Ausland

Schluss mit Kampf der Kulturen

Aktualisiert am 09.05.2009

US-Präsident Barack Obama wird sich am 4. Juni in Ägypten in einer Grundsatzrede an die muslimische Welt wenden. Den Ort hat er nicht zufällig ausgewählt.

Der US-Präsident will die Welt einen: Um daran zu arbeiten reist Obama nächstens nach Ägypten.

Der US-Präsident will die Welt einen: Um daran zu arbeiten reist Obama nächstens nach Ägypten.
Bild: Keystone

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Clash of Civilisations (Kampf der Kulturen)

Kampf der Kulturen ist ein populäres Schlagwort für den Konflikt zwischen verschiedenen Kulturkreisen, insbesondere zwischen dem westlichen und dem islamischen. Es geht auf das Buch «Clash of Civilizations and the Remaking of World Order» des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Phillips Huntington zurück, wobei «Clash of Civilizations» mit «Kampf der Kulturen» übersetzt wurde, obwohl «Zusammenprall der Kulturen» die genauere Übersetzung wäre. Huntington stellte 1993 die These auf, dass die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts nicht von Auseinandersetzungen politischer, ideologischer oder wirtschaftlicher Natur, sondern von Konflikten zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturkreise bestimmt sein werde.

Mit der Grundsatzrede setze Obama seine Bemühungen fort, die Kontakte zu den Muslimen rund um den Globus zu verbessern, sagte Gibbs. Obama wolle den Muslimen zeigen, «wie wir zusammenarbeiten können, um Schutz und Sicherheit und das künftige Wohlergehen ... der Kinder dieses Landes und der muslimischen Welt zu gewährleisten». Ägypten habe man für die Rede ausgewählt, weil es «in vielerlei Hinsicht das Herz der arabischen Welt repräsentiert».

Kritik an Obamas Wahl

Allerdings riskiert Obama mit seiner Entscheidung Kritik im Nahen Osten, wo sein Schritt als stillschweigende Unterstützung des autokratischen Präsidenten Hosni Mubarak ausgelegt werde könnte, erläuterten US-Medien am Samstag.

Mubarak, der noch in diesem Monat in Washington erwartet wird, hat in den bisher 30 Jahren seiner Regierungszeit seine Sicherheitskräfte immer wieder zur Verfolgung, Unterdrückung und Inhaftierung von Oppositionellen eingesetzt.

Nicht als Unterstützung für Mubarak gedacht

Gibbs sagte dazu, Obamas Entscheidung solle nicht als Unterstützung für Mubaraks Kurs verstanden werden. Die «Fragen der Demokratie und Menschenrechte sind Dinge, die dem Präsidenten am Herzen liegen, und wir werden die Gelegenheit haben, sie bei diesem Besuch in mehr Tiefe zu erörtern». Es werde sich auch nicht um eine Rede «an Führungspersönlichkeiten» handeln: «Dies ist eine Rede an viele, viele Menschen...»

Wo genau Obama seine Rede in Ägypten halten wird, ist Gibbs zufolge noch nicht entschieden. Weitere Stopps im Nahen Osten seien während dieser Reise nicht geplant, teilte der Sprecher weiter mit.

Hand ausstrecken

In Abkehr von der Politik seines Vorgängers George W. Bush hatte Obama bereits Anfang April bei einem Türkei-Besuch der islamischen Welt die Hand entgegengestreckt. Er suche einen «neuen Dialog», sagte der Präsident vor dem Parlament in Ankara. «Lasst mich das so klar wie nur möglich sagen, die USA sind nicht in einem Krieg mit dem Islam, und werden es nie sein.»

Die Grundsatzrede hatte Obama ursprünglich bereits für die ersten 100 Amtstage angekündigt. Wie es hiess, wurde der Termin aber wegen Sicherheitsbedenken und logistischer Schwierigkeiten verschoben. (cpm/sda)

Erstellt: 09.05.2009, 16:03 Uhr


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