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Wie Hip-Hop-Fans zur kriminellen Gang gestempelt werden

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 31.10.2011 16 Kommentare

Das FBI stuft die «Juggalos» als gefährliche Gang ein. So nennen sich die Fans der Horrorcore-Band Insane Clown Posse. Ihre Anhängerschaft wird immer grösser.

Kriminelle Synergien: Mitglieder der Juggalos.

Kriminelle Synergien: Mitglieder der Juggalos.

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Die Fans sind ihnen bedingungslos treu: Musikvideo der Gruppe Insane Clown Posse. (Quelle: Youtube.com)

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Der brandneue Jahresbericht des FBI über amerikanische Gangs hat es in sich: 1,4 Millionen aktive Mitglieder verzeichneten die Banden, auch 2011 sei die Zahl weiter angestiegen. Nahezu die Hälfte aller Straftaten in den USA werden dem Bundeskriminalamt zu Folge von Gangs verübt; in einigen Kreisen und Städten sind es «bis zu 90 Prozent».

Insgesamt verzeichnet das FBI über 33'000 Gangs, darunter Brutalo-Gruppen wie Bloods und Crips, die Gangster Disciples und Hell Angels, Mongols, Bandidos sowie die berüchtigte Latino-Gang MS-13. Entwertet wurde die jährliche Bestandsaufnahme allerdings durch die Einstufung der sogenannten «Juggalos» als eine kriminelle Gang. Bekannt als Anhänger der Hip Hop- und Horrorcore-Band Insane Clown Posse kleiden sich die Juggalos in aussergewöhnlichen Formen und Farben.

Bedingungslos treu

Ihre ganze Liebe gilt Violent J und Shaggy 2 Dope von Insane Clown Posse, deren Live-Darbietungen Zirkusereignisse sind und deren Songs düster von Mord und Totschlag künden. Schon 1998 hatte das Musikmagazin «Spin» gehöhnt, die Show des schrecklichen Duos sei «nicht wegen ihrer Obszönität anstössig, sondern wegen ihrer Dämlichkeit». Die weisse Fangemeinde folgt den Auftritten der Band gleichwohl quer durchs Land und soll dem FBI zu Folge «eine locker verknüpfte» Gang sein, die sich «in vielen US-Kommunen schnell ausbreitet».

In einer Fussnote des FBI-Berichts wird vermerkt, die Juggalos seien «traditionell Fans der Musikgruppe Insane Clown Posse». Ihre Verbrechen, so der Report, seien «sporadisch, schlecht organisiert und individualistisch»; darunter fielen Schlägereien, «Drogen für den persönlichen Gebrauch, kleine Diebstähle sowie Sachbeschädigungen» – nicht gerade Markenzeichen potenter Gangs wie etwa MS-13. Viele Juggalos seien obdachlos und nicht in feste Organisationsstrukturen eingebunden, weshalb es schwierig sei, «Mitglieder und Wanderbewegungen zu identifizieren», hält der Report fest.

Missverstandene Aussenseiter

Kritiker reagierten verwundert: Das FBI brauche doch nur dem Tournee-Bus der Insane Clown Posse zu folgen, um die «Wanderbewegungen» der Juggalos herauszufinden. Die Juggalos wurden im Magazin «Wired» wie folgt beschrieben: «Sie fühlen sich ihr gesamtes Leben lang als missverstandene Aussenseiter, sei es, weil sie übergewichtig oder arm sind oder komisch aussehen oder weil sie eben die Insane Clown Posse lieben.» Sie lebten in einer Welt, «wo fette männliche Brüste stolz zur Schau gestellt werden, wo sich lange Haare und rosa Haare mischen und wo sich niemand lustig macht über das fette Kid, das sich am Hepatitis-See mit einem Handtuch abtrocknet».

Das FBI ist freilich anderer Ansicht und verweist besorgt darauf, die Juggalos seien eine von 53 Banden, die sich in die US-Streitkräfte eingeschlichen hätten. Beobachter der Szene befürchten unterdessen, die Aufnahme der Juggalos ins nationale Register werde die Pseudo-Gangstas erst recht zu Missetaten anstiften. Und gewiss werden FBI-Informanten dem Washingtoner Hauptquartier melden, wenn Violent J und Shaggy 2 Dope ihre begeisterten Fans von der Bühne wieder einmal mit dem Sodagetränk Faygo bespritzen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2011, 09:01 Uhr

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16 Kommentare

Peter Marquard

30.10.2011, 09:23 Uhr
Melden 55 Empfehlung

Was soll dieser Titel "Hip Hop-Gang rüstet zum Bandenkrieg"? Das ist doch total falsch. Die Gruppe ist harmlos, nichts anderes sagt dieser Artikel. Beknackt zwar, aber harmlos. Und Hip Hop ist das eher auch nicht. Hauptsache Jugendgruppen gefährlich darstellen. Tststs. Antworten


Eron Thiersen

30.10.2011, 08:45 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Wer ist eigentlich paranoider - die Gang oder das FBI? Antworten



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