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Von «Swiftboating» zu «Swissboating»

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 18.07.2012 30 Kommentare

Das ehemalige Schweizer Bankkonto klebt an Mitt Romney wie ein alter Kaugummi: Das Wahlkampfteam von Barack Obama demontiert den republikanischen Bewerber um den US-Präsidentensessel.

Wird in die Mangel genommen: Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner. (11. Juli 2012)

Wird in die Mangel genommen: Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner. (11. Juli 2012)

Wahlkampfspot


«Er hatte Millionen auf einem Schweizer Bankkonto», heisst es in diesem Wahlkampfspot der Demokraten über Mitt Romney. Zu sehen ist im Hintergrund Basel.

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Die Schweiz geistert munter weiter durch den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf – und keineswegs im positiven Sinn. So singt im Hintergrund Mitt Romney im neuen TV-Spot der Obama-Truppe die US-Hymne «America the Beautiful», derweil im Bild die Schweizer Fahne flattert. Der ominöse Sachverhalt ist klar: Die Fahne steht für Romneys inzwischen aufgelöstes Schweizer Bankkonto und signalisiert Gaunerei und Steuerhinterziehung. Die Schweiz ist mithin zu einem Symbol für die Durchstechereien der Reichen geworden.

Und nun geht der amerikanische Publizist und TV-Kommentator Keith Boykin noch einen Schritt weiter: In einer Kolumne auf der Website der «Huffington Post» erfand er den Ausdruck «Swissboating» für Barack Obamas aggressiven Wahlkampf gegen Romney. Schon während des republikanischen Vorwahlkampfs sei Romney von seinen Konkurrenten wegen seiner undurchsichtigen Geldanlagen und insbesondere seines Schweizer Kontos kritisiert worden. Und nun würden die Demokraten deshalb erst recht auf ihn einschlagen und den Republikaner einem Swissboating unterziehen.

Der Kriegsheld als Feigling

Swissboating bezieht sich dabei auf den Begriff «Swiftboating»: Bei der Präsidentschaftswahl 2004 hatten George W. Bushs skrupellose Wahlkämpfer, angeführt vom Ober-Strategen Karl Rove, den demokratischen Kandidaten John Kerry regelrecht demontiert, indem sie ausgerechnet auf Kerrys vermeintliche Stärke eindroschen. Der Demokrat hatte sich, obwohl privilegiert und reich, als junger Mann freiwillig zum Kriegsdienst in Vietnam gemeldet und war Kommandeur eines Swiftboats geworden, so der Name der kleinen Schnellboote, die im Delta des Mekongflusses operierten.

Ehemalige Kameraden im Dienst der Republikaner skizzierten den Kriegshelden im Sommer 2004 als einen Feigling und warfen ihm unpatriotisches Verhalten vor, da Kerry nach Ableistung seines Wehrdienstes zu einem erbitterten Gegner des Kriegs in Vietnam geworden war. Kerry war einem Swiftboating unterzogen worden, und der Begriff ging in die amerikanische Sprache ein. Womöglich wird Swissboating ebenfalls ein Hit: Wehe dem US-Politiker, der Geld auf Schweizer Konten lagert oder anderswo in Steuerparadiesen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.07.2012, 18:08 Uhr

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30 Kommentare

stefan schneider

18.07.2012, 18:28 Uhr
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naja, wenn das bankgeheimniss weiter zerbröselt, dann werden wohl noch so manche politiker ins schwitzen geraten. aber eben vorneherum die saubermänner markieren und hintenherum betrügen wo immer es eine möglichkeit dafür gibt. und solche personen wollen und sind bereits an der macht, na dann gute nacht. Antworten


Christine Meier

18.07.2012, 19:57 Uhr
Melden 42 Empfehlung 0

Mitt Romney hatte ein Schweizer Konto, hat es aber auf seinen Steuererklaerungen regelmaessig deklariert. Mit anderen Worten, es war keine Steuerhinterziehung und kein Betrug begangen worden! Antworten



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