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Unicef rät von Adoptionen ab

Von Blaise Lempen, sda. Aktualisiert am 19.01.2010 4 Kommentare

Das Uno-Kinderhilfswerk rät von Adoptionen haitianischer Kinder ab, die nach der Katastrophe keine Informationen über den Verbleib ihrer Familie haben. Oberste Priorität habe die Suche nach Angehörigen.

Zehntausende Kinder sind vom Erdbeben betroffen: Ein verletzter Bub in einem Spital in Port-au-Prince.

Zehntausende Kinder sind vom Erdbeben betroffen: Ein verletzter Bub in einem Spital in Port-au-Prince.
Bild: Reuters

Kinder seien die Verletzlichsten nach einer Katastrophe. Es gebe bereits Berichte über Gewalttaten, sagte Unicef-Sprecherin Veronique Taveua am Dienstag in Genf. Gemäss Hilfsorganisationen irrten verlassene und hungernde Kinder durch die Strassen von Port-au- Prince.

Sie müssten nun als erstes ernährt und psychologisch betreut sowie identifiziert werden. Die Hifsorganisationen Unicef, Terre des Hommes und Save the Children kündigten an, ihre Expertenteams in Haiti zu verstärken.

Unicef befürchtet, dass kriminelle Kreise die Situation ausnützen und einen Kinderhandel aufziehen könnten. Vor dem verheerenden Beben kam es verschiedentlich zu Kindsentführungen.

Die Uno-Organisation will die Kinder wenn möglich mit ihren Familien zusammenbringen, falls nötig auch mit entfernteren Verwandten, sagte Sprecherin Taveau weiter. Adoption wird erst eine Option «wenn alle anderen Möglichkeiten erfolglos blieben».

Auch Schweiz will beschleunigen

Die USA und mehrere europäische Länder - darunter Frankreich, die Niederlande und Belgien - wollen bereits laufende Adoptionsverfahren mit Haiti beschleunigen.

Die Schweiz sucht ebenfalls nach einer Lösung, um weit fortgeschrittene Adoptionsverfahren voranzubringen. Es handle sich insgesamt um weniger als zehn Fälle, sagte David Urwyler, Leiter der zentralen Adoptionsbehörde des Bundes, auf Anfrage.

Die entsprechenden Abklärungen seien im Gang. Seit dem Beben kommen laut Urwyler nun viele Anfragen bei den zuständigen Stellen für Adoptionen von haitianischen Kindern. Mit Blick auf die unübersichtliche Lage vor Ort habe dies allerdings derzeit keine Priorität.

Kritische Situation in Notlagern

Das Hilfswerk Save the Children zeigte sich besonders besorgt über die Gesundheit und Sicherheit der Kleinkinder und Säuglinge in den Notlagern. Krankheiten könnten sich rasch ausbreiten, sagte der Präsident des Hilfswerks, Charles MacCormack. Die internationale Hilfe sollte dazu führen, dass wie in Indonesien nach dem Tsunami die Lebensbedingungen klar verbessert würden.

Das Uno-Komitee für Kinderrechte rief am Dienstag in Genf dazu auf, Sofortmassnahmen zum Schutz der Kinder zu ergreifen. Sie müssten vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden, auch vor Entführungen, die als Adoption ausgegeben werden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2010, 21:26 Uhr

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4 Kommentare

Sina Langer

19.01.2010, 23:42 Uhr
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Die Aussagen der Hilfswerke sind unverständlich. Jedes Kind das vom Ausland adoptiert wird hat doch eine viel bessere Zukunft für sein gnazes Leben vor sich. Ich frage mich, was die Motive der Hilfsweke.Wollen sie die Kinder selber betreuen damit sie ein Alibi haben um Geld zu sammeln? Antworten


Berger Herbert

20.01.2010, 09:45 Uhr
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Eine Adoption ist nichts, dass man mal so schnell schnell und schon gar nicht aus Mitleid durchziehen sollte. Gerade adoptierte Kinder benötigen noch mehr Aufmerksamkeit, als "normale" Kinder. Der Kulturschock, die Traumatisierung und dann noch das offensichtliche optische Anderssein macht es diesen Kindern sehr schwer. Lieber vor Ort helfen! (ich habe ein Kind aus der 3.Welt adoptiert) Antworten



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