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Schauspielerin verklagt Regisseur – «Titanic» plant Islam-Ausgabe
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Obama und Karzai rufen zu Ruhe auf
US-Präsident Barack Obama und der afghanische Präsident Hamid Karzai haben angesichts der Proteste gegen die Veröffentlichung des Mohammed-Schmähfilms zu besonnenen Reaktionen aufgerufen.
Das US-Präsidialamt teilte nach einer Videokonferenz der beiden Politiker mit, es sei in der gegenwärtigen Situation notwendig, zu «Zurückhaltung und Gewaltlosigkeit» zu ermutigen. (sda)
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Die USA befürchten Proteste als Vergeltung für die in einem französischen Satiremagazin veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen seien «zutiefst beleidigend» für manche Gläubige und hätten das Potenzial, einen Aufruhr loszubrechen, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, in Washington.
Gegen das Magazin «Charlie Hebdo» wurde derweil eine Klage eingereicht. Das deutsche Magazin «Titanic» will trotz der anhaltenden Protestwelle in der muslimischen Welt Ende September ebenfalls eine Islam-Ausgabe herausbringen.
Klage gegen «Charlie Hebdo»
«Charlie Hebdo» hatte gestern eine Reihe von Zeichnungen gedruckt, die sich auf «The Innocence of Muslims» beziehen, jenen islamfeindlichen Schmähfilm, der zu weltweiter Gewalt und Protesten von Muslimen geführt hat. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Karikaturen sei eine Klage eingereicht worden, machte aber keine Angaben zum Kläger. Überdies leitete sie Ermittlungen ein, weil die Internetseite des Magazins offenbar gehackt worden war.
Aus Angst vor Vergeltung für die Veröffentlichung der Karikaturen kündigte die Regierung in Paris an, weltweit rund 20 Botschaften, Konsulate und Schulen zu schliessen. Aussenminister Laurent Fabius kündigte im Radiosender France Info an, dass die diplomatischen Vertretungen Frankreichs am kommenden Freitag geschlossen bleiben sollten, und auch Deutschland will die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Proteste verstärken.
Wie Aussenamtssprecher Andreas Peschke in Berlin mitteilte, soll zu einzelnen deutschen Vertretungen zusätzliches Personal geschickt werden. Ob am Freitag die deutschen Botschaften in muslimischen Ländern ebenfalls geschlossen werden, liess er allerdings offen.
«Titanic»-Chefredaktor: «Satire darf und muss alles»
Die mögliche Veröffentlichung einer Islam-Ausgabe im deutschen Satireblatt «Titanic» könnte die Wut der Demonstranten auch wieder auf Deutschland lenken. Auf dem Entwurf des Titelblatts soll einem Bericht der «Financial Times Deutschland» zufolge Bettina Wulff in den Armen eines islamischen Kriegers mit Turban und Schwert zu sehen sein, der offenbar den Propheten Mohammed darstellen soll. «Der Westen in Aufruhr – Bettina Wulff dreht Mohammed-Film!» soll die Schlagzeile lauten.
«Titanic»-Chefredaktor Leo Fischer verteidigte auch die in der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo» erschienenen Mohammed-Karikaturen und nannte sie eine richtige Reaktion auf die «wahnsinnigen Ausschreitungen». «Satire darf und muss alles», sagte Fischer.
In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern in Afrika und Asien gab es am Mittwoch erneut massive Proteste. Zehntausende Menschen gingen in der libanesischen Hafenstadt Tyros auf die Strassen und riefen «Oh, Amerika, du bist Gottes Feind». Seit dem Beginn der Ausschreitungen am 11. September in mehr als 20 Ländern wurden durch Gewalt mindestens 30 Menschen getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen.
Derweil hat eine im islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» mitwirkende Schauspielerin den Filmemacher verklagt. Von Google forderte Cindy Lee Garcia, den Streifen aus dem Internet zu entfernen, wie heute bekannt wurde.
«Dieser Film ist gemein und verwerflich», hiess es in Garcias Klageschrift. Noch heute wollen ihre Anwälte eine einstweilige Verfügung gegen den Film in Los Angeles erwirken.
Todesdrohungen erhalten
Garcia erhielt den Angaben zufolge Todesdrohungen, seit der 14-minütige Trailer des Schmähfilms im Internet Aufsehen erregte. Daher traue sie sich nicht mehr, ihre Enkelkinder zu besuchen, hiess es weiter. Überdies habe der Film «Gefühle der Scham, Demütigung und des Schmerzes» bei ihr ausgelöst.
Den Angaben zufolge wusste Garcia nichts vom antiislamischen Inhalt des Films mit dem Titel «The Innocence of Muslims». In den Seiten des Skripts, die sie erhalten habe, sei der Prophet Mohammed überdies nicht erwähnt worden. Die Darstellerin hatte sich offenbar aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung für eine Rolle in dem Film beworben.
Youtube will Beschwerde prüfen
Google weigerte sich zunächst, den Film aus dem Internet zu nehmen. Youtube, die Videoplattform des Konzerns, teilte mit, sie wolle Garcias Beschwerde nun prüfen. Zuvor hatte Youtube das Video in Libyen, Ägypten und Saudiarabien gesperrt.
Der Anwalt des Filmemachers Nakoula Basseley Nakoula wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben. (wid/sda)
Erstellt: 20.09.2012, 07:06 Uhr
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