich für die Präsidentenwahlen von 2012 zu positionieren. «Die Klimawandel-Skepsis passt wunderbar ins Programm der Neokonservativen: Sie appelliert an das tiefverwurzelte Misstrauen vieler Amerikaner gegenüber einem starken Staat, gegenüber der liberalen Elite an den Küstenstädten - und gegenüber dem Rest der Welt», analysiert «Sueddeutsche.de» treffend.
Seit ihrem überraschenden Rücktritt als Gouverneurin von Alaska wird spekuliert, dass Palin es auf das höchste Amt im Staat abgesehen hat. Und für eine aus Alaska stammende Politikerin wie sie ist die Klimadebatte ein ideales Wahlkampf-Herzensanliegen – nicht zuletzt, weil dann ein paar zusätzliche Öldollar in die Kampagnenkasse fliessen dürften. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.12.2009, 12:26 Uhr
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66 Kommentare
Palin macht jetzt einen auf Klimawandelskeptikerin..? Das passt doch bestens..! Sie hält ja auch Afrika für ein Land..! Keine Ahnung von gar nichts haben und dabei ohne jedes Hintergrundwissen möglichst laut und vehement eine Meinung vertreten scheint ja auch in unserem Land die Passion ihrer politischen Brüder im Geiste zu sein! Antworten
Was jetzt? Der eine (Niklaus von-Melchtal) schreibt, die Temperatur SINKE seit 10 Jahren, der andere (Oliver Michael) sagt, das Klima ERWÄRME sich z.Z auf allen Planeten unseres Sonnensystems. Ist man sich darüber auch unter Wissenschaftlern uneins? Antworten
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