Trumps Aussenminister im Steuerparadies

Rex Tillerson hat als Chef von Exxon Neftegas in Russland Ölgeschäfte abgeschlossen. Der Sitz der Firma liegt auf den Bahamas.

Gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten: Rex Tillerson (rechts) bei der Unterzeichnung eines Ölgeschäfts mit Wladimir Putin und Rosneft-Chef Igor Sechin.

Gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten: Rex Tillerson (rechts) bei der Unterzeichnung eines Ölgeschäfts mit Wladimir Putin und Rosneft-Chef Igor Sechin. Bild: Reuters

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Rex Tillerson, Chef des Ölkonzerns Exxon, soll der nächste US-Aussenminister werden. Doch der Senat muss diese Wahl noch bestätigen, und selbst republikanische Senatoren kritisieren Tillersons Nähe zu Russland und Wladimir Putin. Dass er für sein erstes Geschäft in Russland das Steuerparadies der Bahamas nutzte, könnte für weitere Kritik sorgen.

Tillerson war seit 1998 Geschäftsführer der Exxon Neftegas Limited, einer Tochterfirma des internationalen Ölkonzerns, die für Geschäfte in Russland gegründet wurde. Sein Name taucht auf einem Dokument auf, das aus dem Firmenregister der Bahamas stammt. Es ist eines von Millionen Dokumenten, die der «Süddeutschen Zeitung» zugespielt und als «Bahamas Leaks» bekannt wurden. Die Firma, der Tillerson bis mindestens Mai 2001 vorstand, betreibt das Öl- und Gas-Projekt «Sakhalin-1» an der Ostküste Russlands. Auf und vor der Insel Sachalin hat Exxon Neftegas Ölfelder und Gasquellen erschlossen. Warum aber ist der Sitz der Firma in der Bahamas-Hauptstadt Nassau?

Die Bahamas gelten als Paradies für Schattenwirtschaft und erheben keine Steuern auf Unternehmensgewinne. Auf Nachfrage erklärte Exxon Mobil: «Manche Unternehmen sind aus Gründen der Einfachheit und der Vorhersehbarkeit der Gesetze des Landes zur Unternehmensgründung auf den Bahamas registriert. Nicht um Steuern in dem Land zu vermindern, in dem die Firma tätig ist.»

Verbindung zu Rosneft

An Exxon Neftegas ist auch der staatliche russische Ölkonzern Rosneft beteiligt. Rosneft ist infolge der russischen Annexion der Halbinsel Krim mit Sanktionen der EU und der USA belegt. Die Regierung Obama sanktionierte auch den Rosneft-Boss Igor Sechin, der grossen Einfluss im Kreml haben soll und wie Präsident Putin ehemaliger KGB-Mitarbeiter ist.

Seit der Nominierung Tillersons als Aussenminister sorgt der Name Sechin für Unmut bei Demokraten wie Republikanern im US-Kongress. Die beiden sollen nicht nur enge Geschäftspartner, sondern auch Freunde sein. Beobachter erwarten von der Regierung unter Präsident Trump, die Sanktionen wieder aufzuheben. Damit wäre der Weg frei für weitere Erkundungen und Ölförderung in der Arktis, was dem Aktienkurs von Exxon Mobil einen Schub verleihen könnte. Ein möglicher Profiteur: Rex Tillerson. Laut Angaben der Firma hält er Aktien im Wert von mehr als 218 Millionen Dollar.


(Süddeutsche Zeitung)

Erstellt: 18.12.2016, 20:38 Uhr

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