Sanders und Clinton streiten in Milwaukee

Erstmals seit den Vorwahlen in New Hampshire stehen sich die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber wieder im TV gegenüber.

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Nach Hillary Clintons krachender Niederlage gegen Bernie Sanders bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire stehen sich die demokratischen Präsidentschaftsbewerber erneut in einem TV-Duell gegenüber.

(Video: Youtube/PBS NewsHour)

Für die frühere US-Aussenministerin eröffnet sich damit eine Chance, gut eine Woche vor der nächsten Abstimmung in Nevada zu punkten. Sanders nutzte hingegen bei der Debatte in Milwaukee die Gelegenheit, sich bei Wählern vorzustellen, die mit seiner Agenda nicht vertraut sind.

Clinton buhlt um junge Wähler

Seine Präsidentschaftskampagne habe bei ihrem Start kein Geld, Organisation oder Bekanntheit gehabt, erklärte der Senator von Vermont am Donnerstag auf der Bühne der University of Wisconsin-Milwaukee. Doch die Amerikaner reagierten auf Grundwahrheiten seiner Botschaft, darunter die Korruption im Finanzsystem. Sanders streifte zudem Themen, die für Angehörige von Minderheiten wichtig sind. Diese könnten bei den kommenden Vorwahlen in South Carolina und Nevada entscheidend sein.

Clinton buhlte zum Auftakt der Debatte um die Gunst der jungen Wähler, Afroamerikaner, Frauen und Migranten. Sie wolle «sämtliche Barrieren niederreissen, die Amerika zurückhalten», erklärte sie. Für junge Leute gebe es nicht genügend gut bezahlte Jobs. Auch wolle sie für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern kämpfen.

Sanders will Staat aufblähen

Hillary Clinton hat dem selbsterklärten «demokratischen Sozialisten» Bernie Sanders vorgeworfen, mit seinen Plänen den Staat aufzublähen. Die Vorhaben des Senators würden den Umfang der Staatsausgaben in Washington um 40 Prozent erhöhen, sagte Clinton.

(Video: Youtube/PBS NewsHour)

Sie kritisierte vor allem die Pläne von Sanders für eine allgemeine staatliche Krankenversicherung. Das Versprechen des Senators, dass höhere Steuern für die Mittelschicht durch Einsparungen bei den Gesundheitskosten ausgeglichen würden, sei «nicht haltbar». Sanders entgegnete, dass Clinton die Wähler mit ihrer Kritik in die Irre führe. «Ich weiss nicht, mit welchen Volkswirten Aussenministerin Clinton redet», sagte er.

(chk/AP/AFP)

(Erstellt: 12.02.2016, 04:22 Uhr)

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