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Allein und unbeugsam: Aung San Suu Kyi

Aktualisiert am 11.08.2009

Aung San Suu Kyi ist wieder genau da, wo Burmas herrschende Generäle sie haben wollen: allein und von der Welt abgeschottet in einer heruntergekommenen Villa.

Die bekannteste Gefangene der Welt: Aung San Suu Kyi.

Die bekannteste Gefangene der Welt: Aung San Suu Kyi. (Bild: Keystone)

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Doch ihr kurzes Erscheinen in der Öffentlichkeit hat gezeigt, dass ihr eiserner Wille und ihr Charisma ebenso ungebrochen sind wie ihre Anmut und Popularität. Die Galionsfigur der burmesischen Demokratiebewegung verkörpert noch immer die Möglichkeit des Wandels nach fast einem halben Jahrhundert Militärherrschaft.

Fürs erste kehrt die 64-jährige Friedensnobelpreisträgerin, die vermutlich bekannteste Gefangene der Welt, wohl zur Alltagsroutine zurück: meditieren, Radionachrichten hören und auf die zensierte Post warten, auch auf Briefe der beiden Söhne, die sie vor einem Jahrzehnt zuletzt gesehen hat. Ihre Unbeugsamkeit führen jene, die ihr nahe stehen, auf ihren tiefen buddhistischen Glauben, ihre rigorose Selbstdisziplin und den prägenden Einfluss ihrer Eltern zurück. Die einzige Schwäche, die sie sich gestattet, ist dunkle Schokolade.

Obwohl mitten in Rangun, könnte ihr von der Polizei umstelltes Haus genauso gut auf einem anderen Kontinent liegen, weit weg von der unterdrückten Bevölkerung und von der Junta, die ihre bislang 14 Jahre Hausarrest am Dienstag um weitere 18 Monate verlängerte. Suu Kyi wurde wegen Verstosses gegen die Arrestbedingungen bestraft; der Amerikaner John Yettaw, der sich bei ihr eingeschlichen hatte, bekam sieben Jahre Haft mit Zwangsarbeit.

«Schreibt sie nicht ab»

Während der 86 Prozesstage beeindruckte die Oppositionsführerin Diplomaten und Anhänger mit ihrer Haltung. Sie wies jene zurecht, die Yettaw einen Narren nannten, teilte den Schokoladenkuchen zum Geburtstag mit Gefängniswärtern und dankte den Abgesandten für ihre Unterstützung. «Trotz beinahe zwei Jahrzehnte unter ausserordentlichem Druck - über die Hälfte davon unter Arrest - und trotz qualvoller persönlicher Opfer wirkte sie bemerkenswert in Form», schrieb der britische Botschafter Mark Canning. «Gelassen, würdevoll, aufrecht strahlte sie ruhige Autorität aus, aber keine Spur von Bitterkeit den Anklägern gegenüber.»

Vielleicht werde sie nie regieren, aber stets einflussreich bleiben, glaubt der Burma-Experte Josef Silverstein: «Schreibt sie nicht ab. Wenn man sie leben lässt, hat sie im Drama Burmas eine wichtige Rolle zu spielen.»

Suu Kyi sei durch Zufall zur Führungspersönlichkeit geworden, heisst es manchmal. Nach langer Zeit im Ausland war sie 1988 in die Heimat zurückgekehrt, um ihre todkranke Mutter zu pflegen - just als ein Aufstand gegen die Junta losbrach. Unversehens fand sich die Tochter des von politischen Rivalen erschossenen Freiheitshelden General Aung San an vorderster Front der Demonstrationen, bis das Militär den Protest niederschlug und sie unter Hausarrest stellte.

«Das Werk des Vaters vollenden»

Suu Kyi hatte mit ihrer Mutter in Indien gelebt, in Oxford studiert und später in New York und Bhutan für die Vereinten Nationen gearbeitet. Sie habe immer vorgehabt, eines Tages zurückzukehren und «das Werk ihres Vaters zu vollenden, ein demokratisches Land aufzubauen», meint der Leiter der US-Kampagne für Burma, Aung Din. «Ihre ausserordentliche seelische Stärke mag Teil ihres Charakters sein, doch fraglos wurde ihr Leben durch ihre Eltern geprägt», erklärt der Autor Justin Wintle, der eine Biografie über sie geschrieben hat.

Enge Freunde wie Su Su Lwin erwarten, dass sie der Schneid auch während der weiteren Gefangenschaft in der einst herrschaftlichen Villa ihrer Mutter nicht verlässt. Sie halte sich an einen geregelten Tagesablauf, stehe gegen 5.00 Uhr auf, meditiere und absolviere Übungen und lese viel. «Sie übertreibt nichts. Sie führt ein sehr einfaches Leben», sagt Su Su Lwin. «Sie isst sehr wenig. Sie mag dunkle Schokolade, aber selbst die in Massen. Sie kleidet sich gern hübsch, aber nicht modisch.»

Vor ihrem Prozess durfte Suu Kyi weder per Telefon noch per Internet kommunizieren, hatte aber Zeitungen und Radio. Ohne Satellitenschüssel bleibt der TV-Empfang auf das Staatsfernsehen beschränkt. Ihre Söhne Alexander und Kim, beide in den 30ern, hat sie 2000 zuletzt gesehen, im Jahr nach dem Krebstod ihres britischen Ehemannes Michael Aris. Den Söhnen wurde die Staatsbürgerschaft Burmas entzogen und die Einreise verboten. (bru/ap)

Erstellt: 11.08.2009, 14:50 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.