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Warum Sarah Palin gute Chancen hat, Präsidentin zu werden
Von Phlipp Löpfe. Aktualisiert am 16.11.2009 34 Kommentare
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Karl Rove, das «Gehirn» von Ex-Präsident George W. Bush, kommentiert im «Wall Street Journal» regelmässig die aktuelle amerikanische Politik. Sein jüngster Beitrag lässt sich wie folgt zusammenfassen: Barack Obama wird als Linker wahrgenommen, die unabhängigen Wähler lassen ihn fallen, das Blatt wendet sich. Sarah Palin wird das mit Wohlwollen gelesen haben. Die gescheitere Vize-Präsidentin lanciert diese Woche nämlich ihren zweiten Anlauf im Kampf um das Weisse Haus. Sie veröffentlicht ihre Autobiographie.
«Going Rogue» lautet der Titel des Buches, auf deutsch etwa «Ausbrechen». Zumindest kommerziell ist es bereits jetzt ein Erfolg. Der Verlag hat einen Vorschuss von fünf Millionen Dollar bezahlt, das Buch wird in allen wichtigen Zeitungen besprochen und Palin ist Gast bei Oprah Winfrey, der bedeutendsten Talkmasterin der USA. Die Frau ist Kult. Weshalb?
Feministin und devote Ehefrau
Palin ist ein wandelnder Widerspruch: Sie ist auf ihre Art eine aufmüpfige Feministin, die sich mit den traditionellen Männerseilschaften anlegt. Sie ist gleichzeitig aber auch die devote Ehefrau, die sich ihrem Mann unterordnet. Dieser Mann, ein einfacher Joe Sixpack, widmet sich dem Haushalt und den Kindern, während sie Karriere macht. Das wiederum hindert Palin keine Sekunde daran, immer wieder die Mutterkarte auszuspielen. Es gebe kein besseres Training für die Politik als Mutter zu sein, betont sie immer wieder.
Auf den ersten Blick scheint diese Widersprüchlichkeit Palin zur leichten Beute für ihre Gegner zu machen. Ein verunglücktes TV-Interview, Berichte über Kleider für 150'000 Dollar und eine bösartige Abrechnung eines Teenagers, der ihrer Tochter geschwängert hatte – die Frau schien erledigt. Doch so einfach ist das nicht: Den Wählerinnen ist ihre Widersprüchlichkeit egal. Sie sehen sie als Opfer der elitären, linken Presse. Wurde nicht auch Ronald Reagan zunächst als Provinztrottel verlacht? Zudem hat Palin sehr kluge Berater, erwähnter Karl Rove beispielsweise, oder William Kristol, Chefredaktor des «Weekly Standard» und Vordenker der Neokonservativen.
Frau mit Star-Qualitäten
Sarah Palin ist derzeit die einzige Republikanerin, die über Star-Qualitäten verfügt. Sie hat deshalb gute Chancen im Machtkampf, der derzeit in der Partei tobt. Die gemässigten Republikaner möchten nach dem Vorbild der britischen Konservativen oder der deutschen CDU wieder in die Mitte rücken. Der Ultraliberalismus, die Tea-Partys und die Hysterie um die Gesundheitsreform sind ihnen peinlich. «Manchmal scheint es, als ob die republikanische Partei verrückt geworden sei», seufzt etwa David Brooks, Kolumnist der «New York Times» und einst bekennender Neokonservativer.
Doch die gemässigten Republikaner sind derzeit am Verlieren. Am Drücker sind Radio- und TV-Kommentatoren wie Rush Limbaugh oder Glenn Beck. Sie sehen die USA bereits in den Klauen des Sozialismus, beschwören jeden Tag den Untergang des Abendlandes herbei und vergleichen Barack Obama mit Hitler und Stalin. Für diese ultrakonservativen Hitzköpfe sind selbst Politiker wie Newt Gingerich, der einst die neoliberale Revolte im Jahr 1994 angeführt hatte, inzwischen Linksabweichler und Weicheier. Sarah Palin ist für sie die neue Hoffnungsträgerin.
Dann wird alles möglich Angenommen, die Konjunkturprogramme wirken nicht oder zu wenig. In den USA bleibt die Arbeitslosigkeit über zehn Prozent, ja sie steigt gar noch. Der Dollar wird noch schwächer, die Inflation steigt. Völlig ausgeschlossen ist das alles nicht. Sollte dieses Szenario eintreffen, dann wird alles möglich, auch Sarah Palin als nächste Präsidentin der USA. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.11.2009, 12:12 Uhr
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34 Kommentare
Herr Kaiser, Wenn sie glauben, dass das politische Interesse da aufhört, wo die Landesgrenze anfängt, dann leben sie in einer Welt von vorgestern. Es ist doch wohl zu konstatieren dass wir uns zu einem Land äussern, dass die grösste Atommacht ist, zusammen mit China die meisten Schadstoffe produziert und von dem unsere Zukunft mindestens genau so abhängt wie von den sieben Bundesräten. Antworten
@Stefan Meier. Einfach zu sagen man kriege den Job schon hin wenn man gewählt sei, das klappt in den USA sehr wohl. Man muss nur die Wahl von Obama analysieren. Der ist auch nur mit schönen Reden und keinen Taten gewählt worden. Viel schlechter wie er kann es Palin auch nicht machen. Antworten
@weissenacher, es war palin die aussagte, dass sie aussenpolitisch qualifiziert sei, da sie russland von alaska sehen kann. sie sollten sich einmal das interview von palin und tina fey's sketch im parallen ansehen. es mehr oder weniger identisch und dass sollte allen einen schrecken einjagen. die extrem rechte schreit am lautesten. lautstaerke heisst aber nicht auch mehrheit. Antworten
Sehr geerte Herr Ueli Kaiser, eine Meinung äussern ist nicht gleich einmischen! Dieses Kommentar zeigt Öberflächigkeit. ES zeigt Weitblick wenn Leute sich auch eine Meinung bilden über Themen, die über die grenzen der Eidgenossenschafft hinaus gehen. Immerhin, die Präsidentin der USA sollte mehr können als Sprüche klopfen und mit einer Kanone schiessen. Antworten
Ziemlich gute Beurteiling der Situation um Sara Palin, als zukunftige Republikanische Kandidatin. Doch ihre Chancen Presidentin zu werden sind gering, weil die meisten Amerikaner, und fast alle der zahlreichen Immigranten, sich als Demokrat bekennen. Antworten
Wenn ich mir wieder die Kommentare anschaue, dann wird mir uebel, wie sich die Schweizer wieder einmischen in die US-Politik. Würde Obama sagen, was für Bundesräte habt ihr da, das ist ja schrecklich, und er hätte ja noch Recht. Besser mal vor der eigenen Türe wischen, ihr besserwissenden Eidgenossen. Manchmal schäme ich mich, dass es solche kleinkarierten Schweizer gibt, ohne Weitblick .... Antworten
Womit will man uns denn noch bestrafen, Frau Palin mit Star-Qualitäten als Präsidentin, ob das denn nun wirklich genügt. In Fettnäpfe hat sie ja genügend getreten.Muss man denn sonst nichts anderes vorweisen als eine schicke Brille und feine Kleidung?Und dann noch ihre Hände am Atomknopf? Als wenn wir nicht schon genug an unseren mutlosen und einfallslosen Politikern zu tragen hätten. Antworten
Alle Kommentare können nicht verhindern, dass die Amerikaner ihren Präsidenten wählen und nicht wir. Wäre es nicht besser, wir würden uns ein wenig mehr darum kümmern, wie unsere Politiker mit uns umspringen? Krankenkasse, SBB-Tarife, Kriminellenschutz, IV-Desaster, Staus, falsch orientierte 3.Welthilfe, .... Antworten
Von den vier grossen Blöcke der GOP (Bibeltreue, Traditional Values, Anti-Washington und Tax-Cutters/Neocons) hat Palin tatsächlich die ersten zwei schon in der Tasche. Entscheidend sind aber die zwei letzteren, da von dort das meiste Geld für die Wahlkampagne fliesst. Bedenkt man zudem, dass seit Reagan kein Republikaner in der Lage war alle Blöcke zu einen dürfte Palin verlieren Antworten
Palin als Praesident waere bestimmt nicht lustig, sondern sehr gefaehrlich fuer die ganze Welt. Wie kann man gleichzeitig militant gegen Abtreibung sein und im selben Atemzug mehr Soldaten in den Krieg schicken wollen. Da gibts wohl nur einen Grund warum aus ihrer Sicht nicht abgetrieben werden soll, mehr Soldaten braucht das Land .. Antworten
Palin ist noch schlimmer als George W. Bush, weil sie mit ihrer im Artikel erwähnten Widersprüchlichkeit keine klare Linie in der Politik schaffen würde. Heute dies, morgen jenes. Nicht nur für Amerika würde die Wahl Palins zur Präsidentin der Vereinigten Staaten totales Chaos bedeuten. Aber wie man aus der Geschichte gelernt hat, wählt Amerika leider hin und wieder das grössere Übel. Antworten
Da hat wieder einmal Ex Tagi Chef Loepfe mit seinem Bericht daneben gegriffen. Palin hat nie 5 Millionen Dollars Vorschuss erhalten. Nach CNN USA vom Sonntag, ist es ca. 1 Million. Ich war an ihrer Praesentation in Michigan am Sonntag. Am Samstag auf Fox TV hat sie jedes Interesse an 2012 Wahlen verneint. Zuerst heisst es Geld verdienen, meinte sie noch am Schluss der Fox Reportage. Thats it. Antworten
Palin passt mir überhaupt nicht, dennoch muss ich dem Bericht zustimmen. Die "Lagermentalität" des 2-Parteien-Staates USA lässt oft jede Vernunft verschwinen. Bestes Beispiel sind die Untaten Karl Rove's und der schreibt weiterhin in wichtigen Blättern und beeinflusst so die Wähler. Auch wenn Obama nicht alle seine Ziele erreichen würde, wäre es sehr schade, wenn die Kriegsgurgeln wieder gewinnen. Antworten
Stefan Meier Das mit dem "Ich kann Russland von meinem Haus aus sehen" war Tina Fay in SNL, nicht Palin. Nebenbei KANN man Russland von Alaska aus sehen. Man fordert Frauen an die Macht, aber nur solange sie einem genehm sind. Und zu behaupten die Republikaner würden keine Frauen an Machtpositionen dulden..nun Palin beweist gerade eindrücklich das Gegenteil. Antworten
Jaja... Palin, die Russlandexpertin (weil man Russland über die Beringstrasse in der Ferne erahnen kann bei gutem Wetter). Solch haarsträubenden Bullshit lässt man nicht ungestraft vom Stapel. Und sogar Amerikaner wollen wissen, wie Palin der Jobkrise zu begegnen denkt, bevor sie sie wählen. Einfach zu sagen, sie kriege das dann schon hin, wenn sie erst mal gewählt sein, wird nicht klappen. Antworten





Marco Burgmeijer
Ein Land das Georg W Bush sogar wiederwählt, soll man auch zutrauen S.Palin zu wählen. Tragisch, aber eben, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Antworten