Ausland

Putin und Chavez sprechen über Öl und Waffen

Aktualisiert am 03.04.2010

Der russische Ministerpräsident ist zu Besuch in Venezuela. Es geht um Wirtschaftsprojekte in Milliardenhöhe. US-Aussenministerin Clinton warnt derweil vor einem Rüstungswettlauf in Lateinamerika.

Freudiges Treffen: Hugo Chavez empfängt Wladimir Putin im Präsidentenpalast von Caracas.

Freudiges Treffen: Hugo Chavez empfängt Wladimir Putin im Präsidentenpalast von Caracas.
Bild: Keystone

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin ist am Freitag zu einem eintägigen Besuch in der venezolanischen Hauptstadt Caracas eingetroffen. Venezuelas Präsident Hugo Chavez erklärte, der Besuch diene unter anderem dazu, die Fähigkeit Venezuelas zur Selbstverteidigung zu stärken. Auch bei der friedlichen Nutzung der Atomkraft verspricht er sich Hilfe aus Russland.

Als Höhepunkt des Besuches ist die Schaffung eines Gemeinschaftsunternehmens im Gesamtwert von 20 Milliarden Dollar geplant, das riesige Ölvorkommen in Venezuela ausbeuten soll. Auch ein Gespräch mit dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales stand auf dem Programm.

Clinton warnt vor Rüstungswettlauf

US-Aussenministerin Hillary Clinton hatte im vergangenen Jahr angesichts Venezuelas milliardenschwerer Waffenkäufe von Russland vor einem Rüstungswettlauf in Lateinamerika gewarnt.

Allein seit 2005 hat Chavez rund vier Milliarden Dollar für russische Kampfjets, Helikopter und Maschinengewehre ausgegeben. Er erhielt noch im September in Moskau einen neuen Milliardenkredit für weitere Rüstungseinkäufe.

Chavez ist ein lautstarker Kritiker der US-Militärpräsenz im Nachbarland Kolumbien und hat wiederholt den Vorwurf geäussert, die USA könnten sein Land wegen der Ölreserven angreifen. Trotz der Spannungen ist Venezuela einer der wichtigsten Öl-Lieferanten der USA.

Gemeinsame Ölförderung

Bei dem Öl-Gemeinschaftsunternehmen soll die venezolanische Staatsgesellschaft PDVSA mit russischen Konzernen zusammenarbeiten. Das Projekt soll bereits in diesem Jahr mit der Ölförderung beginnen und wird den Planungen zufolge in den kommenden 40 Jahren Investitionen von 20 Milliarden Dollar erfordern.

Die beteiligten russischen Firmen - Rosneft, Lukoil, Gasprom, TNK- BP und Surgutneftegaz - sollen Venezuela für die Teilnahme insgesamt eine Milliarde Dollar zahlen, davon 600 Millionen am Freitag. (jak/sda)

Erstellt: 03.04.2010, 07:15 Uhr

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