Ausland

US-Kriegsmaterial-Geschenke stiften Unfrieden in den eigenen Reihen

Das US-Militär schenkt dem irakischen Staat derzeit funktionstüchtige Militärfahrzeuge und Generatoren im Wert von Dutzenden von Millionen Dollar. Derweil müssen Afghanistans Truppen in Rostlauben herumfahren.

Ein Militärstützpunkt nach dem andern gebe das amerikanische Militär derzeit im Irak auf. Die US-Oberbefehlshaber seien von oberster Stelle befugt worden, voll funktionstüchtige Fahrzeuge, Generatoren und anderes Material an die irakische Regierung zu verschenken. Es handle sich um insgesamt 280 Einrichtungen, sechs grosse Militärstützpunkte und ein paar kleinere, die das das amerikanische Militär bis nächsten Sommer abgeben wolle. Dies berichtet die «Washington Post».

Abgesegnet vom amerikanischen Verteidigungsministerium gehe so Kriegsmaterial im Wert von 30 Millionen Dollar pro Militärbasis an den arabischen Staat, schreibt das Blatt. Währenddessen werden in Afghanistan die Truppen aufgestockt. Dort aber fehlen laut internen Mitteilungen des Pentagons just Fahrzeuge und Generatoren.

Übergaben gestoppt

Hohe Pentagon-Beamte sind sich sicher, dass die Aktion, den Irak gut ausgerüstet zu hinterlassen, die Aufrüstung in Afghanistan behindere. Darum hätten wichtige Armeeangehörige, die beide Kriege überblicken, einige der geplanten Übergaben gestoppt. Vorsichtshalber sei den zuständigen Oberbefehlshabern im Irak zudem der Spielraum eingeschränkt worden.

Laut den zuständigen Militärs im Irak seien die freigegebenen Materialien sehr sorgfältig ausgewählt worden. Und ein Vertreter des Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber der Washingtonpost.com, für den Irak sei es «wichtig und unerlässlich, voll funktionstüchtige Militärbasen zu haben».

Ein kritischer Militär-Offizieller widerspreche dem und sage, die Befehlshaber hätten zu viel Freiheit, niemand habe mehr den Überblick und sie verdrängten den Fakt, dass Afghanistan genau dieses Material dringend brauche, das im Irak zurückgelassen werde. Im Irak sehe man die Truppen in brandneuen Pickups, während die Soldaten der gleichen Armee in Kandahar in 15-jährigen Rostlauben mit abgefahrenen Pneus herumfahren müssten. (tan)

Erstellt: 07.12.2009, 16:11 Uhr

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