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Abe zurück an der Regierungsspitze

Aktualisiert am 26.12.2012 18 Kommentare

Das japanische Unterhaus hat Shinzo Abe zum neuen Ministerpräsidenten des Landes gewählt. Damit kehrt ein Befürworter der Kernenergie an die Schalthebel der Macht zurück. Noch heute will er sein Kabinett vorstellen.

1/4 Der neue Ministerpräsident von Japan: Shinzo Abe im Parlament in Tokio. (26. Dezember 2012)
Bild: Reuters

   

Asiatische Börsen reagieren positiv auf neue japanische Regierung

Bereits vor der Wahl des neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Tokioer Parlament haben die asiatischen Börsen heute deutliche Gewinne verzeichnet. Der japanische Leitindex Nikkei legte im Mittagshandel 0,4 Prozent auf 10.122,82 Punkte zu und näherte sich damit dem Jahreshoch von 10.255,15 Zählern.

Abe gilt als wirtschaftsfreundlicher Politiker und hat bereits staatliche Konjunkturprogramme angekündigt, um die schleppende japanische Wirtschaft zu beleben.

Der südkoreanische Kospi stieg um 0,8 Prozent auf 1.996,49 Zähler. Auch in China, Singapur, Taiwan, Indonesien und den Philippinen legten die Kurse an den Börsen zu. (dapd)

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Japans Parlament hat Shinzo Abe nach dessen klaren Sieg bei der Unterhauswahl vor zehn Tagen erneut zum Ministerpräsidenten des Landes gewählt. Abe von der konservativen Liberaldemokratischen Partei (LDP) ist Japans siebter Regierungschef in gut sechs Jahren.

Der 58-jährige Abe gewann am Mittwoch die Abstimmungen in beiden Kammern des Parlaments. Im weniger einflussreichen Oberhaus benötigte er zwei Wahlgänge für die Mehrheit. Er wollte noch heute sein Kabinett vorstellen.

2007 zurückgetreten

2007 war der rechtskonservative Abe nach einem Jahr voller Skandale in seinem Kabinett als Premier zurückgetreten. Die LDP regierte Japan seit 1955 praktisch durchgehend. Erst 2009 wurde sie unter dem Eindruck mehrerer Politskandale abgewählt.

Die LDP hatte bei der vorgezogenen Unterhauswahl am 16. Dezember 294 der 480 Sitze erobert. Ihr traditioneller Koalitionspartner New Komeito gewann weitere 31 Sitze.

Die zuletzt regierende Demokratische Partei (DJP) des amtierenden Ministerpräsidenten Yoshihiko Noda stürzte von weit über 200 auf knapp 60 Sitze ab. Viele Japaner nahmen es der DJP offensichtlich übel, dass sie die Hoffnungen auf einen politischen Neuanfang nicht erfüllt hatte.

Befürworter der Kernenergie

Die Wahl zum Unterhaus war die erste seit der Atomkatastrophe von Fukushima im vergangenen Jahr. Mit Abe kehrt ein Befürworter der Kernenergie an die Schalthebel der Macht zurück. Der scheidende Premier Noda hatte einen schrittweisen Atomausstieg bis 2040 verkündet.

Die LDP dürfte dieses Vorhaben laut Medien rückgängig machen - obwohl ein grosser Teil der Bevölkerung einen Atomausstieg unterstützt.

Oberste Priorität hat laut Abe die Ankurbelung der Wirtschaft und die Bekämpfung der Deflation. Bereits in Kürze will er nach Medienberichten ein gewaltiges Konjunkturpaket auflegen.

Hardliner im Inselstreit mit China

Der neue Regierungschef will zudem Japan an der Seite der Schutzmacht USA auch militärisch und aussenpolitisch stärken. Abe habe angekündigt, dass er im Januar zu seinem ersten Auslandsbesuch nach Washington reisen wolle, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo nach der Unterhauswahl.

Der LDP-Vorsitzende plädiert für eine Revision der pazifistischen Verfassung von 1946, bei der die Amerikaner Feder führten. Im fortdauernden Inselstreit mit China profilierte er sich als Hardliner. (wid/sda)

Erstellt: 26.12.2012, 11:35 Uhr

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18 Kommentare

Tom Kummer

26.12.2012, 00:18 Uhr
Melden 14 Empfehlung 6

Dieses "Geschenk" wird Folgen haben, bald wird Japan seine Staatsschulden nicht mehr bedienen können. Schon jetzt sind die Schulden bei weit über 200% des japanischen BIP, mit steigenden Zinsen wird sich das Problem weiter verschärfen. Zeitbombe, die nun schneller zu ticken beginnt: Inflation, Handelsbilanzdefizite (statt wie früher Ueberschüsse) und Ueberalterung (Leute kaufen weniger Anleihen). Antworten


Otto Frey

26.12.2012, 12:41 Uhr
Melden 5 Empfehlung 2

@Kommentareschreiber! Sogar am Stefanstag ist Japan auf helvetische Besserwisser angewiesen?. Japaner meistern viele Herausforderungen sehr gut, wenn auch anders und für Europäer nicht immer gut zu verstehen. Sie habensehr viel mehr Ordnung als in der CH, wo es Schmutzfinken gibt, die zuviel Abfall irgendwohin schmeissen. Villeicht haben die Japner auch suberere Gedanken! ha! Antworten



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