Ausland

Weltklimarat: «G-8 hat Klimaziele ignoriert»

Aktualisiert am 21.07.2009

Zehn Tage nach dem G-8-Gipfel in Italien hat der Weltklimarat dessen Beschlüsse scharf kritisiert.

Zugleich forderte der Weltklimarat IPCC mit Blick auf den Weltklimagipfel im Dezember in Kopenhagen, dass die Politik mehr als bisher die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur globalen Erwärmung beachten sollte. IPCC-Vorsitzender Rajendra Pachauri sagte am Montag vor Journalisten am Sitz der Vereinten Nationen in New York, die Staats- und Regierungschefs der acht führenden Industriestaaten hätten sich in L'Aquila zwar zu «einem grossen Schritt nach vorn» entschlossen, indem sie sich vorgenommen hätten, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen - gemessen an den vor 150 Jahren registrierten Durchschnittswerten. Zugleich habe der Gipfel aber die vom IPCC genannten Voraussetzungen, um dieses Ziel zu erreichen, «eindeutig ignoriert».

Um eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad zu verhindern, müssten die Emissionen von Treibhausgasen spätestens 2015 ihren Höhepunkt überschritten haben, erklärte Pachauri. Und die G-8-Teilnehmer hätten klar sagen müssen, dass die reichen Länder ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren müssten. Die Vereinbarung solcher Grenzwerte steht im Mittelpunkt der Weltklimakonferenz von Kopenhagen, die ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll beschliessen soll. (vin/ap)

Erstellt: 21.07.2009, 09:08 Uhr

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