Chelsea Manning postet erstes Foto von sich

So sieht Chelsea Manning nach sieben Jahren Haft aus. Unter dem Hashtag #HelloWorld zeigt sich die Wikileaks-Informantin erstmals der Welt.

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Nach sieben Jahren Haft in den USA ist die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning freigelassen worden. Die 29-Jährige wurde am Mittwoch aus dem Gefängnis Fort Leavenworth entlassen, wie eine Armeesprecherin mitteilte. «Was auch immer vor mir liegt, es ist weitaus bedeutender als die Vergangenheit», erklärte Manning über ihre Anwälte. Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte ihr im Januar den Strafnachlass gewährt.

Kurz nach ihrer Freilassung meldete sich Manning das erste Mal via Twitter zu Wort und postete ein Bild von ihren Füssen in Turnschuhen mit der Bildunterschrift «Erste Schritte in Freiheit». Einen Tag später folgt nun das erste Selbstportrait mit dem Hashtag #HelloWorld und der Unterschrift «Okay, so hier bin ich!». Zuletzt gab es nur eine ungenaue Schwarzweiss-Aufnahme sowie Bilder von ihr als Mann.

Unter ihrem früheren Namen Bradley Manning hatte sie während ihrer Stationierung im Irak rund 700'000 vertrauliche Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning damit eine Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstossen. Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, im August 2013 wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Nach der Verurteilung kündigte Manning an, sich ab sofort Chelsea zu nennen und als Frau leben zu wollen. Im April 2014 genehmigte ein US-Gericht die Namensänderung. Im Februar vergangenen Jahres erlaubte die US-Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

Trump nannte sie «Verräterin»

In der Haft im US-Bundesstaat Kansas unternahm Manning zwei Suizidversuche. Am Mittwoch erklärte sie, sie werde sich nun neu orientieren. Dies sei «aufregend», aber auch «heikel». Manning sei ihren Unterstützern «zutiefst» dankbar, erklärten ihre Anwälte Nancy Hollander und Vincent Ward. Sie forderten die Öffentlichkeit zugleich auf, das Recht auf Privatheit ihrer Mandantin zu respektieren.

Ein Anwalt der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU, die sich für die vorzeitige Entlassung Mannings eingesetzt hatte, lobte die «Stärke und das Heldentum» Mannings, das sie trotz ausgedehnter Isolationshaft und der Weigerung der Regierung, sie in vollem Umfang bei ihrer Geschlechtsumwandlung zu unterstützen, gezeigt habe, sagte Chase Strangio.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump hatte Manning als «Verräterin» bezeichnet, die «niemals» das Gefängnis verlassen dürfe. 2013 hatte sie ein Gnadengesuch bei Obama eingereicht, der ihr dann zum Ende seiner Amtszeit den Strafnachlass gewährte. (sep)

Erstellt: 18.05.2017, 23:17 Uhr

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