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Währungsschock und Hamsterkäufe in Venezuela

Aktualisiert am 12.01.2010

Venezuelas Präsident Hugo Chávez wertet den Bolivar drastisch ab. Damit entlastet er die heimische Ölindustrie und versetzt den Firmen des Erzfeindes USA einen Schlag.

1/8 Die Venezolaner reagierten geschockt auf die Umstellung der Wechselkurse. Viele stürmten die Läden, um sich noch schnell mit Import-Waren einzudecken, bevor der staatliche verordnete Teuerungsschub einsetzt.
Bild: Keystone

   

Das ölreiche südamerikanische Land bezieht viele Konsumgüter aus den USA, mit denen der Sozialist Chávez eine Privatfehde austrägt. Mit der Abwertung der Landeswährung Bolivar zum Dollar verteuern sich nun die Import-Güter aus den USA fast über Nacht.

Der Wechselkurs des Bolivar zur US-Währung wurde für Waren des täglichen Bedarfs wie etwa Lebensmittel und Medikamente auf 2.60 von 2.15 Bolivar geändert. Güter, die als weniger notwendig einstuft werden, verteuern sich noch stärker: Hier ändert sich der Wechselkurs auf 4.30 Bolivar.

Experten sind sich einig: US-Firmen müssen sich auf empfindliche Umsatz- und Gewinneinbussen im Venezuela-Geschäft einstellen. Das bekommt etwa der Kosmetik-Hersteller Colgate-Palmolive zu spüren, dessen Körperflegeprodukte auch in vielen Läden verkauft werden. Das Unternehmen macht rund 6 Prozent seiner Umsätze in Venezuela.

Hamster-Käufe vor Umstellung

Auch die Venezolaner reagierten geschockt auf die Umstellung der Wechselkurse. Viele stürmten die Läden, um sich noch schnell mit Import-Waren einzudecken, bevor der staatliche verordnete Teuerungsschub einsetzt.

Präsident Chávez will sein Land mit der Umstellung des Wechselkurses weniger abhängig von Importen machen und zugleich das einheimische Gewerbe stärken.

Staatlicher Öl-Gigant profitiert

Insbesondere der staatliche Ölgigant PDVSA kann auf Entlastung hoffen. Das Export-Unternehmen, das seine Gewinne in Dollar abrechnet, hätte mit dem neuen Wechselkurs mehr Bolivar in der Kasse, um seine heimischen Rechnungen zu bezahlen.

Experten glauben aber nicht, dass die zusätzlichen Gelder in die Öl-Produktion fliessen werden. Der erklärte Sozialrevolutionär Chávez hat bereits mehrfach die Kassen des staatlichen Ölriesen angezapft, um teure Sozialprogramme zu finanzieren.

Die Öl-Produktion dürfte stagnieren oder tendenziell sogar nachgeben, sagt ein Analyst der Rating-Agentur Fitch. Die Investitionen in die Förderung könnten sogar eingeschränkt werden, damit mehr Geld in Staatskassen fliesse. (sam/sda)

Erstellt: 12.01.2010, 16:48 Uhr

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