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Wikileaks-Informant droht lebenslange Haft

Aktualisiert am 03.03.2011 33 Kommentare

Das US-Militär hat die Anklageschrift gegen den Wikileaks-Informanten Bradley Manning erweitert. Am schwersten wiegt der Vorwurf der «Unterstützung des Feindes», auf den die Todesstrafe steht.

Staatsfeind oder Held? Bei einer Kundgebung im Januar vor dem FBI-Hauptquartier in Washington unterstützten Bürger den Informannten.

Staatsfeind oder Held? Bei einer Kundgebung im Januar vor dem FBI-Hauptquartier in Washington unterstützten Bürger den Informannten.
Bild: Keystone

Unter umstrittenen Bedingungen in Haft: Bradley Manning. (Bild: Keystone )

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Die Militär-Staatsanwaltschaft kündigte aber an, dass sie eine lebenslange Haft für den Soldaten fordern will, der vertrauliche Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet haben soll. «Die neuen Vorwürfe spiegeln besser die umfangreiche Bandbreite von Verbrechen wider», die Manning zur Last gelegt würden, sagte Armee-Sprecher John Haberland. Der Soldat wird beschuldigt, Geheimdienstinformationen auf indirektem Wege bewusst «an den Feind» weitergeleitet zu haben, hiess es in den Unterlagen zur Anklage. Diese wurde um insgesamt 22 Anklagepunkte erweitert, darunter die Vorwürfe des Diebsstahls staatlicher Unterlagen und der Weitergabe von Verteidigungsinformationen.

Manning war im Juli angeklagt worden, weil er vertrauliche Dokumente auf seinen Computer geladen und damit gegen die Militärregeln verstossen haben soll. Bislang lagen gegen ihn mehrere strafrechtliche und militärrechtliche Anklagepunkte vor, die sich auf die Veröffentlichung eines Videos über einen Hubschrauberangriff auf Zivilisten im Irak bezogen.

Mögliche Anklage gegen Julian Assange

Die USA werfen dem Soldaten aber auch vor, geheime Militärdokumente über die Einsätze im Irak und in Afghanistan an das Enthüllungsportal Wikileaks weitergegeben zu haben. Er steht zudem im Verdacht, Depeschen der US-Diplomatie weitergeleitet zu haben, deren Veröffentlichung durch Wikileaks Ende vergangenen Jahres erneut den Zorn Washingtons erregt hatte.

Wegen der Enthüllungen prüfen die USA derzeit auch eine mögliche Anklage gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange. Allerdings gibt Wikileaks seine Quelle nicht preis. Berichten zufolge haben die US-Behörden zudem Probleme, eine Verbindung zwischen Manning und Assange gerichtsfest nachzuweisen.

Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest

Auf der Seite von Wikileaks beim Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter hiess es, der Anklagepunkt der «Unterstützung des Feindes» lege nahe, dass die Enthüllungsplattform als Feind betrachtet werde. Dies sei eine «ernsthafte Schmähung». In einer weiteren Botschaft bezeichnete Wikileaks diesen Anklagepunkt als «rachsüchtigen Angriff» auf Manning, für den es keine Beweise gebe.

Ein Anwalt des in einem US-Militärgefängnis inhaftierten Soldaten erklärte, die Verteidigung habe eigentlich damit gerechnet, dass noch mehr Anklagepunkte gegen Manning erhoben würden. Er wies aber zugleich darauf hin, dass nach dem Militärrecht nun ein ermittelnder Offizier entscheiden müsse, ob und welche der zusätzlichen Anklagepunkte vor einem Militärgericht überhaupt verhandelt werden sollen.

Ein Termin für den Prozessbeginn steht noch nicht fest. Nach Armee-Angaben muss zuvor das Ergebnis einer von der Verteidigung erwirkten Untersuchung zur Zurechnungsfähigkeit des Soldaten vorliegen. (raa/dapd)

Erstellt: 03.03.2011, 06:55 Uhr

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33 Kommentare

Hans Küffer

03.03.2011, 19:43 Uhr
Melden 2 Empfehlung

An Bradley muss der Friedens-Nobel-Preis verliehen werden ! Er riskiert sein Leben weil er die Krigsverbrechen der US-Armee publik gemacht hat.
Gleichzeitig müssen Bush und seine (europäischen) Komplizen vor ein internationales Tribunal gestellt werden.
Antworten


Werner Kummer

03.03.2011, 09:08 Uhr
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@U.Kaiser: Und wie kleinkariert und armselig muss man sein, solch junge Männer wegen einiger harmloser Dokumente lebenslang in den Knast zu stecken und sogar noch die Todesstrafe anzudrohen? Doch diese Geisteshaltung passt genau zum Watherborading, Abu Ghraib, My Lai und anderen Verbrechen der Amerikaner. Wer zog eigentlich die UNO-Diplomaten bespitzelnde Hillary Clintonton zur Rechenschaft? Antworten



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